11/2021, Kosten und Realverbrauch Porsche 911 992 GT3 Rossen Gargolov
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Porsche macht Porsche schick für die Börse

Porsche AG Porsche macht Porsche schick für die Börse

Porsche hat am Montag (18.7.2022) im Rahmen einer Investorenveranstaltung ambitionierte Wirtschaftsziele skizziert. Das Unternehmen will mit deutlich besserer Profitabilität, mehr operativem Gewinn sowie mehr Umsatz und Marge Anleger vor dem geplanten Börsengang in vierten Quartal 2022 anlocken.

Konkret strebt die VW-Tochter langfristig eine Umsatzrendite von 20 Prozent an, so Finanzchef Lutz Meschke. Für die kommenden Jahre soll der Umsatz jährlich im Durchschnitt um sieben bis acht Prozent wachsen und 17 bis 19 Prozent Marke erzielen. Für das Gesamtjahr 2022 soll der Umsatz zwischen 38 bis 39 Milliarden Euro liegen.

Porsche Taycan GTS Sport Turismo Supertest Elektro Alex Bloch
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Rekordjahr 2021 bei Porsche

Für das Geschäftsjahr 2021 wurden mehr als 300.000 Fahrzeuge ausgeliefert und ein Konzernumsatz von 33,1 Milliarden Euro erzielt. Beides Rekordwerte für Porsche. Allein die Auslieferung des Taycan betrug 41.296 Einheiten.

Das operative Konzernergebnis der Porsche AG stieg im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro (2020: 4,1 Milliarden Euro). Dies entsprach einer Umsatzrendite von 16 Prozent. Die Automobile EBITDA-Marge lag bei 24,5 Prozent, der Automobile Netto-Cashflow verbesserte sich auf fast 3,7 Milliarden Euro (2020: 2,2 Milliarden Euro).

Porsche Mission R
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Neue Kundengruppen und -Märkte

Nach Darstellung von Porsche prognostizieren Experten ein robustes Wachstum vor allem bei Elektro-Fahrzeugen und SUV. "Wir sind sehr gut aufgestellt, um von diesen Trends zu profitieren. Porsche ist ein führender Akteur auf dem Markt für sportliche SUV und im Segment der vollelektrischen Luxusautomobile", sagt Finanzvorstand Meschke. "Obwohl wir klar im automobilen Luxussegment positioniert sind, profitieren wir von erheblichen Skaleneffekten", ergänzt Vorstandschef Blume. Auch möchte Porsche künftig neue Zielgruppen erreichen. So will das Unternehmen vor allem Frauen und jüngere Käufer erreichen, aber auch aufstrebende Märkte bedienen.

Dass Porsche mit Porsche künftig an der Börse Geld verdienen möchte, ist klar. Der Volkwagen-Konzern kann frisches Geld gebrauchen, schließlich sind für die Umstellung auf die Entwicklung und Produktion von Elektroautos Milliarden-Investitionen nötig. Hinzu kommen die Herausforderungen der Digitalisierung und des autonomen Fahrens sowie die von der Corona-Pandemie verursachten Probleme. Auch die Folgen des Abgasskandals haben die Wolfsburger bereits Milliarden gekostet.

In einer offiziellen Porsche-Mitteilung von Anfang 2022 erklärte Oliver Blume, der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG: "Porsche ist eine starke Marke mit robustem Geschäftsmodell und einer weltweiten Fangemeinde." Volkswagen und Porsche könnten auch künftig von gemeinsamen Synergien profitieren. Die Entscheidung über eine Börsennotierung liege jedoch allein bei den Gremien der Volkswagen AG.

Porsche AG ist nicht die Porsche SE

Die Porsche AG ist nicht zu verwechseln mit der Volkswagen-Dachgesellschaft Porsche SE (vollständig: Porsche Automobil Holding SE), die bereits seit Jahren börsennotiert ist. Sie ging durch Auslagerung des Produktions-Geschäfts am 13. November 2007 mit dem Ziel aus der Porsche AG hervor, VW zu übernehmen. Dieses Vorhaben scheiterte 2009 aufgrund von Finanzierungs-Schwierigkeiten. Im Gegenzug kaufte am 7. Dezember 2009 Volkswagen von der Porsche SE 49,9 Prozent der Anteile an der Porsche AG für 3,9 Milliarden Euro – am 1. August 2012 schluckte VW dann die Porsche AG gegen eine Zahlung in Höhe von 4,49 Milliarden Euro komplett.

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Porsche baut sich gerade zum bilanziell CO2-neutralen Hersteller um. Frisches Geld in Form eines Börsengangs kann dieses Vorhaben beschleunigen.

Die Porsche SE hält wiederum 53,3 Prozent der Stammaktien an VW, was einem Anteil am gezeichneten Kapital in Höhe von 31,4 Prozent entspricht – damit ist der Konzern der größte VW-Einzelaktionär. Außerdem fließt der Porsche SE damit jährlich über die Hälfte der Dividende aus der VW-Stammaktie zu. Die Stammaktien gehören aktuell zu 100 Prozent den Familien Piëch und Porsche. Interessenten können an der Börse ausschließlich die stimmrechtlosen Porsche-SE-Vorzugsaktien erwerben, deren Dividende aber ein paar Cent höher ist als die der Stammaktien (für das Geschäftsjahr 2021: 2,204 zu 2,21 Euro).

Weitere Fahrzeugmarken der Porsche SE sind Audi, Bentley, Bugatti, Ducati, Lamborghini, MAN, Porsche, Scania, Seat, Skoda und Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Porsche AG bisher nicht an der Börse gehandelt

Auf die Aktie der Porsche AG hatten Investoren bisher keinen Zugriff – trotz hoher Begehrlichkeiten. Der Begriff "Aktiengesellschaft" bedeutet nämlich nicht zwangsläufig, dass die Papiere dieser Firma an der Börse gehandelt werden. Gehören alle Firmenanteile einem Mehrheitsgesellschafter, im Falle der Porsche AG ist dies eben die Volkswagen AG, deren Mehrheitsgesellschafter wiederum die Porsche SE ist, ergäbe eine Börsennotierung nur bedingt Sinn.

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Stefan Bratzel, Chef des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach, ging bei Bekanntwerden der ersten Gerüchte über den Börsengang der Porsche AG davon aus, dass eine Erhöhung des Börsenkurses ebenfalls zu den Gründen für VWs Gedankenspiele zählt. Nicht nur VW-Boss Herbert Diess selbst wünscht sich einen höheren Börsenwert seines Unternehmens – viele Wirtschaftsfachleute teilen diese Meinung.

Tesla ist das Siebenfache wert wie die VW AG

Schließlich hat der kalifornische Elektroautohersteller Tesla aktuell einen Börsenwert in Höhe von rund 738,3 Milliarden Euro. Dagegen dümpelt VW bei etwa 105 Milliarden Euro vor sich hin. Dabei bildet ein Börsenkurs nicht unbedingt den wirtschaftlichen Grundlagen einer Firma ab, sondern wird auch von Erwartungen und Gerüchten getrieben. Und die sind offensichtlich bei einem als Tech-Konzern wahrgenommenen Hersteller wie Tesla aktuell erheblich höher als bei einem klassischen Autobauer wie VW. Nicht ohne Grund macht Diess in Sachen Digitalisierung bei VW immens Druck.

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Wäre ein Teil der Porsche-AG-Aktien an der Börse verfügbar, erkennen auch die potenziellen Investoren den Wert des Gesamtkonzerns besser, betont Bratzel. Schließlich habe die Börse auch die inzwischen vollzogene Abspaltung der Daimler-Nutzfahrzeugsparte vom Pkw-Hersteller mit Kursgewinnen belohnt. Nach Börsenlogik sind hier die einzelnen Unternehmensteile mehr wert als das gesamte Unternehmen. Mit seiner eigenen Nutzfahrzeug-Sparte Traton hat es der VW-Konzern ganz ähnlich gehandhabt.

Familien Piëch und Porsche behalten Kontrolle

Auch Stefan Bratzel ist davon überzeugt, dass die Porsche SE und damit die Familien Piëch und Porsche auf gar keinen Fall die Kontrolle über die Porsche AG aufgeben werden. Aus diesem Grunde rechnet auch er damit, dass höchstens 25 Prozent der Porsche-AG-Anteile auf den freien Markt gelangen. Wann der für eine Notierungsaufnahme nötige Börsengang (IPO: initial public offering) stattfinden soll, ist aktuell nicht bekannt.

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Ja - die steigen bestimmt im Wert und mir gehört endlich ein Stück Porsche.
Das entscheide ich erst, wenn es soweit ist - Prognosen für Kursentwicklungen halte ich für Mumpitz.
Börse? Aktien? Igitt!

Fazit

Jahrelang kamen interessierte Investoren nicht an die Aktien der Porsche AG heran – der hoch angesehene Autobauer hängt derart im Porsche-SE-Firmengeflecht fest, da die Volkswagen AG zu 100 Prozent der Eigentümer ist, was die Familien Familien Piëch und Porsche zu mittelbaren Mehrheitseigentümern der Porsche AG macht. Und die Familien werden die Kontrolle über eines der Goldstücke der Porsche SE behalten – aber sie scheinen bereit zu sein, mit der Porsche AG auch an der Börse Geld zu verdienen. Deshalb treibt der Mutterkonzern nun den Börsengang der Sportwagenmarke voran, was einen Erlös in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro in die Kassen spülen könnte, sollten tatsächlich 25 Prozent der begehrten Porsche-AG-Papiere frei an der Börse verfügbar sein.

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