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Renault-Zukunft „Renaulution“: 100% elektrisch ab 2030

Elektro-Zukunft „Renaulution“ Renault will 2030 zu 100% elektrisch sein

Konzernchef Luca de Meo muss Renault umkrempeln und positioniert die Marke in Europa ab 2030 zu 100% elektrisch. Einen Plan B gibt es trotzdem.

Der neue Vorstandschef des Konzerns Luca de Meo hat Anfang 2021 sein Restrukturierungsprogramm vorgestellt, mit dem er die Traditionsmarke aus den roten Zahlen bringen will. Dabei setzt de Meo, der seit Mitte 2020 im Amt ist, weniger auf hohen Absatz und stellt stattdessen die Rendite in den Vordergrund. Damit bläst der italienische Topmanager die vom früheren Konzernchef Carlos Ghosn verordnete Jagd nach Absatzrekorden ab.

Renault soll zum Tech-Unternehmen werden

Renault hatte bereits 2020 weltweit einen Abbau von 15.000 Stellen sowie eine Kostenreduzierung von rund zwei Milliarden Euro angekündigt. Eine Reaktion auch auf die wirtschaftlichen Folgen der grassierenden Corona-Pandemie: Der Absatz sank um 21 Prozent auf rund drei Millionen Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr 2020 verbuchte Renault auch wegen roter Zahlen bei Nissan einen Rekord-Verlust von rund 7,3 Milliarden Euro.

Luca de Meo - Renault - GP Italien 2020 - Monza - Rennen
xpb
Renault-Konzernchef Luca de Meo will die Traditionsmarke radikal umbauen.

Mit neuen finanziellen Zielen will de Meo nun den französischen Autobauer aus dem dunklen Tal führen. Bis 2023 soll eine operative Konzernmarge von mehr als drei Prozent erreicht werden und ein kumulativer operativer Free Cashflow im Automobilbereich von etwa drei Milliarden Euro (2021 bis 23); die Investitionen unter anderem in Forschung und Entwicklung (F&E) sowie langfristige Investitionen (Capex) sollen auf unter acht Prozent des Umsatzes sinken. Bis 2025 soll die operative Konzernmarge mindestens fünf Prozent, der Free Cashflow etwa sechs Milliarden Euro (2021 bis 25) betragen. Auch die Kapitalrendite (ROCE) soll gegenüber 2019 um mindestens 15 Punkte gesteigert werden.

100% elektrisch ab 2030

Inzwischen hat Luc de Meo die Ziele des so genannten "Renaulution"-Plans weiter konkretisiert. Laut einem Bericht von "Automotive News" hat der Renault-Chef angekündigt, dass Renault ab 2030 ausschließlich elektrische Modelle anbieten werde. Im ursprünglichen Zukunftsplan war lediglich davon die Rede, dass das Renault-Portfolio bis 2030 zu 90% aus batterieelektrischen Fahrzeugen bestehen solle. Jetzt wurden offensichtlich auch die letzten Verbrenner gestrichen. Allerdings, so berichtet "Automotive News", behält sich de Meo die eine oder andere Hintertür offen und unterscheidet explizit zwischen dem Konzern und der Marke Renault. Die 100%-Ankündigung lässt sich zunächst auf Europa eingrenzen und dort auch ausschließlich für die Marke Renault. Sollten gravierende Faktoren wie der gescheiterte Ausbau der Lade-Infrastruktur dagegen sprechen, will sich de Meo vorbehalten, weiter Verbrennerautos zu bauen. Auch in Russland (Lada) und auf diversen globalen Märkten wird Renault 2030 noch nicht aus dem Verbrenner aussteigen. Bei Dacia gibt es ebenfalls noch Fragezeigen. Da wolle man, laut Automotive News, erst im "allerletzten Moment" entscheiden.

24 neue Modelle, davon zehn elektrisch

Unverändert bleibt das Ziel, das Unternehmen vom Autobauer zu einem Tech-Konzern umzubauen. Bis 2025 soll die Renault-Gruppe zu einem Vorreiter in der neuen Mobilität werden und will die die Geschäftsfelder auf Technologie, Energie und Mobilität stärken. "Wir werden uns von einem Autokonzern, der mit Technologie arbeitet, zu einem Tech-Unternehmen entwickeln, der mit Autos arbeitet und bis 2030 mindestens 20 Prozent seines Umsatzes mit Dienstleistungen, Daten und Energiehandel erzielt", so de Meo. Neben dem hehren Ziel bis 2025 CO2-neutral zu sein, stützt sich der Strategieplan auf zwei Säulen: Zum einen auf die verbesserte Effizienz, zum anderen gibt es künftig vier Business-Einheiten mit starker Identität und Positionierung: Renault, Dacia-Lada, Alpine und Mobilize.

Dacia Spring Electrict
Dacia
Der Dacia Spring Electric wird seit Mitte 2021 ausgeliefert. Unklar ist noch, ob der E-Kleinwagen made in China noch bei weiteren Konzernmarken auftauchen wird.

Bis 2025 plant der Konzern 24 neue Modelle, davon die Hälfte im C- und D-Segment (Kompaktklasse und Mittelklasse) und mindestens zehn vollelektrische Modelle. Für eine bessere Effizienz reduziert Renault die Anzahl der Fahrzeugplattformen ab 2024. Modelle auf den bestehenden Plattformen kommen innerhalb von drei Jahren auf den Markt. Und so sehen die Pläne für die Marken aus:

Renault: R5 kommt als E-Auto

Bis 2025 soll die Marke eine Führungsrolle bei Elektro- und Wasserstoffantrieben einnehmen. 14 neue Modelle, davon sieben vollelektrische sind geplant. In der Kompaktklasse will Renault sich zudem verstärken. Hier feiert der legendäre R5 ein Comeback, schließlich hat de Meo bereits bei Fiat erfolgreich den Fiat 500 wiederbelebt.

Renault R5 Prototype
Neuheiten

Noch als Studie R5 Prototype gibt das Modell einen Ausblick auf die Elektrozukunft der Franzosen. Das Stadtauto aus der Feder von Renault-Design-Chef Gilles Vidal präsentiert sich als kompakter Viertürer mit starken Anleihen an seinem Urvater und basiert auf der modularen Elektroplattform CMF-EV, die für alle neue Elektromodelle der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi entwickelt wurde.

Dacia-Lada: Neuer Bigster-SUV

Bis 2025 sollen zum neuen Sandero und dem elektrischen Dacia Spring drei weitere neue Modelle hinzukommen. Insgesamt werden es sieben neue Fahrzeuge von Dacia geben, davon zwei im C-Segment (Kompaktklasse). Ein Modell ist ein vergrößerter Duster, den die Marke als Bigster-Konzept vorgestellt hat.

Dacia Bigster
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Im Bereich alternativer Antriebe sollen beide Marken Konzern-Technologien nutzen können, dabei ist LPG für Dacia- und Lada-Modelle vorgesehen, für Dacia zudem die E-Tech-Technologie. Beide Marken werden die neue CMF-B-Plattform der Allianz nutzen und damit die Anzahl der Plattformen von vier auf eine reduzieren. Außerdem wollen Dacia und Lada die Anzahl der Karosserieformen von 18 auf elf anpassen. Lada gehört den Franzosen bei weitem nicht ganz. Aber Renault-Nissan erwarb 2008 einen 25-prozentigen Anteil und eine Sperrminorität am größten russischen Autohersteller AwtoWAS, der die Lada-Modelle produziert.

Aber die sind nun im Renault-Konzern angekommen. Vier neue Modelle plant Lada bis 2025. Darunter ab 2024 einen neuen Lada Niva in gleich zwei Größen.

Lada Niva Vision
Neuheiten

Alpine: Elektrischer A110 kommt

Die Sportwagenmarke hat Renault 2017 mit dem Retro-Zweisitzer A110 wiederbelebt. Der Mittelmotorsportwagen ist beliebt, erreicht aber segmentsbedingt nur überschaubare Stückzahlen. Künftig will Alpine zusammen mit Lotus (gehört zum chinesischen Konzern Geely) einen rein elektrischen Nachfolger des A110 entwickeln.

Außerdem soll die neue Business-Unit, die die Bereiche Alpine Cars, Renault Sport Cars und Renault Sport Racing künftig bündelt, einen rein elektrischer Kompaktsportwagen im B-Segment auf Basis der neuen CMF-B-EV-Plattform der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi und einen rein elektrischer Sports Cross-Over im C-Segment auf Basis der neuen Allianz CMF-EV Plattform auf die Räder stellen. Die Formel 1 und der Motorsport stehen weiter im Fokus, allerdings muss Alpine bis 2025 inklusive der Investitionen in den Motorsport profitabel sein.

Lotus Evija - Type 130 - Hypercar
Politik & Wirtschaft

Mobilize soll 20 Prozent Umsatz bringen

Dieser neue Geschäftsbereich soll neue Geschäftsfelder aus Daten-, Mobilitäts- und Energiedienstleistungen entwickeln und bis 2030 mehr als 20 Prozent des Konzernumsatzes generieren. Über das Automobil hinaus wird Mobilize eine "breite Palette an Dienstleistungen in den Bereichen Mobilität, Energie und Daten" anbieten. Die neue Einheit wird über ein eigenes Engineering-, Qualitäts- und Designteam sowie ein eigenes Dienstleistungsangebot in den Bereichen Energie, Konnektivität und Mobilität verfügen.

01/2021, Renault Mobilize EZ-1 Prototype
Mobilitätsservices

Ein speziell für die urbane Shared Mobility konzipierte Fahrzeug EZ-1 bietet Platz für zwei Personen und ist komplett vernetzt: Das Smartphone des Nutzers gewährt den Zugang zum EZ-1 und dient als Schnittstelle zwischen Mensch und Fortbewegungsmittel. Der Mobilize EZ-1 Prototype ist nur 2,30 Meter kurz und verfügt neben komplett verglasten Türen über weitere Besonderheiten: Beispielsweise lässt sich der Akku des Kleinstwagen austauschen-

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Fazit

Luca de Meo ist Renault-Rückkehrer und wurde explizit als Sanierer eingekauft. Dass er sein Restrukturierungsprogramm "Renaulution" nennt, zeigt wie umfangreich seine Umbaupläne ausfallen. Wo heute zwei Baureihen sind, gibt's künftig nur noch eine. Oder eben diverse Ableger der immer gleichen Plattform. Da machen dann auch Rückkehrer wie der R5 Sinn. Die bringen Sympathiepunkte und sorgen dafür, dass teuer entwickelte Elektro-Plattformen ausgelastet werden. Die sollen ab 2030 100% der Fahrzeugflotte in Europa antreiben. Allerdings nur, wenn alle Rahmenbedingungen passen. Und eben nur in Europa.

Und dann ist da ja auch noch die Sport-Marke Alpine. Sie kooperiert künftig mit Lotus und entwickelt einen elektrischen A110-Nachfolger. Und was ist mit Dacia? Die Marke bekommt nach de Meo-Aussage mehr "Coolness" und neue Modelle – darunter einen größeren SUV, den Bigster.

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