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10/2022, Aiways U6 17 Bilder
SUV

Aiways U6: Elektro-SUV-Coupé aus China

Aiways U6 (2023) SUV-Coupé mit neuem Elektromotor

Die chinesische Marke Aiways zeigt mit dem U6 ein SUV-Coupé auf Basis des U5. Neben der Fließheckkarosserie ist auch ein stärkerer Antrieb neu. Im Cockpit gibt es neue Displays.

Erst 2017 wurde die chinesische Firma Aiways gegründet, schon 2020 rollte mit dem Elektro-SUV U5 das erste Serienauto auf die Straße – auch in Deutschland. Zwei Jahre nach dem Erstaufschlag zeigt das Start-up jetzt, nach vielen Ankündigungen und dem Concept Car U6ion (siehe Video), sein zweites Modell. Der Aiways U6 ist ein Derivat des U5, also keine komplett eigenständige Baureihe. Die Designer und Ingenieure haben es aber nicht nur bei der Neugestaltung der Karosserie mit SUV-Coupé-Heck belassen, sondern auch technische Updates ins Auto integriert.

Mit einer Länge von 4.805 Millimetern ist der Aiways U6 über zwölf Zentimeter länger als das Steilheckmodell. Dieses Wachstum geht auf das Konto der neuen Schürzen an Front und Heck. Mit Spoilerlippen und größeren Lufteinlässen sorgen sie für einen sportlicheren Auftritt, dazu kommen Kunststoffbeplankungen an den Seitenschwellern. 1.641 Millimeter hoch ist das neue Modell, fast sechs Zentimeter niedriger als der U5. Die Breite nimmt um 1,5 Zentimeter auf 1.880 Millimeter zu. Unter dem flachen Dach muss man keine allzu großen Abstriche in Sachen Bewegungsfreiheit machen, wie die erste Sitzprobe zeigt.

Verschwenderische Beinfreiheit im Fond

Unter dem nach hinten abfallenden Dach ist die Kopffreiheit für große Menschen zwar leicht eingeschränkt, was aber weniger stark ausfällt als gedacht. Der Trick: Beim U6 ist ein feststehendes Panorama-Glasdach serienmäßig. Damit können wertvolle Zentimeter Innenhöhe gewonnen werden. Weiterhin auf sehr hohem Niveau ist die verschwenderische Beinfreiheit im Fond. Auch Fahrer und Beifahrer finden auf komfortablen Sitzen viel Platz vor.

10/2022, Aiways U6
Aiways
Das Cockpit wirkt deutlich moderner als das im U5. Der dürfte bald nachziehen.

Neu ist der Ausblick auf's Cockpit. Während man beim Aiways U5 hinter dem Lenkrad auf drei Displays blickt, reicht im Coupé-Bruder eine sehr flache Anzeige mit 8,2 Zoll Bildschirmdiagonale. Hier werden fahrrelevante Informationen wie Geschwindigkeit und Ladezustand des Akkus angezeigt. Ebenfalls neu ist ein 14,6 Zoll großer Infotainment-Touchscreen samt Software. Hier lassen sich das Ambientelicht steuern, Radiosender auswählen oder das Smartphone verbinden. Neben Apple Carplay soll auch Android Auto einziehen. Auf ein werksseitig eingebautes Navigationssystem verzichtet Aiways auch weiterhin. Neben der Routenführungs-App des Smartphones soll auch eine Integration der PUMP-App zur Ladeplanung im Alltag helfen. Komplett neu gestaltet wurde auch die Mittelkonsole mit einem Getriebe-Wählhebel, der an ein Flugzeug-Cockpit erinnert. Außerdem erstmals bei Aiways an Bord: Ein Handschuhfach vor dem Beifahrersitz.

Erstmals mit selbstenwickeltem Elektromotor

Auch technisch wurde der Aiways U6 im Vergleich zum Schwestermodell überarbeitet. Erstmals nutzen die Chinesen einen selbstentwickelten Elektromotor. Im U5 kommt ein Zulieferteil zum Einsatz. Mit einer maximalen Leistung von 160 kW (218 PS) ist der permanenterregte Synchronmotor in der Spitze zehn kW stärker als die Maschine im U5. Das Drehmoment steigt um fünf auf 315 Nm. In 6,9 Sekunden soll der Aiways U6 aus dem Stand auf 100 km/h spurten, die Höchstgeschwindigkeit wird auch bei ihm bei 160 km/h begrenzt.

Der mit CATL-Zellen bestückte Akku bleibt unverändert. 63 kWh Speicherkapazität sollen nach WLTP-Norm für 400 Kilometer Reichweite sorgen. Wechselstrom, beispielsweise an der heimischen Wallbox oder einer öffentlichen Ladesäule, wird dreiphasig mit maximal elf kW geladen. Am Schnelllader belässt es auch der U6 bei 90 kW Leistung.

Auslieferungen ab 2023

Noch Ende 2022 sollen die ersten Exemplare des U6 in Europa ankommen, Kundenfahrzeuge werden wohl erst 2023 ausgeliefert. Wie gewohnt soll man den U6 bei ausgewählten Filialen der Elektronikmarkt-Kette Euronics zur Probe fahren können; bestellt wird dann direkt beim Hersteller. Den Service übernimmt A.T.U. Der Aiways U6 wird vorerst nur in der höheren Ausstattungslinie Prime ins Angebot kommen, in der auch Lederbezüge und ein Magnat-Soundsystem samt Subwoofer zur Serienausstattung gehören. Einen Preis nennen die Chinesen noch nicht. Vor Abzug einer Elektroauto-Förderung dürfte er aber nicht unter 45.000 Euro liegen.

Fragen an Aiways

Im Rahmen der Präsentation des Aiways U6 haben wir mit Dr. Alexander Klose, als Executive Vice President Overseas Operations für das Aiways-Geschäft außerhalb Chinas verantwortlich, gesprochen.

ams: Wie erfolgreich ist das Aiways-Vertriebsmodell? Welcher Prozentsatz der Kunden kommt über Euronics zu einer Bestellung? Und in wie vielen Euronics-Filialen kann man Probefahrten buchen?

Klose: Wir sind sehr zufrieden in Deutschland. Über 50 Prozent der deutschen Bestellungen kommen über Euronics-Märkte, ein hoher Prozentsatz von Direktverkäufen an Auto-Abo-Anbietern, zum Beispiel FINN. Der Rest sind Online-Verkäufe über unsere Webseite

ams: Inwieweit hängt das marktgerechte Vertriebsmodell mit dem Erfolg einer neuen Marke zusammen? Spricht Aiways seine Zielgruppe auch über das Vertriebsmodell an?

Klose: Der Erfolg jeder neuen Marke hängt am Vertriebsmodell. Deswegen haben wir uns für alle Märkte, in den wir in Europa bereits verkaufen (aktuell 15), die jeweils besten Partner ausgesucht. Das hängt von Land zu Land ab und wir sind so flexibel, passen uns an alle Zielgruppen an. Man kann abonnieren, nach einer Probefahrt beim Händler ordern oder online auf unserer Webseite bestellen

ams: Wie sieht der typische U5-Käufer aus? Und wie unterscheidet sich die Zielgruppe für den U6?

Klose: Beim U5 sind wir eher in der Familien-, Zweitwagen- oder Best-Ager-Zielgruppe. Der U6 soll jugendlichere, urbanere und auf Lifestyle bezogene Zielgruppen ansprechen. Aber – die Erfahrung haben wir gemacht – können wir und wollen wir unsere Kunden auch nicht in bestimmte Käufergruppen einteilen. Wir haben gesehen, dass wir beim U5 Kunden vom Studenten bis zum Rentnerehepaar haben. Somit haben wir festgestellt, dass wir für alle Ziel- und Altersgruppen ein attraktives Fahrzeugangebot machen können.

ams: Werden die technischen Updates, die der Aiways U6 mitbringt, auf absehbare Zeit auch in den U5 einfließen?

Klose: Die Software wird ständig weiterentwickelt und dann – auch over-the-air – zeitnah ins Fahrzeug gebracht. Technische Neuerungen, die für den U6 SUV-Coupé entwickelt wurden, werden auch im U5 einfließen. Im Laufe des nächsten Jahres wird es dazu mehr geben.

ams: Aiways war eine der ersten chinesischen Elektroauto-Marken auf dem deutschen Markt. Wie sieht sich das Unternehmen in Bezug auf die neue Konkurrenz (Nio, BYD) aufgestellt?

Klose: Wir freuen uns, dass mehr und mehr Mitbewerber, wenn auch teilweise in anderen (Preis-)Segmenten, den Schritt nach Zentraleuropa wagen und langsam auch anfangen, den Weg zu beschreiten, den wir konsequent seit zwei Jahren gehen und natürlich weiter gehen werden. Da wir schon in 15 europäischen Ländern vertreten sind, sind wir nicht nur Vorreiter, sondern haben auch schon überall unseren Vertrieb und Service aufgebaut. Diese Anfangsschwierigkeiten haben wir bereits hinter uns.

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Fazit

Der Aiways U6 ist nicht nur ein Fließheck-Derivat des bekannten U5. Mit neuer Cockpit-Gestaltung, frischer Infotainment-Software und einem selbstentwickelten Elektromotor zeigt sich das neue Modell der Chinesen deutlich moderner als sein Bruder. Ein Facelift des U5 dürfte nur eine Frage der Zeit bleiben. Unverändert bleiben das gute Raumangebot und die gute Verarbeitung, ebenso Vertriebs- und Servicekonzept mit den Partnern Euronics und A.T.U.

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