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09/2021, Aura Elektro-Roadster Concept Car Aura
09/2021, Aura Elektro-Roadster Concept Car
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09/2021, Aura Elektro-Roadster Concept Car 7 Bilder

Aura Konzeptstudie: Zulieferer-Quartett zeigt Elektro-Roadster

Aura Konzeptstudie aus Großbritannien Zulieferer-Quartett zeigt Elektro-Roadster

Fahrspaß ist bei diesem Concept Car nur ein nachgeordnetes Thema. In erster Linie soll der Aura Elektro-Roadster gegen die Reichweitenangst ankämpfen.

Die Phase des Corona-Lockdowns hat wohl jeder anders gestaltet. Ein britisches Automobil-Zulieferer- und -Dienstleister-Quartett hat die Phase produktiv genutzt. Vor ziemlich genau einem Jahr starteten sie das Projekt eines elektrisch angetriebenen und minimalistisch gestalteten Roadsters, der die Fähigkeiten jedes der vier Partner demonstrieren soll. Das Ergebnis ist das Aura Concept Car.

Die Linienführung stammt von Astheimer Design. Gründer Carsten Astheimer sowie seine Mitarbeiter Tom Strong und Alex Stewart gestalteten den Aura aus ebenso fließenden wie flächigen, aerodynamisch optimierten Formen. Hinter der spitz zulaufenden Front streckt sich steil der Vorderwagen empor, um dann als Schulterlinie gerade nach hinten zu verlaufen. Die Scheinwerfer formten Astheimer und Co. aus jeweils acht Längsstreben, während die Grafik der Rückleuchten etwas an jene von Audi an Autos mit Matrix-Licht erinnert. Weitere eigenständige Design-Elemente der von der britischen Firma BAMD Composites aus Naturfasern geformten Karosserie sind die verkleideten Hinterräder und der große Diffusor.

Keine Windschutzscheibe

Die Außenspiegel finden auf der Karosserie-Brüstung Platz, auch die Überrollbügel sind starr hinter der weit nach hinten versetzten Fahrgastzelle platziert. Eine Windschutzscheibe gibt es dagegen nicht. Die Insassen tragen also besser Integralhelme, bevor sie ihre Köpfe an die dafür vorgesehenen und in den Überrollbügeln positionierten Stützen lehnen. Zwei Höcker vor der Fahrgastzelle sollen den Fahrtwind zumindest in Ansätzen über das Cockpit leiten. Die Schalensitze sind aus einem Stück geformt und mit rotem veganem Leder bezogen.

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Aura
Der Aura präsentiert ein sehr klares, glattflächiges Design.

Für alles Elektronische war das Unternehmen Conjure zuständig. Es platzierte als Interieur-Highlight ein rundes Fünf-Zoll-Display im Lenkrad, das relevante Informationen wie die Geschwindigkeit, die Reichweite oder das Wetter anzeigt. Damit es sich stets optimal ablesen lässt, bleibt es auch dann in Position, wenn der Fahrer oder die Fahrerin am Volant dreht. Ergänzt wird es von einem zentralen Zehn-Zoll-Touchscreen, der von derselben Recheneinheit wie der Lenkrad-Monitor gesteuert wird.

Mit künstlicher Intelligenz gegen Reichweitenangst

Software-seitig basiert das Konzept auf dem Betriebssystem Android Automotive OS, das um eine cloudbasierte künstliche Intelligenz aus dem Hause Spark EV Technology ergänzt wurde. Diese erstellt auf Basis von deutlich mehr Daten, als sie vergleichbare Systeme verwenden, einen digitalen Zwilling des Autos, der sich parallel zum echten Aura durch das hochpräzise 3D-Kartenmaterial bewegt. So soll der Roadster die verbleibende Reichweite möglichst präzise vorhersagen. Der Aura soll dies mit einer Abweichung von lediglich 0,5 Prozent können und anhand dieser Berechnung über sein Navigationssystem die optimale Ladestrategie wählen. Das alles zielt darauf ab, die Reichweitenangst der Personen im Cockpit zu mindern.

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Aura
Künstliche Intelligenz soll die Reichweitenangst der Insassen mindern.

Um Antrieb, Energieversorgung und Batterie-Management des Aura hat sich Potenza Technology gekümmert. Die Konzeptstudie verfügt über zwei jeweils 44 Kilowattstunden große Akkupakete, deren Zellen – das legen zumindest Bilder nahe – in einem dreieckigen Gehäuse angeordnet sind. Eine Batterie befinden sich im Vorderwagen, eine andere unterhalb des Chassis. Diese Platzierung soll nicht nur eine optimale Gewichtsverteilung gewährleisten, sondern auch Vorteile bei Wartung und Reparatur bieten, weil die Batterien dadurch gut zugänglich sind. Als Reichweite gibt Potenza etwa 644 Kilometer an. Beim Antrieb bleiben die Briten jedoch unkonkret. Sie sprechen zwar von E-Motoren (im Plural) und Hinterradantrieb, nennen aber keinerlei technische Daten.

Nachdem der Aura Elektro-Roadster kürzlich auf dem Auto-Innovations-Event CENEX-LCV auf dem Testgelände im britischen Millbrook debütierte, dürfte er nun auf Messetour gehen. Eine Serienfertigung ist – trotz Straßenzulassung des Prototyps – dagegen so gut wie ausgeschlossen.

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Fazit

Mehr als eine Fingerübung ist der Aura Elektro-Roadster demnach nicht. Es wird sich zeigen, welche ästhetischen und technischen Einflüsse das Concept Car auf künftige andere Serienmodelle haben wird – oder ob es am Ende doch nur ein netter Zeitvertreib war, um den Corona-Lockdown zu überbrücken.

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