Ferrari HC25: Der letzte reine V8-Ferrari

Ferrari HC25 Einzelstück
Das letzte Aufbäumen des reinen V8-Ferrari

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.05.2026
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Ferrari hat bei den Ferrari Racing Days auf dem Circuit of the Americas den HC25 präsentiert. Das neue Einzelstück ist ein Abschiedsgruß an die klassische Ära der nicht elektrifizierten Ferrari-Mittelmotor-V8. Technisch basiert der HC25 auf dem Ferrari F8 Spider, übernimmt also dessen Aluminium-Chassis, das Layout mit Mittelmotor und vor allem den bekannten 3,9-Liter-Biturbo-V8 ohne Hybridunterstützung. Gleichzeitig schlägt das Design bereits die Brücke zu Ferraris neuer Formensprache, wie sie zuletzt beim Ferrari F80 oder dem Ferrari 12Cilindri zu sehen war.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft

Ferrari beschreibt den HC25 selbst als Bindeglied zwischen zwei Welten. Einerseits markiert er das Ende der klassischen Mittelmotor-V8-Baureihe ohne Elektrifizierung. Andererseits trägt seine Gestaltung bereits die futuristischen Gene kommender Ferrari-Modelle in sich. Verantwortlich für das Design war das Ferrari Design Studio unter Leitung von Flavio Manzoni. Im Gegensatz zum eher weich und organisch gezeichneten F8 Spider setzt der HC25 auf deutlich schärfere Konturen, kantigere Flächen und eine technischere Anmutung. Besonders die muskulösen hinteren Kotflügel und die klar herausgearbeiteten Linien erinnern stark an die aktuelle Ferrari-Designsprache.

Auffälligstes Merkmal ist die optische Zweiteilung der Karosserie. Front und Heck wirken wie zwei eigenständige Körper, die von einem glänzend schwarzen Band miteinander verbunden werden. Dieses umlaufende Element dient allerdings nicht nur der Optik: Es integriert die Kühlluftöffnungen sowie die Wärmeabführung des Antriebsstrangs und bildet damit gewissermaßen das technische Rückgrat des Fahrzeugs.

Türgriffe aus Aluminium

Auch im Detail unterscheidet sich der HC25 deutlich vom Serien-F8. Die Türgriffe etwa sind nahezu unsichtbar in lange, aus massivem Aluminium gefräste Elemente integriert, die sich wie eine Brücke über die Flanken ziehen. Ferrari entwickelte zudem eine komplett neue Lichtsignatur speziell für dieses Einzelstück. Die extrem schmalen Frontscheinwerfer nutzen Module, die bislang in keinem anderen Ferrari zum Einsatz kamen. Erstmals sind die Tagfahrlichter vertikal angeordnet und formen an den Kotflügeln eine markante Boomerang-Grafik.

Die Lackierung trägt den Namen "Moonlight Grey". Der matte Grauton kontrastiert stark mit dem glänzend schwarzen Mittelband sowie den gelben Bremssätteln und Ferrari-Logos. Dieses Farbspiel setzt sich auch im Innenraum fort: Dort kombiniert Ferrari graue technische Stoffe mit gelben Akzenten, die die Linienführung der Exterieur-Grafik aufnehmen.

Bekannte Technik unter neuer Hülle

Unter der spektakulären Karosserie arbeitet weiterhin der bekannte 3,9-Liter-V8-Biturbo des F8 Spider.

Der Achtzylinder leistet 720 PS bei 7.000/min und entwickelt 770 Nm Drehmoment ab 3.250 Touren. Geschaltet wird über das bekannte 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Kraft gelangt ausschließlich an die Hinterräder. Die Fahrleistungen bewegen sich weiterhin auf Supersportwagen-Niveau: Ferrari nennt 340 km/h Höchstgeschwindigkeit, 2,9 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und lediglich 8,2 Sekunden bis Tempo 200.

Neues Kapitel der Ferrari-One-Offs

Der HC25 reiht sich in eine lange Serie exklusiver Einzelstücke aus Maranello ein. Dazu zählen unter anderem der Ferrari SP8, der offene Ferrari SP51 oder der extreme Ferrari KC23. Das "Special Projects"-Programm richtet sich an Ferraris treueste Kunden. Jeder One-Off entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Ferrari-Designteam. Vom ersten Entwurf bis zur finalen Auslieferung vergehen im Schnitt rund zwei Jahre. Das Ergebnis bleibt stets ein absolutes Einzelstück.

Gerade deshalb dürfte der HC25 für viele Ferrari-Enthusiasten besonders spannend sein: Er konserviert noch einmal die klassische Formel aus Mittelmotor, Biturbo-V8 und reinem Hinterradantrieb – allerdings verpackt in eine Formensprache, die bereits deutlich in Ferraris elektrifizierte Zukunft weist.

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