12/2020, Canoo MPDV Elektro Lieferwagen Canoo
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12/2020, Canoo MPDV Elektro Lieferwagen 17 Bilder

Canoo MPDV Elektro-Lieferwagen (2022)

Canoo MPDV Elektro-Lieferwagen (2022) Mit dem Skalpell designter E-Transporter

Das Elektroauto-Startup Canoo stellt sein zweites Modell vor. Den MPDV gibt es in zwei Varianten, die sich durch maximalen Praxisnutzen und geringstmögliche Unterhaltskosten auszeichnen sollen.

Die Zukunft des Ausliefer-Business ist ziemlich eckig. Zumindest sieht das Elektroauto-Startup Canoo das so. Die Kalifornier stellen ihr elektrisch angetriebenes Multi-Purpose Delivery Vehicle (MPDV) als Transporter vor, der offenbar mit dem Skalpell gestaltet wurde. Die Formgebung hat natürlich Gründe. Ein zentraler ist das Platzangebot im Frachtabteil: Canoo verspricht fast 30 Prozent mehr Ladevolumen im Vergleich zu vergleichbaren Zustellfahrzeugen.

Skateboard-Plattform mit drei Akku-Größen

Einen großen Anteil daran hat die selbstentwickelte Skateboard-Plattform, die eine geringe Einstiegshöhe von gut 43 Zentimetern und einen weitgehend ebenen Ladeboden ermöglicht, in den nur die Radhäuser hineinragen. Der Baukasten beinhaltet einen Stahlrohrrahmen ebenso wie Querblattfedern aus Verbundwerkstoff und eine Doppelquerlenker-Aufhängung. Auch die 40, 60 oder 80 Kilowattstunden (kWh) großen Batteriepakete sind bereits integriert, wobei die größte in 28 Minuten von 20 auf 80 Prozent Ladung aufgeladen werden kann.

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Canoo
Die Skateboard-Plattform ermöglicht einen ebenen Ladeboden, in den nur die Radhäuser hineinragen.

Das Startup bietet seinen Elektro-Lieferwagen zuerst in zwei Versionen an, die sich hauptsächlich durch ihre Dimensionen unterscheiden. Der Canoo MPDV1 ist 4,39 Meter lang, 1,95 Meter breit und 1,89 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,87 Meter, wodurch sich ein Gesamt-Ladvolumen von 6.514 Litern ergibt (850 davon in der Kabine neben dem Fahrer). Die Gewichte unterscheiden sich je nach verbauter Batterie. Dabei gilt: Je kleiner diese ist, umso größer die Zuladung, die bei der 40-Kilowattstunden-Variante 898 Kilogramm beträgt. Bei der 80-Kilowattstunden-Version schmilzt diese auch deshalb, weil das Fahrzeuggewicht bereits bei 1,9 Tonnen liegt.

Der größere Transporter hat die kleineren Reichweiten

Der Canoo MPDV2 misst 5,21 Meter (Länge), 2,19 Meter (Breite) und 2,56 Meter (Höhe) bei gleichem Radstand. Hier lassen sich 14.161 Liter beziehungsweise 14,2 Kubikmeter Fracht einladen; über 1.400 Liter finden im Fahrerhaus Platz. Blöderweise liegt die maximale Zuladung noch einmal 100 Kilogramm niedriger als beim MPDV1. Auch bei den WLTP-Reichweiten hat der MPDV2 Nachteile: Die 177 (40 kWh), 306 (60 kWh) und 402 Kilometer (80 kWh) kontert das kleinere Pendant mit 274, 402 und 483 Kilometern. Dafür gleicht sich der Antrieb: Der permanenterregte Synchronmotor leistet 203 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern.

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Wurde der Canoo MPDV mit dem Skalpell designt? Möglich ist es angesichts der extremen Kanten-Optik.

Eine dritte, noch größere Variante befindet sich derzeit in der Entwicklung. Weitere Modellableitungen, zum Beispiel mit Ladefläche, folgen später, genau wie ein firmeneigenes Service-Netz. Großkunden können darüber hinaus maßgeschneiderte Varianten des Canoo MPDV entwickeln lassen. So lässt sich statt eines DC-AC-Wandlers ein bidirektionales Onboard-Ladegerät integrieren, mit dem Werkzeuge betrieben werden können.

Autonomes Fahren dank Steer-by-Wire

Canoo verspricht für den MPDV eine vollständige Vernetzung, Software-Updates sind durch die Luft möglich. Hochautomatisiertes Fahren soll auf Level 2,5 machbar sein. Dabei hilft die Steer-by-Wire-Technologie: Der Lenkbefehl wird ausschließlich elektronisch vom Lenkrad an die Vorderräder übermittelt; es besteht keine mechanische Verbindung mehr zwischen den Komponenten.

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Der Arbeitsplatz des Fahrers präsentiert sich sehr minimalistisch.

Das Startup verspricht einen Einstiegspreis von 33.000 Dollar (aktuell umgerechnet knapp 27.000 Euro); für 100 Dollar kann ein Exemplar reserviert werden. Der MPDV, der ab 2022 in einer ersten Kleinserie verfügbar sein soll und dessen reguläre Serienfertigung 2023 startet, soll unschlagbare Unterhaltskosten bieten. Das soll später auch Kunden in Kanada, Mexiko und Europa überzeugen.

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Fazit

Die Optik ihrer Transporter dürfte den meisten Lieferdiensten oder sonstigen Flottenbetreibern ziemlich egal sein. Wobei: Mit seinem extremen Kanten-Design dürfte der MPDV überall herausstechen, wo er seinen Job erledigt. Klar ist aber auch: Canoo hat sich mit dem Lieferwagen-Markt wahrlich kein einfaches Betätigungsfeld ausgesucht. Noch ist die elektrisch angetriebene Konkurrenz überschaubar – aber sie dürfte sehr schnell wachsen.

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