Mit einem neuen Allradantrieb erweitert Ford das Einsatzspektrum des Ford E- Transit Custom. Der elektrische Transporter und die Pkw-Version Tourneo Custom erhalten als Aufpreis-Option eine zweite E-Maschine an der Vorderachse, die mit dem bisherigen Heckmotor zusammenarbeitet. Das System verteilt bis zu 630 Nm Drehmoment variabel auf alle vier Räder.
Im Unterschied zu einem klassischen mechanischen Allradsystem sind Vorder- und Hinterachse bei den Elektro-Kästen natürlich nicht miteinander verbunden. Beide Elektromotoren arbeiten unabhängig voneinander und können jeweils die volle Antriebsleistung bereitstellen. Die Antriebsregelung überwacht den Radschlupf bis zu 50 Mal pro Sekunde und passt das Drehmoment in Echtzeit an. Lenkbewegungen, Fahrzustand und verfügbare Traktion fließen in die Steuerung ein.
Verschiedene Fahr-Modi
Hinzu kommen spezifische Fahrmodi. Der Modus Glatt/Rutschig reduziert das Durchdrehen der Räder auf Eis, Matsch oder nasser Fahrbahn. Der Offroad-Modus lässt auf losem Untergrund bewusst mehr Schlupf zu, um Vortrieb und Spurtreue zu verbessern.
Die Doppelmotor-Konfiguration ist in drei Leistungsstufen erhältlich: 100 kW, 160 kW oder 210 kW. In der stärksten Variante stehen 285 PS und bis zu 630 Nm bereit, mehr als 50 Prozent über dem Heckantriebsmodell. Während in den zwei schwächeren Varianten der Allradantrieb als Option verfügbar ist, wird das Topmodell mit 285 PS ausschließlich als Allradversion angeboten. Je nach Ausführung sind Kastenwagen, Kombi, Doppelkabine und MultiCab verfügbar. Die maximale Nutzlast liegt bei bis zu 914 Kilogramm, gebremste Anhänger dürfen bis zu 2.300 Kilogramm wiegen.
Größere Batterie
Parallel zum Allradantrieb wächst die Batterie. Die nutzbare Kapazität steigt von 64 auf 70 kWh. Damit erhöht sich die maximale Reichweite auf bis zu 373 Kilometer, mit Allradantrieb sind es bis zu 342 Kilometer. Trotz größerem Energiespeicher soll das Laden schneller gehen als bisher. An einem 125-kW-Gleichstromlader lassen sich laut Ford in zehn Minuten 114 Kilometer Reichweite nachladen. Die Ladung von zehn auf 80 Prozent soll in weniger als 30 Minuten erreicht werden.
Die gleichen technischen Eckdaten gelten auch für den Ford E-Tourneo Custom. Die Pkw-Variante bietet bis zu neun Sitzplätze, eine elektrische Reichweite von bis zu 341 Kilometern und eine Anhängelast von bis zu 2.000 Kilogramm. Sie ist in verschiedenen Ausstattungslinien und mit 160 oder 210 kW Leistung erhältlich. Hier ist der Allradantrieb für die Version mit 160 kW (217 PS) als Option wählbar, die Topversion mit 210 kW hat den Allrad serienmäßig.
Interessant ist der Ansatz bei der Rekuperation. Durch die variable Verteilung des Antriebsmoments kann das System bei niedrigen Geschwindigkeiten und häufigem Stop-and-go bis zu 50 Prozent mehr Bremsenergie zurückgewinnen als die heckgetriebene Variante. Über das integrierte 5G-Modem sind Over-the-Air-Updates möglich. Sie können unter anderem die Ladeperformance weiter optimieren.
Marktstart und Preis
Mit dem optionalen Allradantrieb für die Elektro-Transporter ist Ford aktuell Vorreiter im Segment, andere Marken haben diese Technik bislang nicht im Angebot. Allerdings kann damit gerechnet werden, dass der Plattform-Bruder von VW in absehbarer Zeit ebenfalls den Allradantrieb für die Elektro-Varianten übernimmt. Richtig billig ist die Angelegenheit allerdings nicht. Der Aufpreis für den zweiten Motor beträgt 7.259 Euro brutto/6.100 Euro netto. Die überlegene Traktion muss man also wirklich brauchen. Oder den Spaß, mit 285 PS in einem Kastenwagen aufzuspielen. Bestellt werden können die neuen Allradversionen ab sofort.







