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Kommentar Renault Mégane E-Tech Electric Jochen Knecht Collage: auto-motor-und-sport.de
SPERRFRIST 06.09.21 09.05 Uhr Renault Megane E-Tech Electric Neuvorstellung 2021
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SPERRFRIST 06.09.21 09.05 Uhr Renault Megane E-Tech Electric Neuvorstellung 2021 24 Bilder

Kommentar: Renault bessert E-Mégane Ladeoption nach

Kleine Mégane-Batterie doch mit Schnelllade-Option Renault bessert beim Mégane nach

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Na bitte, geht doch: Nach Kritik der Medien und der Kunden bietet Renault den neuen E-Mégane mit kleiner Batterie doch mit optionaler Schnellladefunktion an.

Auf wenige Autos habe ich mich so gefreut, wie auf den Renault Mégane E-Tech Electric. Schon auf den ersten offiziellen Bildern überzeugt mich die Linienführung (endlich mal kein SUV) und das neue Design. Dann der erste Blick aufs echte Auto auf der IAA in München. Volltreffer. Auch das Cockpit macht richtig Lust auf das erste Auto aus der "Renaulution"-Strategie von Renault-Boss Luca de Meo.

Als dann im Oktober 2021 der Konfigurator zum Elektro-Mégane ins Netz ging, die erste große Enttäuschung. Und das hatte sehr wenig mit dem nicht schlecht gemachten Konfigurationsprozess zu tun. Dafür aber sehr viel damit, dass viele klassische Autobauer nach wie vor versuchen, ihr klassisches Geschäftsmodell 1:1 zu elektrifizieren. Der Renault Mégane E-Tech Electric stand da nämlich mit der kleinen 40-kWh-Batterie ohne Schnellladefunktion (DC) und lediglich mit einem einphasigen AC-Lader (7 kW) in den Büchern. Dabei spielte es keine Rolle, welche Ausstattungslinie der Kunde wählte (Equilibre, Techno, Iconic). Den dreiphasigen AC-Lader (11 kW) konnte man immerhin dazubestellen, die Schnellladefunktion aber gab’s für den 40-kWh-Mégane sicherheitshalber nicht einmal gegen Aufpreis. Dafür brauchte es dann schon die 60 kWh große Batterie.

SPERRFRIST 06.09.21 09.05 Uhr Renault Megane E-Tech Electric Neuvorstellung 2021
Patrick Lang
Das volldigitale Mégane-Cockpit macht Lust auf das Auto. Zudem alles Over-the-Air-Updatefähig.

Die Erklärungen kamen im besten Marketing-Sprech und besagten, dass ein Kunde, der sich den Mégane mit kleinem Akku ordert, eher keine Langstrecken fahren will, wahrscheinlich über Nacht zu Hause lädt und damit auch kein Problem mit der Einphasigkeit hätte. Auf Nachfrage von auto-motor-und-sport.de hieß es dort: "Die 40 kWh Batterie ist für den städtischen Gebrauch und die dort verbauten öffentlichen Ladestationen ausgelegt und mit bis zu 22kW auch in der Wechselstromladung schnell wieder geladen. ... Nichtsdestotrotz arbeiten wir gemeinsam mit den KollegInnen in Frankreich an einer Lösung auch eine Lademöglichkeit für Gleichstrom für die 40 kWh Batterie zu verbauen."

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Inzwischen ist klar: Das war kein leeres Versprechen. In der jüngsten Info-Mail der Franzosen heißt es: "Nach nochmaliger interner Prüfung hat Renault entschieden, für den neuen Renault Mégane E-Tech auch für die kleine 40-kWh-Batterie eine optional wählbare Schnellladefunktion anzubieten. Diese Option wird aktuell im Konfigurator ergänzt!" Das aktualisierte Lade-Setup für den Mégane mit kleiner Batterie sieht jetzt so aus: 40kWh Batterie 130 PS (7-kW-AC-Lader Serie, 22-kW-AC-Lader optional). 40 kWh Batterie 220 PS (7-kW-AC-Lader Serie, 22-kW-AC-Lader optional, 130-kW-DC-Lader optional). Heißt: Wer die kleinstmögliche Konfiguration wählt (40 kWh und 130 PS) kann nach wie vor nicht Schnellladen. Aber: Die Kombination aus kleiner Batterie und stärkerem E-Motor (220 PS) funktioniert jetzt.

Was bleibt ist die Unsitte des Weglassen von relevanten E-Auto-Fähigkeiten. Bei praktisch allen Autoherstellern, die aktuell ihr Portfolio umstellen. Weil es damit gerade Elektro-Einsteigern erschwert wird, lange Strecken zu fahren. Gerade diese Zielgruppe sollte mit Schnelllade-Möglichkeit und simpelster Plug-and-Charge-Bezahlfunktion schnell die Bestätigung bekommen, sich richtig entschieden und sich keinen Kompromiss nach Hause geholt zu haben. Das würden die Transformation gestalten. Und ziemlich sicher beschleunigen. Wer so etwas im Sinn hat, baut Autos wie Elon Musk. Und verdient weniger an der Hard- aber dafür mehr an der Software.

Der Rest treibt seine Kunden kalkuliert in den Wahnsinn und schickt sie mit Autos vom Hof, die wenig mehr sind als ein schlechter Kompromiss. Und dabei will ich noch gar nicht daran denken, was mit einem amputierten Elektroauto im Fall eines Wiederverkaufs passiert. Ein 40-kWh-Auto ohne Schnellladefunktion und Einphasen-AC-Lader? Als Gebrauchter fast unverkäuflich. Wetten?

Die gute Nachricht: Renault zeigt, dass es nie zu spät ist, Entscheidungen zu überdenken. Die Schnelllade-Option für den 220-PS-Mégane mit kleiner Batterie ist das richtige Signal. Vielleicht können sich die Franzosen auch noch dazu durchringen, auch für den Basis-E-Motor die DC-Option freizuschalten.

Käme für Sie ein Elektroauto ohne Schnellladefunktion in Frage? Schreiben Sie mir. Sie erreichen mich unter jknecht@motorpresse.de

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