Mercedes EQS 580 4Matic, Exterieur Arturo Rivas
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Mercedes EQE/EQS: Schwacher Absatz, 30.000 Euro billiger

Preissenkung Mercedes EQE/EQS in China Schwacher Absatz, über 30.000 Euro billiger

Die großen Mercedes-Elektro-Limousinen EQS und EQE kommen in China überhaupt nicht gut an. Die Schwaben steuern nun gegen und senken die Preise drastisch.

Produkte aus dem Hause Mercedes-Benz sind selten Sonderangebote. Das trifft erst recht auf die neuen Elektro-Limousinen EQS und EQE zu. In Deutschland kosten sie aktuell mindestens 109.551 (Basismodell EQS 450+) oder 66.402 Euro (EQE 300). In China waren die beiden E-Autos bislang sogar noch teurer. Als der EQS – siehe Fotoshow und Video – im Dezember 2021 in China auf den Markt kam, lag sein Basispreis bei 1,08 Millionen Yuan (fast 146.600 Euro). Der Ende August 2022 eingeführte EQE kostete mit 528.000 Yuan fast genau die Hälfte (in Euro: knapp 71.700) des großen Bruders.

Es dürfte auch an der bisherigen Preisgestaltung liegen, dass die Mercedes-EQ-Flotte auf dem wichtigsten Automarkt der Welt nicht die gewünschte Flughöhe erreicht. Chinesischen Medienberichten zufolge konnten die Schwaben im bisherigen Jahresverlauf dort gerade einmal knapp 12.000 Exemplare E-Autos absetzen (Stand Ende Oktober). Pro Monat verkauft Mercedes in China nur rund 100 EQS-Exemplare; beim EQE waren es im Oktober immerhin 678 Einheiten.

EQS fast 32.000 Euro billiger

Weil die beiden Elektro-Flaggschiffe im asiatischen Riesenreich klar den Absatzerwartungen hinterherhinken, steuert Mercedes gegen und senkt die Preise – und zwar drastisch. Der EQS 450+ ist zum Stichtag 16. November 2022 ab 845.000 Yuan (fast 115.000 Euro) erhältlich – etwa 235.000 Yuan oder 32.000 Euro weniger als bisher. Der Basistarif des EQE schrumpft auf 478.000 Yuan (knapp 65.000 Euro); das sind 50.000 Yuan oder rund 6.800 Euro weniger als zuvor. Zudem sollen nicht nur künftige Kundinnen und Kunden von den Preissenkungen profitieren, sondern auch jene, die ihr Auto vor dem 16. November bestellt haben. Sie sollen die jeweiligen Differenzbeträge über die Händler erstattet bekommen.

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Dass schwache Absatzzahlen Grund für die Preisrutsche sind, bestätigt Mercedes offiziell nicht. Das Unternehmen beobachte die "dynamischen Entwicklungen am Markt kontinuierlich", darunter auch die Konkurrenten im Luxus-Segment. Darauf aufbauend habe das Unternehmen einige vollelektrische Modelle "am Markt neu positioniert", sagte ein Sprecher der dpa. Trotzdem würden die Gewinnmargen beider Modelle auf einem gesunden Niveau bleiben.

Die Konkurrenz wächst und wird besser

Die neuen Preise dürfte unter anderem eine Reaktion auf die Markteinführung des Nio ET7 sein. Die Elektro-Limousine aus China, die über Wechselakkus verfügt, erhält in der Fachpresse – auch von der europäischen – viel Lob, ist aber deutlich billiger als die schwäbische Konkurrenz. Der Nio ET7 kostet mindestens 458.000 Yuan (gut 62.000 Euro), bietet aber bessere technische Daten und eine umfangreichere Ausstattung als der Mercedes EQE, wenn dieser in Basisausstattung konfiguriert ist.

Gerd Stegmaier Produktion China Deutschland Collage
Politik & Wirtschaft

Nachdem sich die Berichte über die ausbaufähigen Absatzzahlen und die Preissenkungen der Mercedes-Modelle EQS und EQE verbreitet haben, gab die Aktie des Autoherstellers am Mittwoch (16. November 2022) um 5,6 Prozent nach.

Auch Tesla hat die Preise gesenkt

Mercedes ist übrigens nicht der einzige Elektroauto-Hersteller, dessen Preise in China unter Druck geraten sind. Im Oktober wurde bekannt, dass Tesla die Tarife des Model 3 und Y deutlich senkt – allerdings in einem im Verhältnis längst nicht so großen Umfang wie Mercedes. Auch die Autos des US-Herstellers sehen sich in China mit einer zahlenmäßig immer größeren und zudem qualitativ mit deutlichen Fortschritten aufwartenden einheimischen Konkurrenz konfrontiert.

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Mercedes scheint über die Absatzentwicklung seiner großen Elektro-Modelle EQS und EQE in China ziemlich enttäuscht zu sein. Anders sind die teils drastischen Preissenkungen bei beiden Baureihen kaum zu erklären. Dennoch bleibt fraglich, ob die Maßnahme den gewünschten Effekt nach sich zieht. Dem Vernehmen nach sind die wohlhabenden chinesischen Kundinnen und Kunden, die am liebsten im Fond eines Autos reisen, mit der Kopffreiheit in den aerodynamisch optimierten Mercedes-Limousinen unzufrieden. Zudem hält wohl die dortige Kundschaft die Elektro-Antriebstechnik und die digitalen Infotainment-Möglichkeiten der Modelle für nicht gut genug, um die nach wie vor hohen Preise zu rechtfertigen.

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