Porsche-Chef: „Der 911 wird nie ganz elektrisch werden“

Porsche-Chef Leiters zur 911-Zukunft
„Der Porsche 911 wird nie ganz elektrisch werden“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.06.2026
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Dr. Michael Leiters neuer Porsche Chef CEO Vorstandsvorsitzender
Foto: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Der Porsche 911 wird nach Angaben von Porsche-Chef Michael Leiters niemals als vollelektrisches Modell auf den Markt kommen. Der Vorstandsvorsitzende bekannte sich während der "Best-Cars"-Veranstaltung von auto motor und sport klar zur traditionellen Antriebstechnik der Markenikone. Statt einer batterieelektrischen Variante sollen Verbrenner- und Hybridantriebe die Zukunft des Sportwagenklassikers sichern.

"Ein 911 ist ein so ikonisches Produkt, dass der Fortschritt dort mit Verbrenner- und Hybrid-Technologie gewährleistet werden muss", sagte Leiters.

Damit beendet der neue Porsche-Chef zumindest vorerst Spekulationen über einen rein elektrischen Nachfolger des Elfers. Während zahlreiche Hersteller ihre traditionsreichsten Modelle elektrifizieren, zieht Porsche beim 911 eine klare Grenze.

Technologieoffen statt Elektro-Zwang

Leiters betonte zugleich, dass Porsche keineswegs von der Elektromobilität abrücke. Das Unternehmen wolle weiterhin dort in batterieelektrische Fahrzeuge investieren, wo Kunden dies wünschen und die Technologie sinnvoll sei. Mit dem Taycan habe Porsche bereits früh bewiesen, dass Elektromobilität und Sportwagen-DNA vereinbar sein können. Der 2019 eingeführte Stromer gilt bis heute als eines der leistungsfähigsten Elektrofahrzeuge am Markt. Inzwischen ergänzen der Macan Electric und der neue Cayenne Electric das batterieelektrische Portfolio der Marke.

"Wir waren mit dem Taycan ein Pionier der Elektromobilität", erklärte Leiters. Rückblickend sei möglicherweise lediglich die Geschwindigkeit des Markthochlaufs überschätzt worden.

Strategiewechsel nach schwächerer EV-Nachfrage

Die Aussagen passen zum aktuellen Strategiewechsel in Zuffenhausen. Nachdem Porsche in den vergangenen Jahren stark auf Elektromobilität gesetzt hatte, fällt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in vielen Märkten schwächer aus als ursprünglich prognostiziert.

Bereits unter Ex-Konzernchef Oliver Blume wurde die Elektrostrategie deshalb angepasst. Statt eines schnellen Umstiegs auf reine Elektroantriebe investiert Porsche inzwischen wieder verstärkt in Verbrenner- und Hybridtechnologien. Dafür nimmt das Unternehmen zusätzliche Milliardeninvestitionen in Kauf. Auch bei anderen Projekten zeichnet sich eine größere Vorsicht ab. Zuletzt waren Berichte aufgekommen, wonach Porsche verschiedene Elektro-Vorhaben auf Wirtschaftlichkeit überprüft. Gleichzeitig arbeitet die Marke intensiv an neuen Hybridantrieben, die sowohl Verbrauchs- als auch Emissionsvorgaben erfüllen sollen.

Warum gerade der 911 tabu bleibt

Aus technischer Sicht wäre ein Elektro-911 durchaus realisierbar. Porsche verfügt mit dem Taycan über umfangreiche Erfahrung bei Hochleistungs-Elektrofahrzeugen. Dennoch sprechen mehrere Gründe gegen einen solchen Schritt. Der 911 lebt seit mehr als sechs Jahrzehnten von seinem charakteristischen Konzept: Heckmotor, Sechszylinder-Boxer und ein unverwechselbares Fahrgefühl. Für viele Kunden gehört der Klang des Motors ebenso zur Identität des Fahrzeugs wie seine Silhouette.

Hinzu kommt die wirtschaftliche Bedeutung des Modells. Der 911 ist zwar längst nicht mehr das volumenstärkste Fahrzeug der Marke, bleibt aber ihr wichtigster Imageträger. Jede grundlegende Veränderung birgt das Risiko, die treue Kundschaft zu verprellen. Porsche verfolgt deshalb einen anderen Weg als einige Wettbewerber. Statt den Verbrenner vollständig zu ersetzen, soll die Elektrifizierung den klassischen Antrieb ergänzen. Die jüngsten T-Hybrid-Modelle zeigen bereits die Richtung: höhere Effizienz und mehr Leistung, ohne die Grundcharakteristik des Fahrzeugs aufzugeben.

Fazit