Die neue Lowliner-Variante des eActros richtet sich an Logistikunternehmen, die volumenintensive Güter im Fernverkehr transportieren. Als Lowliner bezeichnet man Sattelzugmaschinen mit besonders niedriger Aufsattelhöhe, die den Einsatz von Aufliegern mit vergrößertem Innenraum ermöglichen. Dies soll vor allem für stark verpackte Waren relevant sein.
Technik vom eActros 600
Die Lowliner-Ausführung basiert auf dem eActros 600, der seit Ende 2024 in Serie produziert wird. Bereits 2025 hat Mercedes-Benz Trucks die eActros-Palette deutlich erweitert, nach Unternehmensangaben stehen Kunden mittlerweile rund 40 Varianten zur Verfügung, darunter auch der eActros 400 mit nur zwei statt drei Batteriepaketen.
Die neue Lowliner-Version wird als 4x2-Sattelzugmaschine mit 4.000 Millimeter Radstand angeboten. Kupplungshöhe und Bodenfreiheit sollen sich an vergleichbaren Diesel-Lkw orientieren, sodass Mega-Trailer die rechtlich zulässige Gesamthöhe einhalten können. Dies soll eine nahtlose Integration der elektrischen Fahrzeuge in bestehende Flotten ermöglichen.
Antrieb und Leistung
Der eActros Lowliner übernimmt die elektrische Antriebsachse mit zwei E-Motoren und Vier-Gang-Getriebe vom eActros 600. Die Elektromotoren liefern eine Dauerleistung von 400 kW sowie eine Spitzenleistung von 600 kW. Der Lowliner verfügt über fünf verschiedene Rekuperationsstufen zur Energierückgewinnung. Im digitalen Cockpit lässt sich auch das sogenannte One-Pedal-Driving aktivieren; die Verzögerung per Rekuperation entlastet die mechanische Bremse. Die Antriebsstrangregelung Predictive Powertrain Control berücksichtigt automatisch Topografie, Straßenverlauf und Verkehrszeichen. Neu ist die Integration von Routeninformationen des Navigationssystems für eine verbesserte Erkennung vorausliegender Streckenereignisse.
Batterien und Reichweite
Der eActros Lowliner wird wahlweise mit zwei oder drei Lithium-Eisenphosphat-Batteriepaketen (LFP) à 207 kWh angeboten. Beim eActros 400 Lowliner ergibt sich dadurch eine installierte Batteriekapazität von 414 kWh, beim eActros 600 Lowliner sind es 621 kWh. Die LFP-Technologie soll eine Nutzbarkeit von über 95 Prozent der Batteriekapazität sowie eine lange Lebensdauer bieten.

Die Technik entspricht den regulären eActros-Modellen, nur "tiefergelegt".
Die Reichweite des eActros 600 Lowliner liegt auf dem Niveau des regulären eActros 600, der mit drei Batteriepaketen und 40 Tonnen Gesamtzuggewicht 500 Kilometer ohne Zwischenladen schafft. Der eActros 400 Lowliner mit zwei Batteriepaketen weist aufgrund des geringeren Fahrzeuggewichts mehr Zuladung auf. Die maximale Zuladung beträgt bei ihm bis zu 24 Tonnen, während der eActros 600 Lowliner bis zu 21 Tonnen ermöglicht.
Ladetechnik und Ausstattung
Geladen wird der eActros Lowliner mit bis zu 400 kW über die serienmäßige CCS2-Ladebuchse auf der linken Fahrzeugseite. Zwei Batteriepakete benötigten laut Mercedes am geeigneten Schnellladern rund 46 Minuten für eine Ladung von 10 auf 80 Prozent, bei drei Batteriepaketen beträgt die Ladezeit rund 70 Minuten. Später sollen beide Lowliner-Varianten auch das Megawattladen (MCS) ermöglichen. Dafür kann optional eine zusätzliche MCS-Ladebuchse bestellt werden. Der Truck arbeitet mit 800-Volt-Technik.
Marktstart und Preis
Bestellbar sind die Lowliner ab dem dritten Quartal 2026. Die Produktion im Werk Wörth am Rhein ist für das zweite Quartal 2027 geplant. Weitere Details will Mercedes auf der IAA Transportation im September 2026 vorstellen. Zu den Preisen hat sich Mercedes-Benz Trucks noch nicht geäußert.







