11/2020, Rivian R1S Elektro-SUV Rivian Motors
Rivian R1S
Rivian R1S EV SUV
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SUV

Rivian R1S: Elektro-SUV mit 509 km Reichweite

Wirbel um Elektro-SUV Rivian R1S Rivian verärgert erneut seine Kundschaft

Kürzlich hat Rivian die Produktion des Elektro-Pick-ups R1T gestartet. Dessen SUV-Pendant R1S befindet sich dagegen weiter in der Warteschleife. Trotzdem sind die Preise bereits gestiegen, was einigen Wirbel verursacht hat.

Seinem rein elektrisch angetriebenen Pickup R1T (siehe Video), der im September 2021 in die Serienproduktion startete, will Rivian ein SUV-Pendant zur Seite stellen. Der Elektro-SUV soll in einem ehemaligen Mitsubishi-Werk in der Stadt Normal, US-Bundesstaat Illinois, auf derselben Produktionslinie hergestellt wie der Pick-up. Der R1S nutzt für Chassis und Karosserie dieselben Materialien (Aluminium, hochfesten Stahl, Karbon) und die gleiche Elektroantriebs-Plattform wie der Pritschenwagen. Sprich: Im "Skateboard" werden die Batterien und alle Antriebskomponenten gebündelt.

Damit verfügt auch er über eine von 105 über 135 bis 180 kWh skalierbare Batterie, die Reichweiten zwischen 402 und 640 Kilometern möglich machen soll. Die kleine Batterie soll jedoch erst 2024 verfügbar sein. Die mittlere Stufe erhielt bereits im Herbst 2021 den offiziellen Segen der US-Umweltbehörde EPA: Demnach erreicht der SUV damit 509 Kilometer mit einer Akkuladung. Geladen wird mit bis zu 160 kW Leistung, Strom für 320 Kilometer soll sich damit in 30 Minuten zapfen lassen. Perspektivisch soll laut IPO-Antrag aber bis zu 300 Kilowatt Ladeleistung mit Gleichstrom machbar sein.

Systemleistung von bis zu 710 PS

Den Antrieb übernehmen vier Elektromotoren, an jedem Rad einer. Deren Leistung liegt bei jeweils 147 kW (200 PS), die Systemleistung variiert je nach Konfiguration zwischen 300 (408 PS) und 522 kW (710 PS). Damit soll der SUV in etwa drei Sekunden von Null auf 60 mph (96,6 km/h) spurten. Ebenfalls 2024 soll es ein neues Basismodell geben, das zwei Elektromotoren zu einem Allradantrieb kombiniert. Details dazu verrät Rivian bislang jedoch nicht.

Rivian Plattform
Rivian
Wie der R1T baut auch der R1S auf Rvians Skateboard-Plattform auf.

Die Bodenfreiheit lässt sich per Luftfederfahrwerk variieren; maximal beträgt sie knapp 37 Zentimeter. Die Böschungs- (vorne 34,3 und hinten 33,7) und Rampenwinkel (28,9 Grad) sind sogar besser als beim R1T; bei der Wattiefe (knapp ein Meter) herrscht Gleichstand. Im Vergleich zum Pick-up ist der SUV etwas kürzer (5,13 Meter) und weist einen geringeren Radstand (3,07 Meter) auf. Bei der Breite (2,01 Meter mit angeklappten Außenspiegeln) und Höhe (1,83 Meter) sind sich die beiden Rivian-Modelle jedoch einig.

Als Siebensitzer konzipiert

Im Innenraum bietet der Rivian R1S drei Sitzreihen mit einer 2+3+2-Konfiguration. Die mittlere Bank lässt sich im Verhältnis 60:40 umlegen, die dritte Sitzreihe setzt auf zwei Einzelsitze. Als mögliche Zuladung werden 800 Kilogramm genannt, an die Hängerkupplung darf der SUV fast 3,5 Tonnen nehmen. Der Kofferraum unter der Fronthaube schluckt 312 Liter, der Laderaum hinter Reihe drei 142 Liter. Im Stand lässt sich die Bodenfreiheit auf 20,6 Zentimeter absenken, um besser einsteigen und Gepäck einladen zu können. Ein großflächiges Panorama-Sonnendach bietet Rivian perspektivisch ebenfalls an.

Rivian R1S EV SUV
Rivian
Sieben Sitze auf drei Reihen.

Das Cockpit des R1S setzt auf mehrere Touchscreens sowie eine komplette Vernetzung, die auch Over-the-Air-Updates ermöglicht. Entsprechend dient der E-SUV bei Bedarf als WLAN-Hotspot, bietet eine Ladeschale für Smartphones, bis zu sechs USB-Anschlüsse und eine Sprachbedienung über Alexa. Wie schon der Pick-up soll auch der SUV optional eine Camping-Küche erhalten, die hier im Heck untergebracht wird.

Autonome Driver+-Funktionen

In puncto Assistenzsysteme ist Rivian von Beginn an vorne dabei. Nutzt der Fahrer alle Driver+-Funktionen, kann der R1S automatisch die Spur halten und wechseln sowie die Geschwindigkeit anpassen. Assistenten für Notbremsungen und zur Überwachung der toten Winkel sind aufpreisfrei an Bord. Eine ganze Armada an Kameras sowie Radar- und Ultraschallsensoren sichert den Elektro-SUV in alle Richtungen ab. Mittelfristig soll der RS1 zu hochautomatisiertem Fahren auf Level 3 fähig sein. Dazu muss die Plattform allerdings weiterentwickelt werden.

11/2020, Rivian R1S Elektro-SUV
Rivian Motors / Tony Harmer
Der Pick-up-Bruder R1T wird bereits produziert - doch wann ist es endlich beim R1S soweit?

Zur Markteinführung des Rivian R1S war eine Launch Edition mit derselben Ausstattung wie beim Pick-up-Bruder geplant. Es handelt sich um ein Offroad-Paket mit optimiertem Unterfahrschutz, zwei Abschlepphaken im vorderen Stoßfänger und Druckluft-Kompressor. Hinzu kommen im Interieur ein 360-Grad-Surround-Soundsystem, Akzente aus Eschenholz sowie beheizte und belüftete Sitze, deren Bezüge aus veganem Leder bestehen. Zudem können die Kunden zwischen 20-Zoll-Rädern mit Gelände-Pneus und 22-Zöllern mit Sportreifen wählen. Den Preis hat Rivian auf 77.500 Dollar (etwa 69.400 Euro) beziffert.

Plötzlicher Preissprung um 21 Prozent

Die regulären Modellversionen wurden dagegen teurer, bevor Rivian sie überhaupt angefangen hat zu produzieren. Der Hersteller wendete dabei denselben Trick an wie beim R1T: Der R1S trug ursprünglich ein Preisschild von 70.000 Dollar (fast 62.700 Euro). Inzwischen steht das Grundmodell Explore mit 72.500 Dollar (knapp 65.000 Euro) im Konfigurator. Allerdings in der Basisversion mit nur zwei Motoren und kleiner Batterie; beides ist erst ab 2024 verfügbar. Wer vorher einen Rivian R1S haben möchte, zahlt jeweils 6.000 Dollar extra für den viermotorigen Antriebsstrang sowie die große Batterie. Kundinnen und Kunden landen damit bei mindestens 84.500 Dollar (rund 75.700 Euro) – und damit fast 21 Prozent über dem zuvor in Aussicht gestellten Preis. Die besser ausgestattete Adventure-Version kostet nun mindestens 90.000 Dollar.

03/2022, CEO RJ Scaringe Rivian R1T Elektro-Pickup
E-Auto

Der Ärger bei der Klientel war auch deshalb groß, weil von der plötzlichen Preiserhöhung sogar Vorbesteller betroffen waren, die bereits 1.000 Dollar für ihre Autos angezahlt hatten. Es folgte ein Shitsorm innerhalb der Rivian-Community; viele Kunden stornierten sogar ihre Bestellung und schossen die Anzahlung in den Wind. Diese Aufregung führte zum Umdenken bei Rivian: Wer sein Auto vor dem 1. März 2022 geordert hatte, zahlt noch die günstigeren Tarife; die Erhöhung wird erst danach wirksam. Auch jene Kunden, die ihre Order zurückgezogen haben, sollen auf diese Weise zum Umdenken bewegt werden. Zudem entschuldigte sich Firmengründer und -chef RJ Scaringe per offenem Brief bei der Kundschaft. Darin bezeichnete er die Entscheidung, auch Vorbestellern die Preiserhöhung aufzuerlegen, als "schmerzhaftesten" seit der Gründung des Unternehmens.

Liefertermin verschiebt sich erneut

Doch der Preis-Wirrwarr ist nicht die einzige Ursache für steigenden Kundenzorn, denn der R1S befindet sich weiter in der Warteschleife. Dem Antrag auf Börsenzulassung ("Initial Product Offering", kurz IPO) zufolge, den das E-Auto-Start-up Anfang Oktober letzten Jahres veröffentlicht hatte, sollte die R1S-Produktion bereits im Dezember 2021 starten. Dann wurde der Elektro-SUV auf Juni 2022 verschoben, doch auch daraus wird wohl nichts: Wie aus in Kundenforen veröffentlichten E-Mails hervorgeht, die der Elektroauto-Hersteller derzeit verschickt, sollen die ersten Käuferinnen und Käufer erst im Zeitfenster August/September 2022 bedient werden. Andere erhielten die Information, dass sich ihr Liefertermin auf Oktober bis Dezember verschiebt. Weitere Kundinnen und Kunden haben bisher noch keine E-Mail bekommen und hoffen daher, dass sich Rivian hier an seine ursprünglichen Zusagen hält.

Rivian R1S
Jochen Knecht
Der Rivian R1S debütierte bereits auf der L.A. Auto Show 2018.

Nach welcher Logik Rivian die Bestellungen neu geordnet hat, ist nicht ganz klar. Einerseits scheinen territoriale Aspekte eine Rolle zu spielen: "Wir bevorzugen weiterhin Lieferungen an Standorte, an denen eine Service-Infrastruktur vorhanden ist, damit wir den Rivian-Besitzern vom ersten Tag an das volle Nutzungserlebnis bieten können", heißt es in einer der E-Mails, aus der US-Medien zitieren. In seinen Kundenmitteilungen nennt Rivian zudem anhaltende Lieferschwierigkeiten als Grund für die Verzögerung. Da aktuell keine Rede mehr ist vom eigentlich geplanten Einführungs-Sondermodell Launch Edition, liegt es nahe, dass das Start-up Schwierigkeiten hat, die nötigen Teile für die darin enthaltenen technisch ausgefeilten Sonderausstattungen heranzuschaffen – Stichwort Halbleitermangel.

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Der R1T. Ein cooler und moderner Pickup im typischen US-Style.

Fazit

Direkt nach dem Pick-up R1T wollte Rivian den SUV R1S nachschieben. Doch daraus wird nichts; das Modell lässt weiter auf sich warten. Technisch gleichen sich die beiden Modelle, optisch machen sie erstaunlich viel her, und auch die Reichweite kann in beiden Fällen überzeugen. Gut möglich, dass sich der Elektro-Offroader aus dem Stand zur ernsthaften Tesla Model X-Alternative entwickelt. Wenn er denn bezahlbar bleibt und das Marken-Image durch die Turbulenzen um die Preiserhöhung und Lieferverzögerungen nicht dauerhaft Schaden genommen hat.

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