Rivian R1T hoher Preis Kia of Coatesville
Rivian R1T hoher Preis
Rivian R1T hoher Preis
09/2021, Rivian R1T Erstes Serienauto rollt vom Band
09/2021, Rivian R1T Erstes Serienauto rollt vom Band 20 Bilder
Kostenlos registrieren und weiterlesen!

Ich habe bereits ein Benutzerkonto

Warum kann ich nicht weiterlesen?

Das Lesen bleibt weiterhin kostenfrei! Sie haben lediglich das Limit verfügbarer Artikel ohne Registrierung für die nächsten 30 Tage erreicht.

Wir verwenden Ihre E-Mail Adresse, um Ihnen Angebote zu ähnlichen Produkten oder Dienstleistungen aus unserem Haus anzubieten. Sie können diesen Dienst jederzeit mit dem in der E-Mail befindlichen Abmeldelink beenden oder der Nutzung Ihrer Daten zu Werbezwecken widersprechen unter motorpresse@datenschutz.de.

Mit Ihrer Registrierung erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden und nehmen die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Rivian R1T bei Händlern deutlich teurer

Rivian R1T Elektro-Pick-up Inzwischen deutlich über Listenpreis

Elektro-Pick-ups sind in den USA anscheinend extrem beliebt – auch den Rivian R1T bieten Händler extrem teuer an.

Als Rivian im März 2022 die Listenpreise für seine Modelle um fast 18 Prozent anhob, ging ein Aufschrei durch die Fans, die schon sehnsüchtig auf den frisch auftretenden Pick-up R1T gewartet hatten. Rivian ruderte schnell zurück und entschuldigte sich zum einen bei seinen Fans und zog zum anderen die Preiserhöhung für die Vorbesteller zurück. Für alle anderen blieb die Preiserhöhung aber gültig – beim gut ausgestatteten Adventure-Modell ging es von 73.000 auf 85.000 Dollar (aktuell umgerechnet von 71.283 auf 83.000 Euro) hoch.

Inzwischen würden sich die Interessenten wünschen, dass sie einen R1T für "nur" 85.000 Dollar bekommen könnten: Händler verlangen aktuell 128.000 Dollar (124.990 Euro) für das vergriffene Modell – das sind 50 Prozent mehr als der Listenpreis. Während allerdings beim GMC Hummer EV die Preise bisher nur in schwindelerregende Höhen steigen, scheint beim Rivian R1T ein Umkehrpunkt erreicht zu sein: Kia-Händler Jim Sipala aus im zirka 50 Kilometer westlich von Philadelphia gelegenen Coatesville (US-Bundesstaat Pennsylvania) macht beispielsweise Werbung damit, dass er den Preis für den Elektro-Pick-up am 21. Juni 2022 um 12.000 Dollar (11.718 Euro) gesenkt hat. Ursprünglich hat der Händler also 140.000 Dollar (136.707 Euro) für den R1T aufgerufen.

Serienproduktion gestemmt

Etwa ein Jahr später als ursprünglich geplant rollte im September 2021 der erste Rivian R1T aus der Serienproduktion vom Band. "Die gemeinsamen Anstrengungen unseres Teams haben diesen Moment möglich gemacht", schrieb Gründer und Firmenchef RJ Scaringe seinerzeit beim Kurznachrichtendienst Twitter. Die im Zuge dessen veröffentlichten Bilder legen nahe, dass das Erstlingswerk direkt in seinen Besitz übergegangen ist. Mit gepacktem Koffer und im Kreise seiner Familie scheint der Firmenchef auf die kurz bevorstehende Übergabe des blauen R1T zu warten. Damit ist der Rivian R1T der erste Pick-up aus US-Serienproduktion mit reinem Elektroantrieb.

11/2020, Rivian R1S Elektro-SUV
E-Auto

Auch von argen finanziellen Problemen, wie sie einige Konkurrenten kennengelernt haben, scheint Rivian verschont geblieben zu sein. Immer wieder sammelte das Unternehmen in Finanzierungsrunden genug Geld ein, um seine Projekte vorantreiben zu können. Jüngst wurden auf einen Schlag 2,5 Milliarden US-Dollar (gut 2,1 Milliarden Euro) in Rivian investiert. Mit dabei: US-Starinvestor George Soros. Bereits im Februar 2019 hatte sich Amazon mit 700 Millionen US-Dollar an Rivian beteiligt. Der Online-Händler hat das Investment mit einer Bestellung von Elektro-Lieferwagen verknüpft, die ursprünglichen Plänen zufolge ab Jahresende 2021 ausgeliefert werden sollten. Aber auch diese Pläne verzögern sich: Von den Transportern ist bisher nichts zu sehen; die Fertigungslinien sind vorerst für den Pick-up und den weitgehend baugleichen SUV R1S (kommt im Juni 2022) reserviert.

Rivian R1T im typischen US-Pick-up-Format

Der aus Aluminium, hochfesten Stählen und Karbon gefertigte Rivian R1T tritt mit seiner Doppelkabine und vier Türen im typischen US-Pickup-Truck-Format an. Er ist 5,54 Meter lang, mit eingeklappten Außenspiegeln 2,01 Meter breit sowie 1,83 Meter hoch und bietet einen Radstand von 3,43 Meter. Knappe Überhänge vorne und hinten sowie eine von 20 bis knapp 37 Zentimeter variable Bodenfreiheit dank verstellbarer Luftfederung sollen für ausreichend Geländetauglichkeit sorgen. Den vorderen Böschungswinkel gibt Rivian mit 34, den hinteren mit 29,3 Grad an. Der Rampenwinkel beträgt 25,7 Grad, die Wattiefe soll knapp einen Meter betragen. Dank des tiefen Gesamtschwerpunkts liegt die Steigfähigkeit bei beachtlichen 45 Grad.

Rivian R1T Extended Cab
Rivian
Prototyp mit verkürzten hinteren Türen.

Der R1T scheint aber auch mit einer etwas kleinerer Extended Cab zu kommen. Das zumindest verheißen von Rivian veröffentlichte Bilder von Erprobungsmodellen. Darauf ist klar eine Version mit verkürzten hinteren Türen zu erkennen, die weiterhin vorne angeschlagen sind. Ob mit den kürzeren Türen auch der Radstand des Trucks verkürzt wird, bleibt unklar. Auch wie sich die Sitzplatzverhältnisse in der Kabine ändern, bleibt im Dunkeln.

Bis zu 644 Kilometer Reichweite

Rivian nutzt eine Skateboard-Architektur, um – neben den Antriebskomponenten – das komplette Batteriepaket unterzubringen. Das ist je nach Konfiguration 105, 135 oder 180 Kilowattstunden groß. Die Reichweiten sind wie folgt gestaffelt: Die ersten angebotenen R1T-Exemplare mit der mittleren Akkugröße sollen Werksangaben zufolge 483 Kilometer schaffen. Die US-Umweltbehörde EPA bescheinigt dem Pick-up nach ihrer offiziellen Messung sogar einen Aktionsradius von 505 Kilometern. Die Versionen mit 402 und 644 Kilometern Reichweite folgen später; Erstere ist für 2024 angekündigt. Batterie- und sonstige Upgrades sollen over-the-air möglich sein. Neue Energie sollen die Batterien per Schnellladung mit bis zu 160 Kilowatt bunkern können. In 50 Minuten sind 80 Prozent der Kapazität geladen, in 30 Minuten soll genug Strom für rund 320 Kilometer fließen.

Den Antrieb übernehmen vier Elektromotoren, je einer an jedem Rad. Die Leistung der Einzelmotoren wird mit 147 kW angegeben, die Systemgesamtleistung mit 588 kW (800 PS). Das Gesamtdrehmoment liegt zwischen 560 und 1.120 Newtonmetern. Das erlaubt eine Besonderheit: Wie ein vom Hersteller veröffentlichtes Video zeigt, kann der R1T – wie ein Panzer – auf der Stelle wenden. Bestückt mit der Top-Konfiguration soll der knapp 2,7 Tonnen schwere Rivian in etwa drei Sekunden von null auf 60 mph (96,6 km/h) spurten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Für 2024 ist zudem eine neue Einstiegsvariante angekündigt, die zwar den Allradantrieb beibehalten, aber nur von zwei Motoren angetrieben wird. Technische Daten des neuen Basismodells nennt Rivian bislang jedoch nicht.

Viel Stauraum im Rivian R1T

Als Nutzlast werden 800 Kilogramm angegeben, die Anhängelast soll knapp fünf Tonnen betragen – wird sie komplett ausgereizt, schrumpft die Reichweite allerdings auf die Hälfte. Die Ladefläche mit elektrischer Heckklappe misst 1,37 mal 1,30 Meter. Zusätzlich bietet der Rivian einen abgedeckten, 312 Liter großen Laderaum unter der vorderen Haube sowie ein Tunnelfach hinter der Doppelkabine, das 337 Liter fasst. Dessen Türen können auch als Trittbretter genutzt werden. Optional lässt sich der R1T zudem mit allerlei Gimmicks ausrüsten. Einer Camping-Küche zum Beispiel, oder Ladeanschlüssen für Handys, Taschenlampen und E-Bikes, die mit praktischen Streben sicher auf der Ladefläche verstaut werden können.

Rivian R1T Camping Küche
Rivian
Rivian will einiges an Zubehör anbieten, mit dem sich der R1T zum perfekten Camping-Mobil aufrüsten lässt.

Der fünfsitzige Innenraum bietet serienmäßig ein großes Glasdach sowie mehrere große Touchscreens. Einer dient als Kombiinstrument, der andere als Infotainment-Zentrale. Über einen dritten Touchscreen können sich die Fondpassagiere Einstellungen konfigurieren. Auf dem Weg ins Gelände soll der Rivian R1T irgendwann nach Level 3 autonom fahren können. Anfangs arbeiten die serienmäßigen Assistenzsysteme, die auf Highways einige selbständiges Fahren inklusive Spurwechsel erlauben, mit zwölf Ultraschall- und fünf Radarsensoren sowie elf Kameras, die eine komplette 360-Grad-Sicht abbilden, und Lidar-Technik.

Plötzlich fast 18 Prozent teurer

Wie in der Autobranche üblich, kamen die ersten R1T-Exemplare in einer Launch Edition auf den Markt. Für 75.000 Dollar (umgerechnet gut 67.000 Euro) gab es den Elektro-Pickup mit dem Offroad-Upgrade samt verbessertem Unterfahrschutz, zwei robusten Abschlepphaken in der vorderen Stoßstange und Druckluft-Kompressor. Außerdem und unter anderem an Bord: eine elektrische und abschließbare Ladeflächen-Abdeckung, ein 360-Grad-Surround-Soundsystem, Akzente aus Eschenholz sowie beheizte und belüftete Sitze, deren Bezüge aus veganem Leder bestehen. Zudem konnten die Kunden wählen, ob sie 20-Zoll-Felgen mit Offroad-Bereifung oder 22-Zoll-Räder mit Sport-Pneus haben möchten.

Rivian R1T EV Pickup
Newspress
Rivian stellte seinen Elektro-Pickup R1T bereits bei mehreren Automessen vor.

Inzwischen lassen sich die regulären Modellversionen bestellen. Allerdings nicht mehr zu jenen Preisen, die Rivian einst angekündigt hat. Das Start-up greift dabei zu einem Trick: Zum zuvor kommunizierten Basistarif von 67.500 Dollar (etwas mehr als 60.000 Euro) gibt es den R1T nämlich nur noch mit dem neuen zweimotorigen Antrieb samt kleiner Batterie; diese Kombination ist jedoch erst ab 2024 verfügbar. Wer seinen E-Pick-up früher haben möchte, zahlt für den viermotorigen Strang samt mittlerer Batterie jeweils 6.000 Dollar mehr, wodurch der R1T plötzlich 79.500 Dollar (fast 71.200 Euro) kostet – und damit fast 18 Prozent teurer ist als eigentlich versprochen. Wer das besser ausgestattete Adventure-Modell möchte, zahlt entsprechend 85.000 statt 73.000 Dollar (über 76.000 statt fast 65.400 Euro). Inzwischen sind die Liestenpreise reine Theorie – Händler verlangen aufgrund der hohen Nachfrage 50 Prozent mehr (siehe oben).

Elon Musk spottet, die Kunden sind sauer

Scaringe und Jiten Behl, ein weiterer Rvian-Manager, erklären den plötzlichen Preissprung mit "Inflationsdruck, steigenden Komponentenkosten sowie beispiellosen Lieferketten-Engpässen und -verzögerungen bei Teilen (einschließlich Halbleiterchips)". Es gibt aber auch eine andere Lesart. Tesla-Chef Elon Musk hatte zuvor schon gemutmaßt, dass Rivian seinen Elektro-Pick-up anfangs absichtlich zu billig anbot und Verluste hinnahm, um aus dem Stand die Zahl der Vorbestellungen nach oben zu treiben und damit sowohl Investoren anzulocken als auch den Börsenwert zu pushen. Ähnliches behauptet eine ehemalige Mitarbeiterin, die mit Rivian eine gerichtliche Auseinandersetzung wegen "geschlechtsspezifischer Diskriminierung" führt. Ihr zufolge sei es bei Rivian immer geplant gewesen, die Preise kurz nach dem inzwischen erfolgten Börsengang eklatant zu erhöhen.

09/2021, Rivian R1T Erstes Serienauto rollt vom Band
Rivian Automotive / @RJScaringe / Twitter
Firmengründer und -chef RJ Scaringe - im Vordergrund - verärgert mit seiner Preispolitik derzeit viele Kunden.

Doch es sind nicht nur die Preiserhöhungen an sich, die mächtigen Wirbel verursachten; solche gehören aktuell in der Autoindustrie zur Normalität. Der Unmut innerhalb der schon beachtlich großen und gut vernetzten Rivian-Community entzündete sich eher an der Tatsache, dass auch Kundinnen und Kunden, die ihre Autos bereits vorbestellt hatten, die höheren Tarife zahlen sollten. Viele haben daraufhin ihre Bestellungen sogar storniert. Und der Shitstorm hatte Erfolg: Rivian rudert nun zurück und hebt die Preise erst zum Stichtag 1. März 2022 an. Wer sein Auto zuvor geordert hat, zahlt noch die günstigeren Summen. Auch jene Klientel, die ihre Bestellung vor Kurzem stornierte, soll mit dieser Regelung bei der Stange gehalten werden.

"Mein schmerzhaftester Fehler"

RJ Scaringe nahm die Aufregung zum Anlass, sich bei der Rivian-Kundschaft mit einem Brief zu entschuldigen. "Seit der Gründung von Rivian vor mehr als zwölf Jahren habe ich viele Fehler gemacht, aber dieser war der schmerzhafteste", schreibt der Unternehmenschef darin. Wie sich Anfang dieser Woche gezeigt habe, sei Vertrauen schwer aufzubauen, aber leicht zu zerstören. "Es tut mir aufrichtig leid und ich bin bemüht, Ihr Vertrauen wiederherzustellen." In dem Brief macht Scaringe aber auch klar, dass die Preiserhöhungen bestehen bleiben – nun eben für alle, die ihre Bestellung nach dem 1. März aufgegeben haben oder dies noch tun werden.

Zu allem Überfluss sieht sich Rivian nach dem Kundenärger nun auch mit juristischen Problemen konfrontiert. Wie mehrere US-Medien berichten, hat ein Aktionär den Autohersteller nun offiziell verklagt. Allerdings nicht direkt wegen der Preiserhöhung oder der teilweisen Preisreduzierung, die kurz danach folgte. Sondern wegen des möglichen Schadens (gemeint ist wahrscheinlich ein Kurseinbruch der Rivian-Aktie), den dieses Hin und Her verursacht hat. Rivian habe die Aktionäre im Vorfeld weder über die Preiserhöhungen noch über mögliche Schäden als deren Folge informiert. Den Medienberichten zufolge klagt bisher nur ein Anteilseigner; allerdings kann das Vorgehen zu einer Sammelklage ausgeweitet werden.

Rivian nutzt ein ehemaliges Mitsubishi-Werk in der Stadt Normal, US-Bundesstaat Illinois, um seine Fahrzeuge und die dazugehörigen Batterien zu bauen. Anfangs sollen 20.000 Autos pro Jahr gebaut werden. Danach ist geplant, die Produktion auf 50.000 Einheiten jährlich zu steigern.

Umfrage

66384 Mal abgestimmt
Ein rein elektrischer Pickup - kann das funktionieren?
Ja, ein Elektroantrieb ist offroad und zum Ziehen von Lasten super.
Nein, wahrscheinlich zu schwer, zu teuer, zu geringe Reichweite.

Fazit

Nach allen Rückschlägen schien es gut zu laufen für Rivian: Die Serien-Produktion ist gestartet, und auch die US-Umweltbehörde EPA hatte eine gute Nachricht: Die offizielle Reichweite des Elektro-Pick-ups ist sogar besser als vom Hersteller versprochen. Doch kürzlich verärgerte das Start-up mit seiner Preispolitik nicht nur seine Kunden, sondern zog auch den Spott der Konkurrenz auf sich – und musste daraufhin ein ganzes Stück zurückrudern. Bleibt abzuwarten, ob die Marke inzwischen stark genug ist, damit solche Negativschlagzeilen einfach an ihr abperlen. Bei Tesla bleiben solche Hiobsbotschaften ja meist auch nicht hängen. Und inzwischen verlangen einige Händler für einen R1T Preise, die 50 Prozent höher liegen als der Listenpreis – der Pick-up ist also heiß begehrt.

Zur Startseite
SUV E-Auto 11/2020, Rivian R1S Elektro-SUV Wirbel um Elektro-SUV Rivian R1S Rivian verärgert erneut seine Kundschaft

Der Elektro-SUV Rivian R1S befindet sich noch länger in der Warteschleife.

Mehr zum Thema Pickups
05/2021, Ford F-150 Lightning Pro Elektro-Pickup
E-Auto
Ford F-150 Lightning Pro SSV Polizeiauto
Alternative Antriebe
2023 Chevrolet Colorado Z71 Trail Boss
Neuheiten
Mehr anzeigen