Rivian R1T EV Pickup Newspress
Rivian R1T EV Pickup
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Rivian R1T EV Pickup 15 Bilder

Rivian R1T Elektro-Pickup

Coronavirus verzögert Marktstart

Das amerikanische Startup Rivian hat einen rein elektrisch angetriebenen Pickup angekündigt. Starten sollte der Rivian R1T EV nach ursprünglichen Planungen 2020. Doch das Coronavirus verschiebt die Markteinführung auf nächstes Jahr.

Die Chancen standen gut, dass Rivian den immer zahlreicheren und teilweise namhaften Konkurrenten zuvorkommt und der erste Hersteller ist, der in den USA einen rein elektrisch angetriebenen Fullsize-Pickup auf den Markt bringt. Ursprünglichen Planungen zufolge sollte es noch in diesem Jahr soweit sein. Doch das Coronavirus macht Rivian einen Strich durch die Rechnung: Wie eine Sprecherin amerikanischen Medienberichten zufolge bestätigte, kommt der R1T erst 2021 auf den Markt. Einen konkreten Termin nennt der Hersteller bisher aber nicht. Weitere Informationen soll es geben, sobald Rivian die Entwicklung besser abschätzen kann.

Rivian R1T im typischen US-Pickup-Format

Der Rivian R1T tritt mit seiner Doppelkabine und vier Türen im typischen US-Pickup-Truck-Format an. Er ist knapp 5,50 Meter lang und bietet einen Radstand von 3,45 Meter. Knappe Überhänge vorne und hinten sowie eine von 20 bis 35 Zentimeter variable Bodenfreiheit dank verstellbarer Luftfederung sollen für ausreichend Geländetauglichkeit sorgen. Die Wattiefe soll rund einen Meter betragen. Dank des tiefen Gesamtschwerpunkts liegt die Steigfähigkeit bei beachtlichen 45 Grad.

Elektro-Pickup Rivian R1T im ersten Check
4:12 Min.

Rivian nutzt eine Skateboard-Architektur, um – neben den Antriebskomponenten – das komplette Batteriepaket unterzubringen. Das ist je nach Konfiguration 105, 135 oder 180 Kilowattstunden groß und ermöglicht Reichweiten von bis zu 640 Kilometern. Erste Prototypen sollen etwa 500 Kilometer mit einer Batterieladung geschafft haben. Batterie-Upgrades sollen over-the-air möglich sein. Neue Energie sollen die Batterien per Schnellladung mit bis zu 160 Kilowatt bunkern können. In 50 Minuten sind 80 Prozent der Kapazität geladen, in 30 Minuten soll genug Strom für rund 320 Kilometer fließen.

Der Pickup schafft die "Panzer-Wende"

Den Antrieb übernehmen vier Elektromotoren, je einer an jedem Rad. Die Leistung der Einzelmotoren wird mit 147 kW angegeben, die Systemgesamtleistung mit 588 kW (800 PS). Das Gesamtdrehmoment liegt zwischen 560 und 1.120 Newtonmetern. Das erlaubt eine Besonderheit: Wie ein vom Hersteller veröffentlichtes Video zeigt, kann der R1T – wie ein Panzer – auf der Stelle wenden. Bestückt mit der Top-Konfiguration soll der knapp 2,7 Tonnen schwere Rivian in etwas über drei Sekunden auf Tempo 100 spurten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h.

Rivian RT1 Tank Turn im Video
34 Sek.

Als Nutzlast werden 800 Kilogramm angegeben, die Anhängelast soll fünf Tonnen betragen. Die Ladefläche mit elektrischer Heckklappe misst etwa 1,40 mal 1,50 Meter. Zusätzlich bietet der Rivian einen abgedeckten, 330 Liter großen Laderaum unter der vorderen Haube sowie ein Tunnelfach hinter der Doppelkabine, das 350 Liter fasst. Dessen Türen können auch als Trittbretter genutzt werden. Optional lässt sich der R1T zudem mit allerlei Gimmicks ausrüsten. Einer Camping-Küche zum Beispiel, oder Ladeanschlüssen für Handys, Taschenlampen und E-Bikes, die mit praktischen Streben sicher auf der Ladefläche verstaut werden können.

Wird der Rivian R1T billiger?

Der Innenraum bietet serienmäßig ein großes Glasdach sowie mehrere große Touchscreens. Einer dient als Kombiinstrument, der andere als Infotainment-Zentrale. Über einen dritten Touchscreen können sich die Fondpassagiere Einstellungen konfigurieren. Innen geht es dank Leder und Holz gemütlich zu; ob auch das Basismodell mit den edlen Materialien ausgestattet ist, wird sich erst zeigen. Auf dem Weg ins Gelände soll der Rivian R1T nach Level 3 autonom fahren können, Sensoren, Kameras und Lidar-Technik sind an Bord.

Rivian R1T Camping Küche
Rivian
Rivian will einiges an Zubehör anbieten, mit dem sich der R1T zum perfekten Camping-Mobil aufrüsten lässt.

Als Grundpreis stellte Rivian für ein Modell mit hoher Reichweite und einfacher Ausstattung in ersten Verlautbarungen etwa 85.000 Dollar (aktuell ungefähr 78.200 Euro) in Aussicht. Mit der später kommenden Basisbatterie sollte der Preis dann auf knapp unter 70.000 Dollar (etwa 64.400 Euro) sinken. Inzwischen sprach Firmengründer R.J. Scaringe allerdings bereits von niedrigeren Einstiegspreisen, ohne dabei jedoch ins Detail zu gehen.

Rivian nutzt ein ehemaliges Mitsubishi-Werk

Die Produktion erster Vorserien-Autos startete bereits im Spätsommer 2019. Rivian nutzt ein ehemaliges Mitsubishi-Werk in Illinois, um seine Fahrzeuge und die dazugehörigen Batterien zu bauen. Auch erste Testfahrten fanden bereits statt und weitere Investoren sowie Kooperationspartner (darunter Ford und Amazon) wurden akquiriert. Sobald es mit der Serienproduktion losgeht, sollen anfangs 20.000 Autos pro Jahr gebaut werden. Danach ist geplant, die Produktion auf 50.000 Einheiten jährlich zu steigern.

Der Teilnahmeschluss war am 26.12.2018.

Fazit

Rivian schien mit seinem R1T auf einem guten Weg zu sein, allerdings bremst das Coronavirus den ambitionierten Zeitplan aus. Doch mit dem Problem sind die meisten anderen Hersteller ebenso konfrontiert, weshalb das Startup das Rennen um den ersten elektrischen US-Pickup weiterhin gewinnen kann.

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