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Das letzte gebaute  Exemplar des Tesla Roadster der ersten Generation im Verkauf Gruber Motor Company
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Tesla Roadster für 1,5 Millionen Dollar: E-Youngtimer immer teuer

Tesla Roadster für 1,5 Millionen Dollar E-Youngtimer - erstes Modell geht durch die Decke

Teslas erstes Modell war ein Zweisitzer auf Basis der Lotus Elise. Die noch keine 15 Jahre alten Roadster werden aktuell immer teurer. Der letzte 2011 gebaute Tesla Roadster steht jetzt zum Verkauf – für 1,5 Millionen Dollar.

Von 2008 bis 2011 hat Tesla mit dem Roadster sein erstes Modell gebaut. Der elektrische Sportwagen entstand, beinahe komplett, bei Lotus im englischen Werk Hethel. Dann gingen die fast fertigen Autos zum damaligen Tesla-Produktionsstandort in Kalifornien: In die Räume eines ehemaligen Chevrolet-Händlers im südlich von San Francisco gelegenen Menlo Park. Dort setzten Monteure mit einem speziellen Hebegestell die Batterie ins Heck des Roadster ein. Und die Batterie war eine Sensation: Ein Lithiumionen-Akku, für den Tesla 621 Zellen aus Laptop-Akkus in elf Sektoren miteinander verbunden hatte. Heute ist klar: Der Lithiumionen-Akku hat den Elektroautos zum Durchbruch verholfen, womit der Tesla Roadster als erstes ernstzunehmendes modernes Elektroauto gelten kann. Und da auch nur zirka 2.450 der Elektrosportler die kleinen Hallen in Menlo Park verließen, steigt der Wert des Roadster gerade massiv an. Aber das jetzt in den USA angebotene Exemplar macht fast sprachlos: 1,5 Millionen Dollar (aktuell umgerechnet zirka 1,23 Millionen Euro) ruft ein Händler für den letzten je gebauten Roadster auf.

Mit der Unterschrift von Elon Musk

Der rote Roadster steht bei der Gruber Motor Company in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona. Das es sich um den letzten je gebauten Roadster der ersten Generation handelt, hat Tesla-Chef Elon Musk mit seiner Untereschrift auf einer Plakette bestätigt – die Plakette ist auf einer Elektronik-Abdeckplatte des Roadsters befestigt. Das Auto aus dem Jahr 2011 stand zwar nicht ausschließlich in einer Garage, aber es ist nur 2.800 Meilen (4.506 Kilometer) gelaufen. Seine Farbe heißt offiziell Radiant Red. Allerdings weist Gruber ausdrücklich darauf hin, dass seinerzeit ein Sammler dieses Auto gekauft hat, der wusste, was er tut – er ging schon damals von einer enormen Wertsteigerung dieses Exemplars aus.

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Der jetzt bei der Gruber Vehicle Company in Phoenix (Arizona) angebotene Roadster ist der letzte, den Tesla in Kalifornien gebaut hat.

Top erhaltener Roadster

Und der Sammler brachte den Roadster mit der VIN (vehicle identification number: umgangssprachlich Fahrgestellnummer) 5YJRE1A37B1001459 nicht mit einer Verkaufsabsicht zu Gruber – er suchte einfach eine gute Werkstatt, die sein Auto reparieren könne. Schließlich hatte er Probleme mit dem Akkupack – und Gruber hat sich auf die Lösung solcher Probleme spezialisiert. Also untersuchten die Fachleute den aus Florida angereisten Roadster und stellten fest, dass er von den 100 Roadstern, die sie bisher repariert hatten, der sauberste und gepflegteste war. Das Auto war nie mit Regen in Berührung gekommen und selbst schwer zugängliche Bereiche, wie der Batterie-Raum, waren ohne Verschmutzungen.

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Eine von Tesla-Chef Elon Musk unterschriebene Plakette bestätigt, dass dies das letzte Exemplar der ersten Roadster-Generation ist.

Haufenweise Kaufwünsche

Die Mitarbeiter von Gruber fotografierten das Auto, um für sich selbst zu dokumentieren, wie ein neuwertiger Tesla Roadster auszusehen hat. Einige dieser Bilder posteten sie in sozialen Netzwerken, und sofort hagelte es Anfragen, ob dieses Auto zum Verkauf stehe. Gruber antwortete regelmäßig: "Nein, das Auto gehört einem Sammler, der es in seiner Sammlung behalten möchte." Aber die Anfragen ebbten nicht ab. Als Gruber-Mitarbeiter dem Roadster-Eigentümer von dem heftigen Kaufinteresse berichteten, überraschte er sie mit der Antwort, dass er den Roadster durchaus verkauft, wenn der Preis stimmt.

Also bietet die Gruber Motor Company jetzt den letzten je gebauten Tesla Roadster für die sagenhafte Summe von 1,5 Millionen Dollar an. Bezogen auf den Originalpreis (149.845,53 Dollar) ist das eine stolze Erhöhung auf 1.001 Prozent.

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Am 20. Oktober 2011 hat Tesla dem Eigentümer des Sportwagens mit diesem Zertifikat bestätigt, dass sein Roadster der ersten Generation zu den letzten fünf der in Nordamerika gebauten Exemplare gehört.

Andere Roadster zur Ersatzteilgewinnung zerlegt

Aber auch sonst braucht aktuell niemand, der einen Tesla Roadster sein Eigen nennt, Angst vor einem Wertverlust zu haben – die Autos scheinen eher rasant in ihrem Wert zu steigen. Dazu trug unter anderem Tesla selbst bei: Da dem Hersteller Teile für die Reparatur von Kunden-Roadstern fehlten, kaufte er sieben Exemplare zurück und zerlegte Sie zur Ersatzteilgewinnung. Allein diese Nachricht führte zu einem Wertanstieg, da die Zahl der verbliebenen Roadster sank.

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Hier der originale Kaufvertrag: Der Käufer zahlte 149.845,53 Dollar - zehn Jahre später möchte er den Roadster für 1,5 Millionen Dollar verkaufen.

Preise steigen für spezielle Exemplare rasant

Mitte 2020 gingen Tesla Roadster bei ebay teilweise noch für zirka 40.000 Dollar (32.896 Euro) weg, Ende 2020 wechselte dann schon ein Exemplar für 100.000 Dollar (82.240 Euro) den Eigentümer. Am 22. Januar 2021 erzielte ein Verkäufer 182.000 Dollar (149.677 Euro) für seinen aus der "Signature One Hundred"-Edition stammenden Roadster. Diese Edition umfasst die ersten 100 gebauten Roadster – das verkaufte Exemplar hat die Nummer 38.

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Einen Korb voller Tesla-Fanartikel scheint der Verkäufer dem Roadster beizulegen.

Diese Tesla Roadster könnten noch teurer sein

Und es gibt Roadster, die noch erheblich mehr wert sein könnten als das jetzt von Gruber angebotene 1,5-Millionen-Dollar-Exemplar. Der erste je gebaute ist so ein Kandidat – er gehört Elon Musk. Martin Eberhard, der Tesla zusammen mit Marc Tarpenning im Juli 2003 gegründet hat, klagte gegen den erst im Frühjahr 2004 als Investor (mit 27 Millionen Dollar) hinzugestoßenen Elon Musk auf die Herausgabe des ersten je gebauten Roadster – ohne Erfolg. Außerdem hatten einige wenige der ersten Roadster eine Zweigang-Schaltung. Diese wollte Tesla später im Rahmen von Wartungsarbeiten gegen ein Getriebe mit festem Übersetzungsverhältnis tauschen. Sollte ein Auto mit Zweiganggetriebe überlebt haben, könnte dies ebenfalls für Sammler wertvoll sein.

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Foto von der Auslieferung der "Final Five" genannten fünf Roadster (der fünfte ganz rechts ist auf dem Bild abgeschnitten) der ersten Generation, die Tesla für den nordamerikanischen Markt gebaut hat. Vorn links, hinter dem Asphalt-Aufdruck "Visitor" hockt Tesla-Chef Elon Musk.

Und dann gibt es da noch den einen Roadster, der im Weltraum unterwegs ist: Am 6. Februar 2018 schoss Elon Musk mit einer Falcon-Heavy-Rakete seines Weltraumunternehmens SpaceX einen seiner Roadster ins All, mit dem er in den Jahren vorher ab und zu zur Arbeit gefahren war. Sollte es irgendwann jemandem gelingen, diesen Roadster einzufangen und heil zur Erde zurückzubringen, dürfte auch dieses ganz besondere Auto einen hohen Wert haben.

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356 Mal abgestimmt
Kann ein Tesla Roadster 1,5 Millionen Dollar wert sein?
Ja, das Auto hat eine neue Epoche eingeleitet, bei der wir noch ganz am Anfang stehen.
Nein, für einen umgebauten Louts Elise mit Bastel-Akku ist das zu viel.

Fazit

Der Tesla Roadster ist wegen seiner Lithiumionen-Batterie ein Meilenstein des Automobilbaus. Die jungen Tesla-Ingenieure haben seinerzeit mit ihrer Idee, Zellen aus Laptop-Akkus für eine Autobatterie zu verwenden, die Autowelt revolutioniert. Und sie konnten lange ohne Konkurrenz arbeiten – die Entwicklungsvorstände sämtlicher großer Autohersteller schienen von der Idee nicht viel zu halten und ließen das kleine amerikanische Startup einen jahrelangen Entwicklungsvorsprung aufbauen.

Aber der Roadster funktionierte und kam in Serie. Trotz des hohen Preises von zirka 100.000 Dollar konnte Tesla den Bedarf kaum befriedigen. Schauspieler George Clooney gehörte genauso zu den ersten Kunden wie der Moderator und Auto-Fan Jay Leno – und dass sich Clooney lauthals über die schlechte Qualität des Roadster beschwerte, ärgerte zwar Elon Musk, änderte aber nichts am Erfolg des Elektro-Sportwagens. Und Kaliforniens damaliger Gouverneur Arnold Schwarzenegger ließ sich nur zu gern mit dem kleinen umweltfreundlichen Renner ablichten, der gerade den hybridgetriebenen Toyota Prius als Kaliforniens ausgesucht dröges Öko-Vorzeigeauto ablöste.

Somit ist es keine große Überraschung, dass die Tesla Roadster aktuell im Preis zulegen – und das, obwohl sie noch nicht mal 15 Jahre alt sind. Der jetzt aufgerufene Preis in Höhe von 1,5 Millionen Dollar für das letzte je gebaute Exemplar der ersten Generation ist allerdings spannend – wenn jemand diesen Preis bezahlt, könnten auch die Preise für die anderen Roadster nochmal einen ordentlichen Schub bekommen.

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