12/2021, Wolfgang L.A. Thundertruck EV Elektro-Pickup Wolfgang L.A.
12/2021, Wolfgang L.A. Thundertruck EV Elektro-Pickup
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12/2021, Wolfgang L.A. Thundertruck EV Elektro-Pickup 13 Bilder

Thundertruck EV von Wolfgang L.A.: Extremer Elektro-Pick-up

Thundertruck EV von Wolfgang L.A. Donnerwetter, welch ein Truck!

Eine Firma namens Wolfgang hat sich einen extrem gestalteten und extrem wandelbaren Elektro-Pick-up ausgedacht. Serienchancen? Überschaubar.

Ob Petry, Joop oder Goethe: Berühmte Persönlichkeiten, die den Vornamen Wolfgang tragen oder trugen, gibt es viele. Aber ein so benannter Autohersteller war uns bislang unbekannt. Doch vielleicht müssen wir uns da in Zukunft umgewöhnen, denn die in der kalifornischen Metropole Los Angeles beheimatete Firma Wolfgang hat nun mit dem Thundertruck EV ihr erstes Auto-Projekt vorgestellt. Und der von ihrer zum Beginn des Corona-Lockdowns neu gegründeten Unterabteilung namens IP erdachte und elektrisch angetriebene Pick-up sieht so cool aus, wie der Firmenname mit amerikanischem Zungenschlag klingt.

12/2021, Wolfgang L.A. Thundertruck EV Elektro-Pickup
Wolfgang L.A.
Im Vergleich zum Außen-Design wirkt das Interieur fast schon konventionell gestaltet.

Überhaupt, der Name: Lässt sich Wolfgang mit freiem Sprachverständnis als auf Krawall gebürstetes Wolfsrudel übersetzen, beinhaltet der Begriff Thundertruck wenig Interpretations-Spielraum. Der Donnerlaster heißt auch deshalb so, weil er heftige technische Daten präsentiert: Bei der 4x4-Version sitzt an jeder Achse ein Motor, wobei die Kombination zu 811 PS und maximal 1.085 Newtonmeter in der Lage ist. Damit soll der Thundertruck wahlweise in 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h sprinten oder bis zu 3,4 Tonnen schwere Anhänger an die dafür vorgesehene Kupplung nehmen. Nimm' das, Cybertruck!

6x6-Version mit mehr Power und Reichweite

Doch dabei ist noch lange nicht Schluss, denn bei der Vierrad-Version handelt es sich nur um das Basismodell. Wolfgang L.A. hat sich den Thundertruck nämlich auch als 6x6-Pick-up ausgedacht; hier wird einfach eine zusätzliche Achse mit Extra-Batterie-Einheit angekoppelt. Ob sich darin auch ein weiterer Motor befindet, wird von den Amerikanern nicht ganz eindeutig dargelegt. Wolfgang stellt weiterhin einen "Dual Motor"-Antrieb in Aussicht, verspricht für den dreiachsigen Thundertruck aber nochmals stärkere technische Daten: 953 PS, höchstens 1.627 Newtonmeter und eine Anhängelast von bis zu fünf Tonnen.

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Wolfgang L.A.
Wolfgang hat den Thundertruck sowohl als Zwei- als auch als Dreiachser erdacht.

Auch die versprochene Reichweite steigt, und zwar von 644 auf gut 900 Kilometer. Das durch die dritte Achse erhöhte Leergewicht (3,4 statt 2,8 Tonnen) kompensiert die von 180 auf 300 Kilowattstunden vergrößerte Batterie-Kapazität. In der Länge wächst der Thundertruck als 6x6-Pick-up von 5,26 auf 6,25 Meter, wobei sich die Ladefläche gar noch stärker strecken soll, nämlich von 1,83 auf 3,05 Meter. In der Fahrzeughöhe (2,03 Meter) und -breite (2,21 Meter) gleichen sich beide Modelle allerdings. Gleiches gilt für die Bodenfreiheit (fast 37 Zentimeter) sowie den vorderen Böschungs- (48 Grad) und den Rampenwinkel (82 Grad).

Zum Abenteurer wandelbar

Mit dem zusätzlichen Batteriepaket bieten sich zudem ausreichend Möglichkeiten, Outdoor-, Camping- oder Handwerks-Utensilien mit der nötigen elektrischen Energie zu versorgen. Was uns zu weiteren Möglichkeiten führt, das Wesen des Thundertrucks zu wandeln. So lässt sich beispielsweise ein Campingzelt direkt aus der Ladeflächen-Abdeckung herausfalten. In die Karosserie hat Wolfgang zudem diverse Trittstufen als auch Rampen integriert, um einfacher in das Fahrerhaus einsteigen oder die Pritsche beladen zu können. Und natürlich verfügt der Thundertruck über einen Dachgepäckträger.

12/2021, Wolfgang L.A. Thundertruck EV Elektro-Pickup
Wolfgang L.A.
Über die ausklappbaren Solarpanels soll der Thundertruck im Stand zusätzliche Energie einsammeln können.

Diese Vorrichtung weist eine Besonderheit auf: Mit ihr lässt sich eine ausklappbare Photovoltaik-Anlage verbinden. Das erscheint plausibel: Ist man in abgelegenen Gegenden bis hin zu Wüstengebieten unterwegs, gibt es wenig Ladeinfrastruktur, aber viel Sonne. Über sein Sonnensegel kann der Thundertruck dann bei einem Zwischenstopp Energie nachtanken, ohne an einer Ladestation zu hängen. Ein weiterer Vorteil: Die flexiblen Solarmarkisen spenden Schatten, was Wolfgang zufolge "beim Campen, Angeln, Grillen, Dösen, Holzhacken oder was auch immer Sie da draußen tun wollen" sehr nützlich sei. Das Attribut dürfte auch für den vorderen Kofferraum ("Frunk") und die seitlich aus der Karosserie herausziehbaren Fächer passen, in denen sich Kühl- und andere Küchengeräte unterbringen lassen.

Ungewöhnliche Proportionen

Aber das Praktische ist nur eine Seite des Thundertrucks. Hinzu kommt das Extrovertierte, das ihm vom Design-Team aus Wolfgangs IP-Abteilung in die Karosserie gestylt wurde. Das (Drei)Eckige könnten sie sich vom Tesla Cybertruck abgeschaut haben, wobei der Thundertruck allein wegen des nach vorne versetzten Fahrerhauses ungewöhnliche Proportionen präsentiert. Sehr eigenständig wirken auch die stark ansteigende Schulterlinie, die kantigen und verbreiterten Radhäuser und die nach oben verlängerten Seitenwände der Ladefläche. Rückspiegel oder sichtbare Kameras gibt es nicht; dafür Haltegriffe, schmale Leuchten und verkleidete Räder.

Im Vergleich schon fast konventionell ist der Innenraum des Thundertrucks gestaltet. Ein Monitor zieht sich im extremen Breitformat von hinter dem Lenkrad bis hinüber zur Mittelkonsole. Das sechseckige Volant ist nur über eine Speiche mit der Lenksäule verbunden, ein Head-up-Display zeigt die wichtigsten Fahrinformationen in der Windschutzscheibe an, und die Klimaregelung zeigt sich etwas vom Bildschirm abgesetzt. Auf der Mittelkonsole befinden sich die Getriebe-Wähltasten und ein holografisches Informations-Display, mit dem eine zum Elektro-Pick-up gehörende Drohne gesteuert werden kann. Diese Idee wiederum ist nicht neu: Audi gab 2019 seiner IAA-Konzeptstudie AI:Trail bereits eine ganze Drohnenflotte zur Unterstützung mit.

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Klar - da muss halt nur die Batterie-Kapazität stimmen.
Nein - da wäre eine Brennstoffzelle viel sinnvoller.

Fazit

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Wolfgang L.A. seinen Thundertruck perspektivisch zum Serienauto weiterentwickeln wird. Das wäre auch etwas viel verlangt für eine Firma, die sich gemeinhin im Spannungsfeld zwischen Beratungs- und Werbeagentur tummelt. Über ihre neue IP-Division will sie offensichtlich engere Bande mit der Autoindustrie knüpfen. Der Elektro-Pick-up ist somit eher als Angebot an etablierte Hersteller und Start-ups zu verstehen. Ganz nach dem Motto: Wollt ihr auch einen aufsehenerregenden Pritschenwagen mit E-Antrieb bauen oder einzelne Ideen und Elemente adaptieren, liefern wir euch die passenden Designs und Konzepte.

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