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SUV

E-SUVs: So sehen Volvo XC60 und XC90 ab 2022 aus

Volvo Concept Recharge Neuer XC60 mit XXL-Reichweite und Mini-CO2-Abdruck

Volvo will bis 2025 fünf E-Autos im Programm haben. Neu hinzu kommen elektrische Nachfolger für XC90 und XC60. Die Studie Concept Recharge gibt einen Ausblick aufs Design und darauf, wie Volvo den Gesamt-CO2-Fußbadruck gegenüber dem XC60 um 80 Prozent senken will.

Volvo stellt das Concept Recharge vor – die Bezeichnung markiert die reinen E-Autos der Schweden. Dementsprechend zeigt die Studie einen Elektro-SUV. Die Abmessungen dürften zwischen denen von XC60 (Länge: 4,68 Meter) und XC90 (Länge: 4,95 Meter) liegen, wobei letzterer schon 2022 einen Nachfolger bekommt – und der wird ein reines Elektroauto auf Basis der Scalable Product Architecture (SPA) der zweiten Generation. Bei der handelt es sich mehr oder weniger um eine Neukonstruktion. Denn während der Vorgänger als Verbrenner und PHEV zu haben war, ist die SPA II eine reine E-Plattform. Wie bei BMW, teilt sich die erste Generation von Volvos Elektromodellen aktuell die Bodengruppe mit konventionell angetriebenen Modellen. Das erfordert Kompromisse bei Proportionen und Raumangebot, um je nach Antriebskonzept eine Batterie oder einen Verbrennungsmotor unterbringen zu können.

Langer Radstand, kaum Karosserieüberhänge

Ohne den Verbrenner im Vorderwagen können die Designer die Proportionen der zukünftigen Volvo Modelle auf die neue Technik anzupassen. Damit will Volvo das Platzangebot im Innenraum, aber auch die Aerodynamik deutlich verbessern. Wie bei den meisten E-Auto-Architekturen hat auch die SPA2 innen einen flachen Boden, unter dem sich das Batteriepaket befindet.

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Weil der Verbrennungsmotor entfällt, konnten die Entwickler zudem Radstand und die Räder vergrößern sowie die Karosserieüberhänge vorn und hinten verkürzen. Außerdem entfällt der Mitteltunnel, was deutlich mehr Platz im Innenraum bringt – speziell auch zwischen den Vordersitzen.

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Riesen-Radstand und flacher Boden: Volvo E-SUV

Scheinwerfer wie Thors Hammer

Außerdem konnten die Designer die Sitze neu anzuordnen, die Dachlinie optimieren und die Motorhaube absenken. Im Vergleich zu einem typischen SUV verbessert sich so die Aerodynamik, was wiederum den Verbrauch senkt und die Reichweite erhöht, ohne dass die Entwickler die von SUV-Fahrern so geschätzte erhöhte Sitzposition aufgeben mussten.

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Die Dachlinie fällt ab - bei Steilhecks besser für die Aerodynamik.

Von außen ist das Concept Recharge klar als SUV von Volvo zu erkennen, auch wenn die Schweden mit der Studie eine neue Designsprache einführen wollen. Unter dem Motto "weniger, aber besser" haben sie nach eigenen Angaben alle unnötigen Elemente entfernt – was bleibt, habe man bündig und mit höchster Präzision gestaltet. Vom klassischen Kühlergrill blieb nur mehr eine leicht gewölbte Blechfläche mit großem Logo und der klassischen Diagonallinie. Die Scheinwerfer zeigen laut Volvo eine neue Interpretation des "Thors Hammer"-Designs mit aufwendigen Lichtspielen beim Öffnen des Fahrzeugs. Nachts soll die neueste HD-fähige Grafiktechnik die Hauptleuchteinheiten freilegen.

Am Heck strahlen markentypisch vertikale Rückleuchten, Zur Verbesserung der Aerodynamik dehnen sie sich bei höherem Tempo aus – aktive Aerodynamik wie bei Mercedes’ Designstudie zur IAA 2015.

Riesen-Touchscreen

Ein 15 Zoll großer Touchscreen im Hochformat bildet das Zentrum des neuen vernetzten Infotainmentsystems. Es soll eine logische, intuitive Bedienung ermöglichen. Wie schon bisher prägen klare Linien und der Einsatz nachhaltiger sowie natürlicher Materialien den Innenraum. "Innen haben wir eine wahrlich skandinavische Wohnzimmeratmosphäre geschaffen", glaubt Volvo Design-Chef Robin Page.

Auf autonomes Fahren vorbereitet

Der hohe Sicherheitsanspruch der Traditionsmarke gilt natürlich auch für die neuen E-Autos. Auf dem Dach des Concept Recharge sitzt ein von Luminar entwickelter Lidar-Sensor, der Daten zur Fahrzeugumgebung erfasst und wichtig für die künftige autonome Fahrtechnik ist. Deshalb könnte er bei Volvo schon bald serienmäßig sein; die Software-Fähigkeiten könnten die Schweden dann per "Over-the-Air"-Update nachladen.

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Zwei große Displays - und sonst nicht viel - prägen das Cockpit.

Bessere Batterien für 1.000 km Reichweite

Die Hochvoltakkus für seine neuen E-Autos will Volvo künftig vor Ort entwickeln und produzieren. Die zweite Generation der Volvo Elektroautos, darunter der neue XC90 auf der neuen, ausschließlich auf Elektroantrieb ausgelegten Technik-Plattform, fährt angeblich bereits mit verbesserten Lithium-Ionen-Batterien vor, die mehr Reichweite und kürzere Ladezeiten bieten.

Bis Mitte des Jahrzehnts die dritte Generation der Elektrofahrzeuge startet, will der schwedische Automobilhersteller die Reichweite kontinuierlich verbessern und das Batteriepaket so in den Fahrzeugboden integrieren, dass die Zellstruktur die Gesamtsteifigkeit und die Effizienz verbessert. Das klingt ähnlich wie das, was Tesla auf seinem Battery Day angekündigt hat.

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Schnelleres Laden

Volvo arbeitet mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt zusammen, an dem auch VW Anteile hält. Schon in naher Zukunft wollen die Schweden die Energiedichte in den Batteriezellen im Vergleich zu den aktuell auf dem Markt angebotenen Akkus um bis zu 50 Prozent zu erhöhen. Und noch in diesem Jahrzehnt will Volvo außerdem den Meilenstein von 1.000 Wattstunden pro Liter (Wh/l) Energiedichte knacken, um reale Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern zu ermöglichen.

Die momentanen Ladezeiten wollen die Schweden bis Mitte des Jahrzehnts dank besserer Batterietechnik und kontinuierlicher Verbesserungen an Software und Schnellladetechnik nahezu halbieren. "Wir wollen den Kundennutzen beim Fahren eines Volvo Elektroautos ständig erhöhen", erklärt Henrik Green, Chief Technology Officer (CTO) bei Volvo Cars. "Indem wir das Design und die Integration unserer Batteriezellen vereinfachen, können wir das Gewicht reduzieren und den Platz maximieren. Dies führt zu erheblichen Verbesserungen bei der Batteriekapazität, der Reichweite und den Ladezeiten."

Nachhaltige Batteriefertigung

Ein reiner E-Auto-Hersteller muss auch auf die Nachhaltigkeit der Batteriefertigung achten, darauf hat auch Polestar-CEO Thomas Ingenlath mittels einer Studie hingewiesen. Daher ist der Plan die CO2-Emissionen trotz steigender Batteriekapazität kontinuierlich zu reduzieren. Die Batteriezellen aus der geplanten Zusammenarbeit von Volvo Cars und Northvolt sollen daher aus einer Produktion entstehen, die zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien arbeitet. Parallel arbeite das Unternehmen mit seinen anderen Batterielieferanten zusammen, um dies bis 2025 mit ihnen ebenfalls zu erreichen.

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Um den CO2-Ausstoß der Hochvoltbatterien weiter zu senken, will Volvo zudem die in ihnen enthaltenen wertvollen Materialien besser nutzen. Wo immer es möglich ist, sollen die Batterien wiederaufbereitet oder wiederverwendet werden. Auch Second-Life-Anwendungen, beispielsweise zur Energiespeicherung, prüfe man derzeit. Haben die Akkus das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, sollen sie bei autorisierten Fachunternehmen recycelt werden. Das Ziel ist ein geschlossener Kreislauf für kritische Materialien, damit diese in zukünftigen Batterien nochmals verwendet werden können. Durch die geplante Partnerschaft mit Northvolt könne Volvo auch auf deren etabliertes Recycling-Verfahren zurückgreifen.

Bidirektionales Laden

Als erstes Volvo Modell soll das kommende neue Volvo-SUV über eine bidirektionale Lademöglichkeit verfügen, um beispielsweise die in der Fahrzeugbatterie gespeicherte Energie ins heimische Stromnetz einzuspeisen. Die Idee: Bei niedrigen Preisen und viel "grünem" Strom wird das Elektroauto günstig und nachhaltig geladen. Wenn am Markt vergleichsweise hohe Preise vorherrschen bzw. die CO2-Emissionen einen Höchststand erklimmen, kann der Kunde im Haus die Energie aus dem Fahrzeug nutzen.

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Inhouse-Produktion und Northvolt-Partnerschaft

Die Elektrifizierungsstrategie von Volvo Cars sieht die interne Entwicklung und Produktion von Batterien, Elektromotoren und relevanter Software in Zusammenarbeit mit strategischen Partnern vor. Mitte Juni 2021 hatte Volvo eine geplante Zusammenarbeit mit Northvolt angekündigt, um nachhaltige Batterien zu entwickeln und zu produzieren. Sie sind auf die nächste Generation der Volvo und Polestar Elektroautos zugeschnitten und sichern zukünftig eine nachhaltige Batterieversorgung. Die Partnerschaft mit Northvolt sei der Schlüssel, um eine führende Position im Premium-Elektroauto-Segment einnehmen und ab 2030 ausschließlich Elektrofahrzeuge verkaufen zu können, so das Unternehmen.

Concept Recharge soll Treibhausgasemissionen um 80 Prozent senken

Volvo will nicht nur ab 2030 ausschließlich reine Elektro-Fahrzeuge bauen, sondern ab 2040 als Unternehmen klimaneutral agieren. Darum fokussieren sich die Schweden auf den CO2-Fußabdruck ihrer Autos über den gesamten Lebenszyklus – von der Produktion bis zum Recycling und zur Verwertung. Im November 2021 hat Volvo dazu eine so genannte Life Cycle Analyse zu den Modellen XC40 und C40 Recharge sowie dem XC40 mit Verbrennungsmotor veröffentlicht. Das Ergebnis spricht für die E-Autos, die natürlich besonders gut abschneiden, wenn ihr Fahrstrom aus regenerativen Quellen kommt. Aber selbst damit kommen die vollelektrischen XC40 und C40 Recharge am Ende der Lebensdauer nach 200.000 Kilometern insgesamt auf Treibhausgasemissionen von 27 Tonnen CO2-Äquivalent. Das erheblich größere Concept Recharge – wohl ein Ausblick auf den XC60-Nachfolger – hingegen soll hier auf einen Wert von 10 Tonnen kommen. Das wäre laut Volvo gegenüber einem XC60 von 2018 eine Reduktion um 80 Prozent.

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Dass es dazu mehr als den E-Antrieb braucht, zeigt der Vergleichswert des C40 Recharge (27 Tonnen), der ebenfalls unter der Annahme grünen Fahrstroms zustande kam. Darum soll das Concept Recharge und somit wohl auch der neue XC60 nicht nur besonderen Wert auf beste Aerodynamik legen, sondern auf Grünstrom bei der Produktion und immer mehr nachhaltige oder Recycling-Materialien. Großer Ansatzpunkt ist da der Akku, bei dem Volvo-Partner Northvolt offenbar große Fortschritte macht. Das Unternehmen gab im November 2021 bekannt, die erste Batterie aus 95 Prozent recycelten Materialien hergestellt zu haben. Das Verfahren soll jetzt in eine Serienfertigung überführt werden.

BMW i Vision Circular
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Nachhaltige Materialien setzt Volvo aber auch anderen Teilen des Fahrzeugs sein: Aus schwedischer Wolle bestehen der Innenraum-Teppich, die unteren Türverkleidungen, aber auch Armaturenträger-Verkleidung und die Bezüge der Sitzlehnen. Die Sitzpolster enthalten vor allem Tencel, ein hautfreundliches und strapazierfähiges Material aus energiearm gewonnener Zellulose, für die Rückseiten von Sitzen, Kopfstützen sowie Teile des Lenkrads verwendet Volvo ein selbst kreiertes Material namens Nordico. Es ersetzt viel Plastik im Innenraum und sein CO2-Fußabdruck ist laut Volvo 74 Prozent niedriger als der von Leder. Zum Beispiel im Fußraum kommt ein Komposit vor allem aus Flachs zum Einsatz, aus dem auch die Schwellerverkleidungen und die Stoßfänger bestehen. Zu guter Letzt steht das Auto auf Pirelli-Reifen, die zu 94 Prozent aus nicht-fossilen Materialien hergestellt sind.

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Sollen Elektroautos in Zukunft höhere Reichweiten haben als Autos mit Verbrennungsmotor?
Auf jeden Fall - nur so kann man die immer noch langen Ladezeiten und die nach wie vor viel zu niedrige Anzahl an Ladepunkten ausgleichen.
Nein - kleine aber schnell aufladbare Akkus sind die bessere Lösung.

Fazit

Volvo macht ernst: Bis 2030 wollen die Schweden nur noch E-Autos anbieten. Schon der Nachfolger des Erfolgsmodells XC90, der 2022 debütieren wird, ist ein reines E-Auto. Vielleicht läuft das Verbrenner-Modell noch ein kleines bisschen weiter, denn die neue Architektur kann nur E-Antrieb.

Aber der Weg zum E-Auto-Hersteller ist unumkehrbar. Gleichzeitig beschäftigt sich Volvo intensiv mit der Nachhaltigkeit seiner Autos insgesamt. Die Lifecycle-Analyse, die die Schweden zum Klimagipfel in Glasgow vorgestellt haben, zeigte, dass das E-Auto zwar CO2-ärmer ist als der Verbrenner, aber über die Lebenszeit noch 27 Tonnen CO2 ausstößt. Das Concept Recharge soll auf nur mehr 10 Tonnen kommen. Essenziell für CO2-armen Betrieb und Herstellung von E-Autos ist und bleibt allerdings die Stromerzeugung aus regenerativen Quellen.     

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