Lamborghini rückt ein vollelektrisches Modell auf die lange Bank. CEO Stephan Winkelmann schließt ein reines Elektroauto bis 2030 aus. Er reagiert damit direkt auf die Frage, wie er die Marktreaktionen auf Ferraris erstes E-Modell "Luce" bewertet. Das Handelsblatt zitiert Winkelmann mit den Worten: "Wir haben die richtige Entscheidung getroffen" und auf die Frage nach einem eigenen Elektroauto: "Nicht bis 2030."
Ferrari Luce: Design-Debatte frisst den Elektroantrieb
Ferrari wollte mit dem Luce den E-Einstieg der Marke markieren, doch die Optik zündet bei vielen Fans nicht. Spott und Kritik drehen sich vor allem um Proportionen und Auftritt – und drängen den Elektroantrieb in den Hintergrund. Genau diese Dynamik macht die Runde: Nicht Ladeleistung oder Reichweite bestimmen den Ton, sondern die Frage, ob das Auto wie ein Ferrari wirkt. Für Lamborghini entsteht daraus eine Steilvorlage, den eigenen Zeitplan als "richtige Entscheidung" zu verkaufen.
Vom Elektro-Plan zum Plug-in-Kurs
Lamborghini plante ursprünglich ein vollelektrisches Modell noch vor Ende des Jahrzehnts. Als neue vierte Baureihe sollte der "Lanzador" zusätzliche Käufergruppen ansprechen. Inzwischen korrigiert die Marke den Kurs: Der Lanzador soll als Plug-in-Hybrid kommen, nicht als reines E-Auto. Winkelmann begründet die Abkehr mit einer langsamer als erwartet wachsenden Akzeptanz von Elektroautos im Supersportwagen-Segment.
Politikdruck bleibt – Lamborghini bleibt beweglich
Parallel hält die EU mit dem geplanten Verbrenner-Aus ab 2035 den Druck hoch. Winkelmann hält sich für die Zeit nach 2030 dennoch Optionen offen und vermeidet eine Festlegung fürs nächste Jahrzehnt. Er verweist auf geopolitische und wirtschaftliche Umbrüche, die langfristige Prognosen erschweren. Unterm Strich setzt Lamborghini vorerst auf eine Strategie, die anscheinend Emotion und Nutzungsmuster der Kundschaft stärker bedient als ein schneller BEV-Start.







