Performmaster C 43 - Mercedes-AMG - Tuning - Limousine Dino Eisele
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Performmaster-Mercedes-AMG C 43: Fahrbericht der Allrad-Limousine

Fahrbericht Performmaster-AMG C 43 In elf Schritten noch besser

Der AMG C 43 verträgt es, Tuner Performmaster setzt es um. Mit einer Leistungsspritze auf 460 PS entwickelt sich die Allrad-Limousine zum Schreckgespenst für den heckgetriebenen C 63.

Es wird mal wieder Zeit für eine Tempoverschärfung. Der Mercedes-AMG C 43 mit den Performmaster-Tattoos über dem linken vorderen Scheinwerfer und an den Flanken bummelt mit 70 km/h durch die Gegend. Der Fahrer kippt den kleinen Chromschalter auf der Mittelkonsole nach hinten, und die Elektronik diktiert dem Sechszylinder daraufhin ein neues Fahrprogramm. "Sport Plus" statt "Sport".

Der rechte Fuß gibt das zweite Zeichen für die Attacke. Mehr Gas. Der drei Liter große V6 mit den zwei Abgasturboladern holt kurz Luft und stachelt das Getriebe an, vom vierten in den dritten Gang zurückzuschalten. Die rote Drehzahlnadel im digitalen Instrument macht einen Satz auf der gelben Skala von 2.500 auf über 3.500 Touren. Spätestens jetzt pfeift der C 43 auf Zurückhaltung, legt den Komfort lieber beiseite und kehrt stattdessen vermehrt den Sportwagen in sich heraus.

Der Sechszylinder schnaubt im Maschinenraum, dröhnt tief durch die Abgasanlage und eifert seinem Leistungszenit entgegen. Kurz bevor der Vorwärtsdrang in den Begrenzer rasselt, der sich laut Anzeige zwischen 6.000 und 6.500 Umdrehungen befindet, leistet der zwangsbeatmete Kurzhuber 460 PS. Das Automatikgetriebe wuchtet den nächsten Gang rein – gefolgt von einem Auspuffploppen. Die Drehzahl schnalzt zurück, und der Benz katapultiert sich mit steigender Geschwindigkeit über die Gerade. Fahrer und Umwelt merken: Hier ist mächtig Druck auf dem Kessel.

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Mit dem Tuning-Upgrade heizt der C 43 dem großen Bruder C 63 gehörig ein.

Update für 12.000 Euro

Performmaster aus dem schwäbischen Plüderhausen hat sich der Allrad-Limousine angenommen, ihr ein S auf das Heck geklebt und den C 43 ansonsten mit einem 11-Punkte-Plan aufgewertet. Dank einer Tuningbox – genannt PEC-Tuning-Modul – steigen die Leistung von 390 auf 460 PS und das maximale Drehmoment von 520 auf 610 Newtonmeter. Kostenpunkt: 3.585 Euro. Eine zweite Steuerbox, die die Motorelektronik unabhängig von der ersten beeinflusst, hebt die Höchstgeschwindigkeit von 250 auf 285 km/h (1.428 Euro).

Neu sind auch: der Panamericana-Kühlergrill (1.042,40 Euro), die kleinen Frontflaps (1.183,34 Euro), die vertikalen Flics in der Heckschürze an den Luftauslässen (299 Euro), die KW-Gewindefedern (1.621 Euro) und die folierten Türgriffe mit eingeprägtem Firmenlogo (285,60 Euro). Außerdem in Schwarz foliert sind die Heckchromleiste (178,50 Euro), Logos und Stern (357 Euro) sowie Seitenschweller (590 Euro). Und dann gibt es für den C noch hauseigene Felgen: wahlweise in 19 Zoll wie bei unserem Testwagen (2.138 Euro) – oder in 20 Zoll.

In Summe macht das einen Aufschlag von 12.707,84 Euro – inklusive allem, was dranhängt: TÜV, Lackierung, Einstellung und Einbau. Man könnte auch sagen: Performmaster hat ein Rundum-sorglos-Paket geschnürt. Die getunte C-Klasse ist etwa 3.000 Euro günstiger als ein C 63 (78.004,50 Euro), gleichzeitig aber genauso sprintstark wie die Sportlimousine als C 63 S (86.751 Euro) mit V8-Biturbo, 510 PS und 700 Nm. Beide hetzen in vier Sekunden von Null auf Landstraßentempo. Selbst bei der Höchstgeschwindigkeit hält der "Schwächere" mit dem Stärkeren mit: 285 zu 290 km/h.

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KW-Gewindefedern legen die Limousine um 25 Millimeter tiefer.

Allrad als Faustpfand

Klar, das Prestige spricht für den C 63 S: acht gegen sechs Zylinder, 510 gegen 460 PS. Doch die fallen allein über die Hinterachse her. Das macht so einen C 63 wild, bisweilen sogar ungehorsam. Und hier schlägt die Stunde des Performmaster, der die Leistung auf beide Achsen verteilt.

Der Sechszylinder ist sein Zugpferd, der Allrad sein Rückgrat. Das merkt man nicht nur beim Beschleunigen, sondern auch in Kurven. Der Performmaster C 43 hastet der nächsten Biegung entgegen. Das Bremspedal reagiert auf den ersten Zentimetern ein bisschen träge, doch dann packt die Serienbremse zu. Die Limousine schwänzelt mit dem Heck wie ein Hund, der sich aufs Leckerli freut.

Man sollte am Kurveneingang nicht zu stark attackieren, sondern den C mit ruhiger Hand einlenken und warten, bis er sich setzt. Auf dieser Stabilität kann man aufbauen und den Trumpf ausspielen. Und das ist bei ihm der heckbetonte Allradantrieb. Mehr Gas, und die getunte C-Klasse richtet ihren Hintern praktisch von selbst aus, sodass die Limousine maximal schnell aus der Kurve treibt. Die Mehrleistung und das erhöhte Drehmoment verdaut sie locker. Traktionsprobleme oder durchdrehende Räder? Kennt sie nicht.

Die Abstimmung passt. Der Performmaster-C 43 schäkert im Fahrbericht mit Kurven und verspeist Geraden. Umgarnt dich als Fahrer, weil er trotz Tieferlegung um 25 Millimeter noch immer anständig federt und dämpft. Frotzelt bei Gaswegnahme durch den Abgasstrang. Mal wüst, mal blechern, je nach Last.

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Den V6-Biturbo leistungssteigert Performmaster auf 460 PS und 610 Nm.

Äußerst druckvoll aus der Mitte

Sein V6-Turbomotor kann untenherum zwar sein Turboloch nicht verheimlichen. Im sechsten Gang bei 50 km/h gönnt er sich bei erhöhtem Gaseinsatz aus der Ortschaft heraus ein Sekündchen, bis er anspricht. Doch aus der Mitte heraus ist er äußerst druckvoll – und standhaft bis zum Drehzahl-Maximum. Da flaut nichts ab. Druck fördert Spitzenleistung.

Die Neungang-Automatik erlaubt es dem Fahrer, über die Wippen auf der Rückseite des Lenkrads selbst zu schalten. Dafür muss man auf Zack sein und besser schon bei 5.500 Touren den Staffelstab weiterreichen, sonst legt das in den unteren Gängen kurz übersetzte Getriebe nicht mehr rechtzeitig die nächste Stufe ein. Wenn’s im Cockpit rechtzeitig klackert, flutscht’s im Fahrbetrieb. Und dann macht jede Tempoverschärfung doppelt Spaß. Weil der Fahrer noch mehr daran mitwirkt.

Technische Daten zum Performmaster-C 43

  • Sechszylinder-V-Motor mit zwei Turboladern, Hubraum: 2996 cm³
  • Leistung: 460 PS bei 6.065/min
  • Drehmoment: 610 Nm bei 4.110/min
  • Kraftübertragung: Neungang-Automatikgetriebe, Allradantrieb
  • Reifen: 225/40 R 19 vorn, 255/35 R 19 hinten, Michelin Pilot Sport 4S
  • Gewicht: 1.705 kg (Hersteller, nach EU)
  • Leistungsgewicht: 3,7 kg/PS
  • Vmax: 285 km/h
  • Umbaukosten: ca. 12.700 Euro

Fazit

Auf Performmaster ist Verlass: Der Tuner aus dem schwäbischen Plüderhausen macht den AMG C 43 noch besser. Für die Landstraße und für die Autobahn. Auf unserer Testfahrt hat alles reibungslos funktioniert. Das Paket ist stimmig, das Erlebnis spaßig, der Preis angemessen.

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