Bei Audi kann man mit dem ersten Halbjahr einigermaßen zufrieden sein. In der Teamwertung liegt man zwar nur einen Platz besser als zum Ende der Sauber-Ära, aber generell hat der Rennstall die Transformation zum Werksteam mit eigenem Antrieb gut bewältigt. Kleine Kinderkrankheiten und fehlendes Rennglück verhinderten eine größere Punkteausbeute.
In der zweiten Saisonhälfte will die deutsch-schweizerische Rennallianz aber noch einmal voll angreifen. Während viele andere Teams ihr Pulver schon früh verschossen haben, stecken bei Audi noch einige Pfeile im Köcher. Vor der Sommerpause legten die Ingenieure ihren Fokus vor allem auf der Standfestigkeit. Jetzt rückt immer mehr die Performance in den Mittelpunkt.
Nach Informationen von auto motor und sport sind bis zum Saisonende noch vier weitere Upgrade-Runden geplant. Drei davon sollen einen spürbaren Fortschritt bringen. Sie sind gleichmäßig auf die verbleibenden Rennen aufgeteilt. Wobei zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht klar ist, wie viele Events überhaupt noch ausgetragen werden können. Der anhaltende Iran-Krieg lässt das Finale in Katar und Abu Dhabi wackeln.

Bei Audi werden noch bis zum Rennen in Las Vegas neue Teile ans Auto geschraubt.
Audi lernt schon für 2027
Das Ende der Entwicklung des Audi R26 soll erst in Las Vegas erreicht sein. Die meisten Konkurrenten dürften ihre Entwicklung zu diesem späten Zeitpunkt der Saison längst eingestellt haben. Dass Audi sein Auslaufmodell noch bis Ende November aufrüsten will, hat einen Grund. Das aktuelle Monocoque soll aus Kostengründen nur mit kleineren Modifikationen für 2027 übernommen werden.
Das heißt: Alles, was Audi mit dem aktuellen Auto in dieser Saison noch lernt, hilft den Ingenieuren auch für die kommende Saison. Mit dem Aero-Konzept sind die Techniker grundsätzlich zufrieden. Projektleiter Mattia Binotto ist überzeugt, dass man eines der fünf besten Chassis der Königsklasse gebaut hat. Es ist also kein großer Umbruch notwendig.

Nach Auskunft von Rennleiter Allan McNish sind beim Motor keine Änderungen mehr in dieser Saison geplant.
Kein Upgrade mehr beim Antrieb
Einen größeren Nachholbedarf gibt es nur beim Antrieb. Hier verliert Audi die meiste Zeit gegenüber der Mittelfeld-Konkurrenz. Dank des ADUO-Systems wurde in Barcelona bereits ein neuer Turbo eingebaut. Der kleinere Lader sorgte aber lediglich für ein besseres Ansprechverhalten. Das grundsätzliche PS-Defizit konnte damit noch nicht behoben werden.
Laut Rennleiter Allan McNish sind für den Rest dieser Saison keine weiteren Hardware-Änderungen an der Power-Unit geplant. Audi steckt die begrenzten Entwicklungsressourcen lieber in einen komplett neuen Motor, der 2028 zum Einsatz kommen soll. Ein großer Performance-Sprung ist im kommenden Jahr also noch nicht zu erwarten. Die Fans müssen sich noch etwas gedulden, bis Audi ganz vorne angreifen kann.












