Noch Mitte Februar weilte die Formel 1 zu den offiziellen Testfahrten in Bahrain. Nach dem Abschluss der Tests am 20. Februar dauerte es gerade mal eine Woche, bis sich die Dinge grundlegend änderten. Der eskalierte Konflikt im Mittleren Osten, bei dem die israelischen und US-amerikanischen Streitkräfte den Iran angegriffen haben, hat dazu geführt, dass die Regimeführer mit Vergeltungsschlägen gegen Bahrain und andere Staaten wie Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate am Golf vorgehen.
Diese Eskalation bedroht auch den Grand Prix von Bahrain am 12. April. Zwar vergeht noch einige Zeit, bis der F1-Zirkus in Sakhir seine Zelte aufschlägt, doch zu sicher sollten sich die Verantwortlichen nicht sein. US-Präsident Donald Trump verkündete bereits, dass der Konflikt noch mindestens vier Wochen andauern solle.
Eine Woche nach Bahrain folgt direkt der Saudi-Arabien-GP. Auch der ist gefährdet. Zwar gibt es aktuell noch keine militärischen Schläge gegen das Königreich, allerdings sind die umliegenden Lufträume komplett gesperrt. Flughäfen wie Doha (Katar), Abu Dhabi (VAE) und Dubai (VAE), die sich zu internationalen Drehkreuzen zwischen Europa und Asien bzw. Australien entwickelt haben, können nicht mehr angeflogen werden.

Die Autos für den Saisonauftakt sind bereits in Melbourne.
Autos bereits in Melbourne
Der Komplett-Ausfall vieler Verbindungen hat dazu geführt, dass nun rund tausend Mitglieder des Formel-1-Trosses ihre Anreise zum Saisonauftakt in Melbourne kurzfristig umplanen muss. Viele Teams hatten Trips über Drehkreuze wie Doha oder Dubai gebucht. Genau dort kam es zuletzt zu Angriffen und Einschränkungen im Luftverkehr.
Die Autos und das komplette Material sind bereits in Melbourne. Die Fracht war nach den Tests in Bahrain direkt auf den Weg gebracht worden. Die Container stehen laut der Australian Grand Prix Corporation bereits an der Hauptgeraden im Albert Park. Die Garagen können wie geplant aufgebaut werden. Das Rennwochenende startet am Freitag (6.3.) mit dem ersten Training.
Trotzdem ist die Situation für die Teams unangenehm. Wer umbuchen will, konkurriert mit der hohen Nachfrage auf den Alternativrouten. Neue Verbindungen sind teurer. Manche Routen, zum Beispiel über die USA nach Australien dauern deutlich länger. Das trifft vor allem Mechaniker, Catering, Marketing und Teile der Logistik. Einzelne Personen könnten den Saisonstart verpassen.

Der Australien-GP wird stattfinden. Die Frage ist nur, ob es alle aus dem F1-Tross rechtzeitig nach Melbourne schaffen werden.
Formel 1 bleibt entspannt
Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen die Schlüsselrollen wie Fahrer, Renningenieure und Teamchefs. Der Betrieb kann aber notfalls auch dann laufen, wenn nicht jeder Mitarbeiter zum ersten Tag vor Ort ist.
Wie stark die Lage noch nachwirkt, zeigt ein Blick nach Bahrain. Pirelli sagte dort geplante Regenreifentests ab. Teammitglieder, die schon vor Ort waren, sollen in der Region festgesessen haben. Darunter sollen unter anderem Mitarbeiter von McLaren und Mercedes zählen. Auch Mercedes-Ersatzfahrer Frederik Vesti postete zuletzt noch aus Bahrain.
Die Formel 1 selbst gibt sich für Melbourne gelassen. Ein Sprecher betonte, dass die nächsten Rennen in Australien, China und Japan stattfinden. Wegen des Ramadans startet die Saison dieses Jahr außerhalb der Krisenregion. Um frühzeitig Entscheidungen für die anschließenden Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien zu treffen, wird die Entwicklung genaustens verfolgt.





