Stefano Domenicali - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2022 xpb
Mick Schumacher - Haas  - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 18. November 2022
Sebastian Vettel - Aston Martin  - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 18. November 2022
Sebastian Vettel - Aston Martin  - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 18. November 2022
Sebastian Vettel - Aston Martin  - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 18. November 2022 40 Bilder

Sprints, Reifen, Budget-Cap: F1-Kommission tagt

F1-Kommission tagt in Abu Dhabi Mehr Geld für Sprints & Reifenfrage

GP Abu Dhabi 2022

Die Sitzung der Formel-1-Kommission in Abu Dhabi dauerte über drei Stunden. Es wurden sechs Sprints abgesegnet, mehr Geld für den Budgetdeckel und ein schnellerer Abschluss der Buchprüfung. Pirelli fordert Klarheit, wer ab 2025 Reifenausrüster wird.

Das war eine Mammutsitzung. Die zehn Teamchefs, FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem und Formel-1-Chef Stefano Domenicali tagten in einem Hotel in der Nähe des Yas Marina Circuit dreieinhalb Stunden, um drängende Fragen der Zukunft zu besprechen. Es ging um die Sprintrennen, den Budgetdeckel, Reifenheizdecken, bessere Regenreifen und die Ausbildung von Rennleitern.

Die Formel 1 präsentierte den Teams die sechs Sprintorte für 2023. Baku, Spielberg, Spa, Austin, und Interlagos sind fix. Mit Katar wird noch verhandelt. Geklärt ist auch die Frage, um wie viel der Budgetdeckel wegen der Mehrbelastung bei Sprintrennen steigt. Bis jetzt waren es 150.000 Dollar pro Sprint und bei nachgewiesenen höheren Unfallkosten entsprechend mehr. Im nächsten Jahr werden für jeden Sprint 300.000 Dollar extra vergütet. Einige Teams forderten sogar eine halbe Million, bekamen aber keine Mehrheit.

Valtteri Bottas - Alfa Romeo  - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 18. November 2022
Alfa Romeo
Reifenlieferant Pirelli drängt auf eine vorzeitige Entscheidung, ob der bestehende Vertrag über 2024 hinaus verlängert wird.

Pirelli will Klarheit

Auch die Reifenheizdecken waren ein Thema. Nach einigen Problemen bei den jüngsten Testfahrten verständigte man sich darauf, dass die Reifen nächstes Jahr vor Gebrauch zwei Stunden lang auf 70 Grad vorgeheizt werden dürfen. Ursprünglich angestrebt waren drei Stunden lang 50 Grad in den Heizdecken, von denen nur noch sieben Satz zu den Rennen mitgebracht werden dürfen. Pirelli und die Teams wollen weiter an ihrem Ziel festhalten, 2024 ganz auf Heizdecken zu verzichten.

Der italienische Alleinausrüster will aber Klarheit darüber, wer nach Vertragsablauf Ende 2024 das Feld versorgt. Pirelli hat keine Lust darauf, Geld in die Reifenentwicklung zu investieren und dann erleben zu müssen, dass ab 2025 ein anderer Hersteller den Zuschlag bekommt. Deshalb will die FIA die Ausschreibung für 2025 ein Jahr früher starten. Pirelli könnte dabei Konkurrenz von der koreanischen Firma Hankook bekommen.

Für die Verbesserung der Sicht bei Regenrennen gibt es im Augenblick nur Vorschläge. Ein Regenreifen, der nicht so viel Gischt aufwirbelt, ist einer davon. Die Anbringung von Kotflügeln über den Hinterrädern ein anderer. Beides befindet sich noch in der Studierphase.

Mohammed Bin Sulayem (FIA) & Max Verstappen (Red Bull) - Formel 1 2022
Wilhelm
Thema Budget Cap: Die FIA will ihr Team aus Buchprüfern verstärken.

Kostendeckel-Prüfung früher fertig

FIA-Präsident bin Sulayem verspricht seine Transparenz-Offensive fortzusetzen. "Wir lernen ständig dazu. Ich glaube, wir haben mit unserer Untersuchung im Fall des Bergefahrzeugs in Suzuka und beim Report der Budgetdeckel-Prüfung schon gute Beispiele gesetzt. Das wollen wir fortsetzen. Ich konsultiere bei jedem Problem alle 20 Fahrer und zehn Teamchefs, um mir eine objektive Meinung zu bilden. Im Fall von Red Bulls Budgetdeckel-Verstoß haben uns einige Leute vorgeworfen, dass wir zu hart reagiert haben. Andere wollten Blut sehen. Ich glaube, wir waren fair."

Bin Sulayem versprach, dass die Buchprüfung im zweiten Jahr früher abgeschlossen wird. "Wir können nicht wieder bis Oktober warten. Deshalb werden wir drei neue Prüfer einstellen." Die Teams signalisierten, dass sie ihre Berichte 2023 schon einen Monat früher abliefern wollen, also bereits im Februar.

Gibt es Transparenz auch im Fall Sergio Perez? Die FIA will vorerst keine Untersuchung einleiten, ob der Mexikaner sein Auto in der Qualifikation zum GP Monaco absichtlich gecrasht hat. "Im Moment gibt es keinen Grund dafür. Wenn uns einer auffordert und mit klaren Beweisen kommt, dann werden wir es sicher tun", bekräftigte bin Sulayem.

Auch die Diskussion um die Rennleiter war Thema. Die FIA versprach den Teams, dass sie ein Ausbildungszentrum für Rennleiter schaffen will. Der Präsident zog einen Vergleich zum Fußball: "Der Fußball investiert 25 Millionen Pfund in die Ausbildung seiner Schiedsrichter. Wir müssen auch etwas tun. Rennleiter ist kein einfacher Job. Wir werden die Verantwortung in mehrere Hände legen müssen."

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