Wenn man sich die Meinung von verschiedenen Fahrern anhört, könnte man das Gefühl bekommen, dass sich mit den neuen Autos in der Formel 1 alles zum Schlechteren entwickelt hat. Die Piloten, allen voran Max Verstappen, beklagen sich, dass sie jetzt nur noch damit beschäftigt sind, die Batterien zu laden, und nicht mehr richtig ans Limit gehen können.
Doch schaut man sich mal die Reaktionen der Fans in den sozialen Medien nach den ersten beiden Rennen etwas genauer an, dann ist die Lage deutlich weniger dramatisch, als es einige Fahrer erscheinen lassen. Traditionalisten beklagen sich zwar, dass manch ein Überholmanöver etwas künstlich wirkt, aber die deutlich höhere Anzahl an Zweikämpfen trägt am Ende positiv zum Unterhaltungsfaktor bei.
In Shanghai konnte das interne Ferrari-Duell auch langjährige Formel-1-Fans überzeugen. Die roten Rennwagen bekämpften sich über mehrere Kurven hinweg auf höchstem Niveau. Lewis Hamilton sprach anschließend sogar von einem der spaßigsten Rennen, die er jemals gefahren sei. Der Zweikampf bewies, dass sich die neuen Formel-1-Autos nicht nur dank Energie-Überschuss auf den Geraden überholen.

Mit dem Unterhaltungsfaktor der Rennen waren die Verantwortlichen der Formel 1 zufrieden.
Keine Änderungen für die Rennen
Das zweite Rennen hat offenbar auch die Teamchefs überzeugt. Sie kamen nach dem Shanghai-Grand-Prix zu einem virtuellen Meeting zusammen, in dem eine erste Bewertung des neuen Reglements vorgenommen wurde. Das Fazit soll überwiegend positiv ausgefallen sein. Was die Rennen angeht, sieht man aktuell keinen Bedarf, vorschnell nachzujustieren.
Nach übereinstimmenden Berichten bewerten alle Beteiligten die Rennverläufe als hochwertig und spektakulär. Sowohl die Action auf der Strecke als auch die Resonanz von Fans und Öffentlichkeit haben für Zufriedenheit bei den Serienbossen gesorgt. Ein akutes Problem sehen die Verantwortlichen zum aktuellen Zeitpunkt nicht.
Entsprechend sollen mögliche Anpassungen mit Bedacht geprüft werden, um vorschnelle Entscheidungen und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Die befürchtete Krise ist ausgeblieben. Viele Experten glauben, dass es während der aktuellen Saison gar keine Änderungen mehr geben wird. Mögliche Anpassungen sollen frühestens im Reglement für das nächste Formel-1-Jahr verankert werden.

In der Qualifikation sollen die Piloten künftig wieder mehr Gas geben dürfen.
Fahrer sollen in der Quali ans Limit gehen
Etwas anders stellt sich die Lage im Qualifying dar. Sowohl in Melbourne als auch in Shanghai gab es Kritik daran, dass Fahrer selbst in ihren schnellsten Runden gezwungen waren, vor einigen Kurven frühzeitig vom Gas zu gehen und Energie zu sparen. Statt ans Limit zu gehen, wurde das Tempo per "Lift and Coast" künstlich reduziert.
Ziel der Verantwortlichen ist es nun, Lösungen zu finden, die wieder kompromisslose Quali-Runden am Limit ermöglichen, ohne strategisches Energiemanagement. Teams und Fahrer sollen dabei aktiv in die Lösungsfindung eingebunden werden und eigene Ideen einbringen. Anschließend liegt es an der FIA, konkrete Vorschläge auszuarbeiten und zur Abstimmung zu stellen.
Kurzfristige Änderungen soll es nicht geben. Für das kommende Rennwochenende in Suzuka bleibt alles unverändert. Die durch die Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien entstandene Pause im Kalender verschafft den Beteiligten ausreichend Zeit, um mögliche Anpassungen in Ruhe zu analysieren. Die Formel 1 kehrt erst Anfang Mai in Miami auf die Strecke zurück.












