Valtteri Bottas - GP Aserbaidschan 2018 xpb
Fans - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Nico Hülkenberg - Renault - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen 67 Bilder

Vorschau GP Aserbaidschan

Wann reißt die Silber-Serie?

Nach drei Mercedes-Doppelsiegen in Folge steht die Konkurrenz von Ferrari und Red Bull unter Druck. In Aserbaidschan soll nun endlich die Wende eingeleitet werden. Wir haben die letzten Infos zum Rennen in Baku.

Das Jubiläumsrennen in China war nicht der große Kracher, was Spektakel und Spannung anging. Doch das sollte die Fans nicht davon abhalten, beim 1.0001. WM-Lauf der Geschichte in Aserbaidschan den Fernseher einzuschalten. Der Grand Prix in Baku besitzt eine eingebaute Action-Garantie. In den vergangenen Jahren ging es auf den öffentlichen Straßen am Rande des Kaspischen Meeres immer drunter und drüber.

Im Lager von Ferrari wird man aber noch nicht so recht wissen, ob man sich erneut ein Chaos-Rennen wünschen soll. Der SF90 hat bei den Testfahrten in Barcelona und beim Rennen in Bahrain bewiesen, dass genügend Potenzial im Auto steckt, um Mercedes auch unter normalen Bedingungen zu schlagen. Will man verhindern, dass der Rückstand in der WM-Wertung über die bisherigen 57 Punkte steigt, dann müssen Sebastian Vettel und Charles Lecerc dieses Potenzial jetzt aber endlich auch mal konstant abrufen.

In Sachen Layout ist Baku fast ein kompletter Gegensatz zu China. Die Gerade ist noch einmal deutlich länger. Statt schneller Kurven gibt es vor allem rechtwinklige Ecken. Abtrieb zählt deutlich weniger, Luftwiderstand dafür umso mehr. Ob das auch Red Bull hilft? China hat gezeigt, dass Honda im Vergleich zur Konkurrenz immer noch etwas Dampf fehlt. Teamchef Christian Horner wäre wohl schon froh, wenn sich das Drama aus dem Vorjahr nicht wiederholt, als sich Verstappen und Ricciardo gegenseitig aus dem Rennen boxten.

Die Strecke: Baku City Circuit

Der Baku City Circuit ist mit einer Rundendistanz von 6,003 Kilometern die zweitlängste Strecke im Kalender. Nur Spa-Francorchamps hat noch einen Kilometer mehr zu bieten. Vom Layout her könnte Aserbaidschan abwechslungsreicher nicht sein. Die nicht enden wollende Gerade vor Kurve 1 ist mit 1.975 Metern die längste des Jahres. Dazu gibt es einen winkligen Abschnitt durch die Altstadt von Baku. Hier ist das Asphaltband zum Teil nur 7,5 Meter breit. Auch das ist ein Rekord.

Der Stadtkurs in der 2-Millionen-Metropole liegt 28 Meter unter dem Meeresspiegel. Wer nun denkt, dass es an der Küste des kaspischen Meeres nur flach daher geht, der irrt. Die größte Steigung beträgt 12 Prozent. Runter geht es mit bis zu 9 Prozent. Die 20 Kurven werden gegen den Uhrzeigersinn durchfahren. Wie bei Stadtkursen üblich sind Auslaufzonen Mangelware. Mauern und Fangzäune stehen stets nahe der Ideallinie. Bei Top-Speeds von über 330 km/h keine ungefährliche Angelegenheit. Baku ist der schnellste Stadtkurs aller Zeiten.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 6,003 km
  • Runden: 51
  • Renndistanz: 306,049 km
  • Länge Boxengasse: 390 Meter
  • Zeitverlust: ca. 23,4 Sekunden
  • Längste Gerade: 1.975 Meter (T16 – T1)
  • Top-Speed: 330 km/h
  • DRS-Zonen: 2 (vor T1 und T3)
  • Distanz von Pole Position bis T1: 280 Meter
  • Spritverbrauch: hoch
  • Bremsenverschleiß: mittel
  • Reifen: C2 – C3 – C4
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 66 Prozent
Pirelli-Grafik - GP Aserbaidschan 2019
Pirelli
Pirelli bringt die drei mittleren Reifensorten nach Baku.

Setup:

Wegen der langen Geraden wird in Sachen Abtrieb spürbar zurückgerüstet. Ganz flache Flügel sind aber auch nicht der richtige Weg. Der Zeitverlust im engen, kurvigen Teil wäre einfach zu hoch. Dazu hilft mehr Anpressdruck dabei, die Reifen im richtigen Arbeitsfenster zu halten. Die Ingenieure müssen also im Training versuchen, einen guten Kompromiss zwischen Abtrieb und Top-Speed zu finden.

Vorne dürfen die Flügel auch nicht zu flach gestellt werden. In den eckigen Kurven droht Untersteuern, wenn nicht genügend Grip beim Einlenken vorhanden ist. Generell müssen die Piloten mit begrenzter Haftung kämpfen. Der Asphalt wird in einigen Abschnitten jedes Jahr neu verlegt und ist deshalb rutschiger als auf permanenten Kursen. Das wirkt sich auch auf den Reifenverschleiß aus, der sich trotz Hitze und hohen Geschwindigkeiten in Grenzen hält.

Upgrades:

Wie bereits erwähnt werden in Baku etwas kleinere Heckflügel angeschraubt als in den ersten drei Rennen des Jahres. Mercedes hatte sein neues Medium-Downforce-Leitwerk bereits bei den Testfahrten in Bahrain ausprobiert. Auch Ferrari will endlich mit neuen Teilen kommen. Ansonsten hielten sich die Teams mit Ankündigungen zu Technik-Neuerungen noch zurück. Die meisten Ingenieure haben die erste größere Ausbaustufe des Jahres für das Rennen in Barcelona in zwei Wochen geplant. Deshalb gehen wir in Baku nicht von einem Technik-Feuerwerk aus.

Favoriten:

Die Favoriten-Frage ist derzeit nicht so leicht zu beantworten. Alles hängt davon ab, in welcher Form sich Ferrari präsentiert. Auf der Geraden hat der SF90 einen Speed-Vorteil. Doch gerade in langsamen Kurven war Mercedes in Shanghai deutlich überlegen. Wir sind gespannt, ob sich dieses bekannte Bild auch mit den Medium-Downforce-Setups wiederholt. Wir erwarten, dass Ferrari zumindest näher dran sein sollte. Red Bull hat zuletzt einen klaren Aufwärtstrend gezeigt. Wenn alles normal läuft, sollte Max Verstappen aber nicht in den Kampf Silber gegen Rot eingreifen können. Der Power-Nachteil auf der langen Geraden wiegt einfach zu schwer.

Aber in Baku kann bekanntlich alles passieren. Im Jahr 2017 stand mit Lance Stroll überraschend ein Williams-Pilot auf dem Podium. In der Vorsaison staubte Force-India-Fahrer Sergio Perez einen Pokal ab. Der Mexikaner war auch schon 2016 in Baku auf Rang drei gerast. Perez ist damit der einzige Pilot überhaupt, der in Baku schon zweimal auf dem Podest stand.

Und so haben die Teams im Mittelfeld auch dieses Jahr wieder große Hoffnungen auf eine Überraschung. Die Nummer vier im Feld ist aktuell Renault. Allerdings sorgten Technik-Probleme beim französischen Werksteam schon für vier Ausfälle in diesem Jahr. In Sachen Quali-Speed präsentierte sich Haas bisher stark. Beim US-Rennstall verhinderten Probleme mit den Reifentemperaturen im Rennen eine bessere Punkteausbeute.

Ein klares Bild können wir im Mittelfeld noch nicht erkennen. Die Charakteristik des Stadtkurses könnte auch McLaren und Alfa Romeo in die Karten spielen. Beide Autos fielen in den ersten Rennen durch ihre guten Top-Speeds auf. Toro Rosso und Racing Point erwarten wir dagegen etwas hinter den Punkteplätzen.

So lief das Rennen im Vorjahr – Aserbaidschan 2018

Der Gewinner des Aserbaidschan-Grand-Prix 2018 hieß Lewis Hamilton. Es war der erste Saisonsieg des späteren Weltmeisters. Und er kam glücklich zustande. Die Entscheidung fiel erst wenige Runden vor Schluss. Daniel Ricciardo und Max Verstappen lieferten sich schon in der ersten Rennhälfte mehrere beinharte Duelle. In Runde 40 krachten beide Red Bull schließlich auf der Zielgeraden ineinander, wodurch die zweite Safety Car-Phase des Rennens ausgelöst wurde.

Valtteri Bottas lag beim Restart in Führung und sah schon wie der sichere Sieger aus. Als das Rennen wieder freigegeben wurde, startete zunächst Sebastian Vettel eine Attacke. Doch der Heppenheimer verbremste sich beim Angriff auf den führenden Mercedes und fiel auf vier zurück. Kurz danach erwischte es auch Bottas, bei dem der rechte Hinterreifen platzte. Der Finne fiel aus, Hamilton erbte den Sieg vor Kimi Räikkönen.

Force India schaffte mit dem Podiumsplatz von Sergio Perez eine kleine Sensation. Er überholte Vettel ebenfalls im Schluss-Sprint. Auch Charles Leclerc konnte auf Platz sechs für eine Überraschung sorgen. Der Rookie hielt sich aus allem raus, fuhr ein fehlerfreies Rennen und profitierte am Ende vom Chaos auf der Strecke. Es war das beste Ergebnis des Monegassen in der ganzen Saison.

Zeitplan GP Aserbaidschan 2019

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 1. Training – Fr. 26. April – 11.00 Uhr
Freies Training 2 2. Training – Fr. 26. April – 15.00 Uhr
Freies Training 3 3. Training – Sa. 27. April – 12.00 Uhr
Qualifying Qualifying – Sa. 27. April – 15.00 Uhr
Rennen Rennen – So. 28. April – 14.10 Uhr
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