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Vorschau GP Aserbaidschan

Alle Infos zum Rennen in Baku

Lewis Hamilton - GP Aserbaidschan 2017 Foto: sutton-images.com 67 Bilder

Bevor der Formel-1-Zirkus in Europa landet, legt die Königsklasse noch einen kurzen Stopp in Baku ein. Im vergangenen Jahr war der GP Aserbaidschan das verrückteste Rennen der ganzen Saison. In der Vorschau haben wir die letzten Infos.

25.04.2018 Tobias Grüner

Was war das vor ein Rennen letztes Jahr in Baku?! Nach dem Langweiler-Debüt in der Saison 2016 ging auf dem Stadtkurs an der Küste des Kaspischen Meeres plötzlich richtig die Post ab. Ständig musste das Safety-Car ausrücken, weil es irgendwo krachte. Unvergessen bleibt der absichtliche Rempler von Sebastian Vettel gegen WM-Konkurrent Lewis Hamilton, während das Feld noch neutralisiert war.

Am Ende stand Daniel Ricciardo ganz oben auf dem Podium, obwohl der Australier zwischenzeitlich ans Ende des Feldes zurückgefallen war. Mit Lance Stroll durfte noch ein Überraschungsmann mit Champagner spritzen. Auch in diesem Jahr können die Fans wieder auf ein unterhaltsames Spektakel hoffen. Die Rennen in Bahrain und China haben gezeigt, dass die 3 Top-Teams aktuell ganz eng beisammen liegen.

Mercedes wartet immer noch auf den ersten Sieg. Hoffnung macht den Silberpfeilen die Vorverlegung des Rennens vom Juni in den April. Die Temperaturen sollten nun deutlich moderater sein, was die Reifenproblematik an den Werksrennwagen entschärft. Die Meteorologen prognostizieren, dass das Quecksilber am Rennsonntag deutlich unter der 20°C-Marke bleibt. Eine Garantie für den ersten Mercedes-Erfolg ist das aber längst nicht, wie das Rennen in Shanghai gezeigt hat.

Die Strecke: Baku City Circuit

Der Baku City Circuit ist mit einer Länge von 6,003 Kilometern die zweitlängste Strecke im Kalender. Nur Spa-Francorchamps hat noch einen Kilometer mehr zu bieten. Vom Layout her könnte Aserbaidschan abwechslungsreicher nicht sein. Die nicht enden wollende Gerade vor Kurve 1 ist mit 1.975 Metern die längste des Jahres. Dazu gibt es einen winkligen Abschnitt durch die Altstadt von Baku. Hier ist das Asphaltband zum Teil nur 7,5 Meter breit. Auch das ist ein Rekord.

Der Stadtkurs in der 2-Millionen-Metropole liegt 28 Meter unter dem Meeresspiegel. Wer nun denkt, dass es an der Küste des kaspischen Meeres nur flach daher geht, der irrt. Die größte Steigung beträgt 12 Prozent. Runter geht es mit bis zu 9 Prozent. Die 20 Kurven werden gegen den Uhrzeigersinn durchfahren. Wie bei Stadtkursen üblich sind Auslaufzonen Mangelware. Mauern und Fangzäune stehen stets nahe der Ideallinie. Bei Top-Speeds von über 330 km/h keine ungefährliche Angelegenheit. Baku ist der schnellste Stadtkurs aller Zeiten.

Fast Facts:

  • Streckenlänge: 6,003 km
  • Runden: 51
  • Renndistanz: 306,049 km
  • Länge Boxengasse: 390 Meter
  • Zeitverlust: ca. 23,4 Sekunden
  • Längste Gerade: 1.975 Meter (T16 – T1)
  • Top-Speed: 330 km/h
  • DRS-Zonen: 2 (vor T1 und T3)
  • Distanz von Pole Position bis T1: 280 Meter
  • Spritverbrauch: hoch
  • Bremsenverschleiß: mittel
  • Reifen: Soft / Supersoft / UItrasoft
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 50 Prozent

Setup:

Pirelli - Infosheet - GP Aserbaidschan 2018 Foto: Pirelli
Pirelli bringt dieses Jahr deutlich weichere Reifen als im Vorjahr.

Wegen der langen Geraden wird in Sachen Abtrieb spürbar zurückgerüstet. Ganz flache Flügel sind aber auch nicht der richtige Weg. Der Zeitverlust im engen, kurvigen Teil wäre einfach zu hoch. Dazu hilft mehr Anpressdruck dabei, die Reifen im richtigen Arbeitsfenster zu halten. Die Ingenieure müssen also im Training versuchen, einen guten Kompromiss zwischen Abtrieb und Top-Speed zu finden.

Vorne dürfen die Flügel auch nicht zu flach gestellt werden. In den eckigen Kurven droht Untersteuern, wenn nicht genügend Grip beim Einlenken vorhanden ist. Generell müssen die Piloten mit begrenzter Haftung kämpfen. Der Asphalt wird in einigen Abschnitten jedes Jahr neu verlegt und ist deshalb rutschiger als auf permanenten Kursen. Das wirkt sich auch auf den Reifenverschleiß aus, der sich trotz Hitze und hohen Geschwindigkeiten in Grenzen hält.

Upgrades:

Wie bereits erwähnt werden in Baku etwas kleinere Heckflügel angeschraubt als in den ersten drei Rennen. Mercedes und Ferrari hatten ihre Medium-Downforce-Wings schon im Freien Training von China getestet. Ansonsten hielten sich die Teams mit Ankündigungen zu Technik-Neuerungen noch zurück. Die meisten Ingenieure haben die erste größere Ausbaustufe des Jahres für das Rennen in Barcelona in zwei Wochen geplant. Deshalb gehen wir in Baku nicht von einem Technik-Feuerwerk aus.

Favoriten:

Die Favoriten-Frage ist derzeit so schwer zu beantworten wie lange nicht. Mercedes, Ferrari und Red Bull fahren zumindest was die Rennpace angeht auf einem Level. Obwohl Lewis Hamilton noch kein Rennen gewonnen hat, reist der Weltmeister als Favorit nach Baku. Die kühlen Temperaturenn und die lange Gerade sprechen für das Silberpfeil-Paket. Sollte der Reifenverschleiß ein großes Thema werden, könnte das Pendel aber schnell in Richtung Ferrari ausschlagen.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Aserbaidschan 2017 - Baku Foto: Wilhelm
Die engste Stelle im ganzen F1-Kalender.

Red Bull muss wieder auf Chaos im Rennen hoffen. Das Renault-Power-Defizit wird Daniel Ricciardo und Max Verstappen im Qualifying bremsen und wieder in die dritte Startreihe verbannen. Die Frage lautet, ob die beiden am Sonntag ihren Vorteil über die Distanz wieder so gut ausspielen können wie in Shanghai. Interessant wird auch zu sehen sein, wie aggressiv Verstappen nach der China-Kollision zu Werke geht.

Im Kampf um die Plätze hinter den Top-Teams erwarten wir wieder einen spannenden Dreikampf zwischen Haas, Renault und McLaren. Toro Rosso konnte in China zuletzt nicht überzeugen. Wir sehen keinen Grund, warum es in Baku plötzlich besser laufen sollte. Auch für Sauber und Williams wird es wohl nur WM-Punkte geben, wenn die Konkurrenz Fehler macht.

So lief das Rennen im Vorjahr – Aserbaidschan 2017

Wie schon erwähnt hieß der Sieger des GP Aserbaidschan 2017 Daniel Ricciardo. Die Fans bekamen einen Thriller mit drei Safety-Cars und einer Rennunterbrechung geboten. Nach seinem Unfall im Qualifying war der Australier nur vom zehnten Startplatz im Rennen gegangen. Das Rennglück und einige starke Überholmanöver spielten ihm den fünften Karriere-Sieg zu.

Die Szene des Rennens ereignete sich in der zweiten Safety-Car-Phase. Dort verlangsamte der bis dahin führende Lewis Hamilton in Kurve 16 so stark das Tempo, dass ihm Sebastian Vettel ins Heck fuhr. Vettel reagierte zornig, setzte sich neben den Silberpfeil und rammte Hamilton. Dafür brummten ihm die Sportkommissare später eine Stop-and-Go-Strafe von zehn Sekunden auf.

Lewis Hamilton verlor das Rennen, weil sich nach dem Restart der Nackenschutz an seinem Mercedes W08 hob. Die Mechaniker mussten ihn bei einem zusätzlichen Stopp fixieren. Durch das Chaos an der Spitze rückte Ricciardo Platz für Platz nach vorne. In einem Fotofinish krallte sich Valtteri Bottas im Duell mit Lance Stroll. Dank DRS und Windschatten zoomte sich der Finne kurz vor dem Zielstrich vorbei.

Die Streithähne Vettel und Hamilton rollten auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel. Dahinter folgte Esteban Ocon, der mit Teamkollege Sergio Perez im Rennen kollidiert war. Kevin Magnussen, Carlos Sainz, Fernando Alonso und Pascal Wehrlein sammelten die verbliebenen Punkte ein. Die Bilder des verrückten Rennens zeigen wir noch einmal in der Galerie.

Zeitplan GP Aserbaidschan 2018

SitzungStart (MEZ)
Freies Training 11. Training – Fr. 27. April – 11.00 Uhr
Freies Training 22. Training – Fr. 27. April – 15.00 Uhr
Freies Training 33. Training – Sa. 28. April – 12.00 Uhr
QualifyingQualifying – Sa. 28. April – 15.00 Uhr
RennenRennen – So. 29. April – 14.10 Uhr
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