Formel 1: Hitze-Gefahr beim Österreich-GP löst Kühlwesten-Debatte aus

Hitze-Alarm in Spielberg
Kühlwesten-Streit geht in die nächste Runde

GP Österreich 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.06.2026
Als Favorit speichern
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Singapur 2025
Foto: Wilhelm

Die Formel 1 bereitet sich auf ein heißes Rennwochenende (26. bis 28. Juni) in Österreich vor. Die Hitzewelle in Europa macht auch vor dem Alpen-Grand-Prix in Spielberg nicht Halt. Deshalb hat die FIA am Donnerstagmorgen (25.6.) offiziell eine Hitzewarnung ausgesprochen. Die Wetterprognosen sagen Temperaturen von mehr als 31 Grad Celsius voraus. Ab diesem Wert greift das Hitze-Protokoll. Entgegen den ursprünglichen Plänen ist das Tragen der Kühlweste aber auch 2026 noch keine Pflicht. Die Fahrer haben die Wahl.

Die Einführung des Hitze-Alarms und die Entwicklung von Kühlwesten war eine direkte Reaktion auf den Katar-Grand-Prix 2023. Damals führte extreme Hitze zu dramatischen Szenen. Mehrere Fahrer litten unter Dehydrierung und Erschöpfung. Die FIA gründete daraufhin eine Arbeitsgruppe. Ihr Ziel war die Entwicklung von Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Piloten. Denn im Auto ist es nochmal deutlich heißer. Temperaturen von 60 Grad Celsius sind bei einem Luftwert von 30 Grad Celsius üblich.

Der Plan stieß jedoch auf Widerstand. In der Testphase der Kühlwesten gab es Bedenken bezüglich der Wirksamkeit. Carlos Sainz äußerte sich nach einem frühen Einsatz beim Saudi-Arabien-GP 2025 nicht begeistert. "Es hat vielleicht für 15 bis 20 Minuten für Kühlung gesorgt. Dann ist nur noch warmes Wasser durch die Schläuche geflossen."

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Katar 2023
Wilhelm

Verstappen meckert in Singapur

Auch der viermalige Weltmeister Max Verstappen zeigte sich als Gegner der neuen Technologie. In Singapur kritisierte er die kurze Kühlleistung deutlich. "Nach 15 bis 20 Minuten wird die Weste selbst heiß. Sie hilft überhaupt nicht." Am meisten stört ihn aber die verpflichtende Regel, die eigentlich für die aktuelle Saison gelten sollte. "Das halte ich für völlig lächerlich. Am Ende geht es um meine eigene Sicherheit und darum, wie ich mich fühle. Das darf man niemandem vorschreiben."

Offenbar hat die Kritik zu einer Kompromisslösung geführt. Die Fahrer können sich weiter gegen die Weste entscheiden. Sie müssen dann ein Zusatzgewicht im Auto platzieren. Dieses Ballastgewicht entspricht exakt dem Gewicht des Kühlsystems. In die feuerfesten Unterhemden ist ein rund 50 Meter langes Schlauchsystem integriert. Eine Pumpe im Cockpit zirkuliert eine Kühlflüssigkeit durch die Schläuche.

Mit dem zusätzlichen Ballast bei den Gegnern des Systems ist die Chancengleichheit gewahrt. Das Mindestgewicht der Fahrzeuge wird pauschal um fünf Kilogramm angehoben. Max Verstappen dürfte sich vermutlich gegen das Tragen der Kühlweste entscheiden.

Der Große Preis von Österreich wird nun zum ersten Härtetest in der laufenden Saison. Schließlich gab es in dieser Saison noch kein von der FIA deklariertes Hitzerennen. Der Automobil-Weltverband und die Formel 1 wollen eine Wiederholung der Ereignisse von Katar 2023 konsequent verhindern.

Fazit