Vorschau GP Brasilien

Löst Mercedes das Reifen-Problem?

Lewis Hamilton - GP Brasilien 2017 Foto: Wilhelm 54 Bilder

Die WM-Titel sind vergeben. Beim GP Brasilien würden Ferrari und Red Bull aber gerne noch einmal ein Ausrufezeichen gegenüber Mercedes setzen. Spannung herrscht auch noch im Mittelfeld. Wir haben die letzten Infos in unserer Vorschau.

Nur weil Mercedes und Lewis Hamilton in Sachen Meisterschaft schon alles klar gemacht haben, heißt es nicht, dass die letzten beiden Saisonrennen uninteressant werden. Ganz im Gegenteil! Jetzt muss niemand mehr Rücksicht auf die WM-Stände nehmen. Jeder kann befreit angasen. Die meisten Piloten haben nichts mehr zu verlieren. Und die Rennstrecke in Sao Paulo ist ja sowieso immer Garant für Action.

Das Einschalten zur besten Sendezeit am Sonntag (Start um 18.10 Uhr) lohnt sich auch wegen der noch offenen Fragen in der Teamwertung. Force India würde sich gerne noch auf Rang 6 vorbei an McLaren schieben, im Kampf um Platz 8 liegen Sauber und Toro Rosso nur 3 Zähler auseinander. Und bei Mercedes hofft auf den vorzeitigen Gewinn des Konstrukteurspokals. Wenn Ferrari nicht mehr als 12 Punkte auf die silberne Konkurrenz aufholt, geht der nächste Titel nach Brackley.

Auch das typisch-launische Wetter könnte wieder dafür sorgen, dass keine Langeweile aufkommt. Vor allem für den Quali-Samstag und den Rennsonntag sind immer wieder Schauer und Gewitter vorhergesagt. Aber auch bei Trockenheit wird es interessant. Die große Frage lautet dann vor allem, ob Mercedes wie in Austin und Mexiko wieder mit erhöhtem Reifenverschleiß zu kämpfen hat.

Die Strecke: Autodromo José Carlos Pace Sao Paulo

Formel Schmidt - GP Mexiko 2018 - Teaserbild
Schlägt Ferrari 2019 zurück? 13:16 Min.

Sao Paulo gehört zu den Dinos im Kalender. Schon seit 1972 werden auf der berühmten Strecke in Interlagos (übersetzt: „zwischen den Seen“) Grand Prix Rennen ausgetragen. Damals lag die Piste noch im Brachland vor den Toren der Stadt. Mittlerweile hält die Krake Sao Paulo das 4,309 Kilometer lange Asphaltband fest umschlossen.

Der Grand Prix von Brasilien war in seiner Geschichte immer wieder Schauplatz berühmter Schlachten. Unvergessen bleibt der erste Heimsieg von Ayrton Senna 1991, bei dem er sich total erschöpft und von Krämpfen geschüttelt auf das Podium schleppte. Auch das Krimi-Finale 2008, als Lewis Hamilton Felipe Massa wenige Meter vor dem Ende den Titel wegschnappte, dürfte vielen F1-Fans noch gut in Erinnerung sein.

Vom Layout her hat der Autodromo José Carlos Pace alles zu bieten: Lange Vollgaspassagen wechseln sich mit schnellen und langsamen Kurven ab. Zwei DRS-Zonen – auf der Ziel- und der Gegengerade – sorgen stets für viel Action. 800 Meter über Meereshöhe gelegen bedeutet das Rennen auch für die Turbos Schwerstarbeit. Nach den Erfahrungen von Mexiko (2.200 m) sollten die Ingenieure allerdings für diese Herausforderung gewappnet sein.

Fast Facts GP Brasilien

  • Streckenlänge: 4,309 km
  • Rundenanzahl: 71
  • Renndistanz: 305.355 km
  • Streckenrekord: Rubens Barrichello: 1:11.044 min. (Verstappen, 2017)
  • Top-Speed: 338 km/h
  • Längste Vollgaspassage: 935 Meter (zwischen Kurve 12 & 1)
  • Geringste Geschwindigkeit: 80 km/h (Kurve 10)
  • Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 334 Meter
  • Spritverbrauch: gering
  • Reifenverschleiß: mittel
  • Bremsbelastung: gering
  • Reifenmischungen: supersoft / soft / medium
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 70 Prozent

Das Setup für den GP Brasilien

Pirelli-Infografik - GP Brasilien 2018 Foto: Pirelli
Pirelli bringt weichere Reifen als im Vorjahr nach Sao Paulo.

Die Einstellung des Fahrwerks ist durch das abwechslungsreiche Layout stets kompliziert. Aus den langsamen Kurven 8,9, 10 und 12 benötigen die Piloten gute Traktion und damit eine etwas weichere Abstimmung. Die schnellen Ecken (Kurven 3 bis 7) verlangen dagegen eine stabile Straßenlage. Hier muss der optimale Kompromiss gefunden werden. Ein Fragezeichen schwebt immer über dem Asphalt. In Sao Paulo werden die Ingenieure regelmäßig von neuen Bodenwellen überrascht, die von einem zum anderen Jahr entstehen.

Bei den Flügeln ist der richtige Mix aus Luftwiderstand und Abtrieb gefragt. Wegen der langen Geraden wird der Heckflügel nicht maximal angewinkelt. Vorne wird dagegen tendenziell etwas mehr Anstellung gefahren, damit das Auto auf der Vorderachse stabil in die schnellen Kurven einlenkt. In puncto Bremsbelastung gibt es dagegen keine großen Herausforderungen. Spannung gibt es in puncto Reifenverschleiß: Im Vergleich zum Vorjahr geht Pirelli mit den Mischungen „Supersoft“, „Soft“ und „Medium“ eine Stufe weicher. Wir sind gespannt, ob das reicht, die Piloren mehrmals an die Boxen zu zwingen.

Technische Upgrades:

Die WM ist gelaufen. Große Upgrade-Pakete dürfte beim vorletzten Rennen der Saison niemand mehr aus dem Hut zaubern. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf die Technik. Jetzt kommt normalerweise die Zeit, in der die Ingenieure schon die ersten Experimental-Teile für die kommende Saison auspacken. Gespannt sind wir auch, ob Ferrari den neuen Unterboden erstmals im Rennen einsetzt oder komplett ausmustert.

Die Favoriten:

Sebastian Vettel - GP Brasilien 2017 Foto: sutton-images.com
Vettel feierte seinen Sieg im Vorjahr mit Rauchzeichen.

Nach der Red-Bull-Show in Mexiko dürfte es für Max Verstappen in Brasilien deutlich schwieriger werden. Die lange Bergauf-Gerade verlangt nach Motorleistung, bei der das Renault-Aggregat der Konkurrenz von Mercedes und Ferrari bekanntlich ein Stück hinterherhinkt. Nur auf nasser Fahrbahn sehen wir eine Chance für Red Bull, die gute Vorstellung vom letzten Rennen zu wiederholen.

Im Duell zwischen Rot und Silber um den Sieg dürfte es ganz eng zugehen. Ferrari hat zuletzt wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Mercedes plagte sich derweil mit erhöhtem Reifenverschleiß herum. Wenn die Ingenieure das Problem in der Zwischenzeit nicht lösen konnten, dürften Vettel und Räikkönen dank der weichen Mischungen leichtes Spiel haben.

Im Mittelfeld erwarten wir auch die Teams mit mehr Motor-Power wieder stärker als zuletzt – namentlich Force India, Sauber und HaasF1. Renault muss sich sicher mehr strecken, wenn es Zählbares geben soll. Nico Hülkenberg gilt allerdings nach seiner Pole Position im Jahr 2010 als Sao-Paulo-Spezialist. Vor allem auf feuchter Strecke ist der Rheinländer hier immer stark.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP Brasilien 2017:

Sebastian Vettel hieß der Sieger des GP Brasilien 2017. Der Ferrari-Pilot übernahm direkt am Start in Führung vor Valtteri Bottas, der von der Pole-Position losgefahren war und am Ende Zweiter wurde. Kurz nach dem Start gab es mehrere Unfälle zwischen Stoffel Vandoorne, Kevin Magnussen und Daniel Ricciardo sowie Esteban Ocon und Romain Grosjean. Die folgende Safety-Car-Phase kam vor allem Lewis Hamilton entgegen, der nach einem Crash im Qualifying aus der Boxengasse starten musste.

Am Ende wäre dem Weltmeister beinahe noch der Sprung aufs Podium gelungen, doch Kimi Räikkönen konnte den Mercedes hinter sich halten. Der fünfte Rang ging an Max Verstappen im Red Bull vor Teamkollege Daniel Ricciardo. Felipe Massa feierte zum Abschied bei seinem Heimrennen mit Platz 7 noch ein Ergebnis in den Punkten. Fernando Alonso landete dahinter auf dem achten Rang vor Sergio Perez im Force India und Nico Hülkenberg im Renault.

In unserer Galerie zeigen wir noch einmal die vielen Highlights des GP Brasilien 2017.

Zeitplan GP Brasilien 2018

Sitzung Start (MEZ)
Freies Training 1 1. Training – Fr. 9. November – 14.00 Uhr
Freies Training 2 2. Training – Fr. 9. November – 18.00 Uhr
Freies Training 3 3. Training – Sa. 10. November – 15.00 Uhr
Qualifying Qualifying – Sa. 10. November – 18.00 Uhr
Rennen Rennen – So. 11. November – 18.10 Uhr
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