Max Verstappen - GP USA 2019 Motorsport Images
Lewis Hamilton - GP USA 2019
Sebastian Vettel - GP USA 2019
Cheerleader - GP USA 2019
Daniel Ricciardo - GP USA 2019 50 Bilder

Vorschau GP USA 2021: Hamilton-Konter in Austin?

Vorschau GP USA 2021 Hamilton-Konter im Wilden Westen?

Mit dem US-Grand-Prix biegt die F1-Saison auf die Zielgerade ein. Zuletzt hatte sich Max Verstappen beim Europa-Finale in Istanbul die Führung in der WM zurückerobert. Aber in Austin ist Lewis Hamilton immer besonders stark. In der Vorschau haben wir die letzten Infos zum Rennwochenende in Texas.

So langsam wird es ernst in der Formel 1. Bei nur noch sechs ausstehenden Rennen kann sich keiner der WM-Rivalen mehr einen groben Fehler leisten. Max Verstappen reist mit lediglich sechs Punkten Vorsprung nach Austin, das am kommenden Wochenende (24.10.) den Auftakt des großen Übersee-Endspurts der Saison bildet.

Die Führung in der Fahrerwertung wechselte seit dem Ende der Sommerpause gleich mehrfach hin und her. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Lewis Hamilton auf dem Circuit of the Americas erneut einen Konter setzen kann. Von den acht Rennen auf der 2012 eröffneten Strecke gewann der Brite fünf. Hier trumpft Hamilton immer besonders stark auf.

Letztes Jahr fiel der US-Grand-Prix wegen der Corona-Pandemie aus. Das Gastspiel der Motorrad-WM Anfang Oktober hat aber schon gezeigt, dass sich die Strecke seit dem letzten Besuch der Königsklasse im Jahr 2019 deutlich verändert hat. Viele Abschnitte wurden neu asphaltiert. Dort, wo noch der alte Untergrund liegt, warten zum Teil fiese Bodenwellen auf die Piloten. In den vergangenen Tagen ließen die Veranstalter schweres Gerät anrücken, um die größten "Bumps" etwas zu glätten.

Neben der anspruchsvollen Strecke sorgte in den letzten Jahren auch immer wieder das Wetter für zusätzliche Würze. Nach komplett nassen oder empfindlich kalten Rennwochenenden erwartet den F1-Zirkus dieses Jahr extreme Hitze. Die Meteorologen sagen an allen drei Tagen Temperaturen jenseits der 30°C-Marke voraus. Zum Rennen könnten ein paar Schauer für Abkühlung sorgen.

Die Strecke: Circuit of the Americas

Der Circuit of the Americas ist von den Zahlen her eine eher durchschnittliche Rennstrecke. Eine Runde ist 5,513 Kilometer lang und besteht aus 20 Kurven – davon 11 links und 9 rechts herum. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt auf einer Quali-Runde rund 215 km/h. Der Top-Speed kann mit DRS und Windschatten schon mal auf 340 km/h klettern, wie bei Sergio Pérez im Rennen 2018. Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Wahrheit.

Die von Hermann Tilke entworfene Texas-Achterbahn ist mit ihren vielen schnellen Kurven eine besondere Herausforderung für die Fahrer. Vor allem das Geschlängel im ersten Sektor, das an Suzuka oder Silverstone erinnert, hat es in sich. Austin hat aber auch langsame Passagen zu bieten – vor allem im hinteren Streckenteil. Hier gibt es mehr Kurven unter 100 km/h als in Ungarn. Dazu eine lange Gerade – gleichzeitig DRS-Zone – von einem Kilometer Länge mit einer perfekten Überholmöglichkeit am Ende. Ein weiteres Mal dürfen die Fahrer DRS auf der Start-Ziel-Gerade einsetzen.

Die extremen Tempounterschiede zwischen den einzelnen Streckenteilen sind aber nur eine Herausforderung. Besonders eindringlich bleibt der Circuit of the Americas wohl wegen der markanten Höhenunterschiede in Erinnerung. Nach dem Motto "Klotzen statt Kleckern" wurden in der platten Wüste mehrere Hügel aufgeschüttet. Vor allem die Anfahrt auf Kurve 1 ist spektakulär. Hier geht es eine "Wand" bis auf 41 Meter Höhe hinauf. Brems- und Einlenkpunkte sind in den vielen blinden Kurven nicht einfach zu finden.

Fast Facts zum GP USA:

  • Streckenlänge: 5,513 km
  • Rundenzahl: 56
  • Renndistanz: 308,4 km
  • Anzahl Kurven: 20 (11L / 9R)
  • DRS-Zonen: 2 (T11-T12 / T20-T1)
  • Entfernung von Pole Position bis erste Bremszone 1: 240 Meter
  • Länge der Boxengasse: 414 Meter
  • Safety-Car-Wahrscheinlichkeit: 20% (2015 – 2019)
  • Reifenmischungen: C2, C3 und C4
Pirelli-Infografik - GP USA 2021
Pirelli
Durch die erwartete Hitze könnte der US-Grand-Prix zu einem Zweistopp-Rennen werden. Pirelli bringt die drei mittelharten Mischungen mit nach Austin.

Setup

Der Mix aus langen Geraden sowie ultraschnellen und langsamen Kurven erschwert es den Ingenieuren, den richtigen Setup-Kompromiss zu finden. Da die Rundenzeit eher in den Kurven als auf der Geraden gemacht wird, sind die Flügel mehr in Richtung Abtrieb ausgelegt – ähnlich wie in Abu Dhabi. Vor allem die Frontflügel werden etwas steiler gestellt, um Untersteuern in den langsamen Passagen zu vermeiden.

Die relativ flachen Randsteine erlauben eine geringe Fahrzeughöhe, die besonders in den schnellen Kurven aerodynamische Stabilität generiert. Ganz hart dürfen die Dämpfer aber nicht gestellt werden. Aus den langsamen Ecken am Ende der Runde ist Traktion gefragt, was etwas mehr Federweg auf der Hinterachse bedingt. Dazu kommen noch die Bodenwellen, die abgefedert werden müssen.

In Sachen Reifen hat Pirelli wie schon beim letzten Austin-Gastspiel 2019 die drei mittlelharten Sorten in Gepäck. Normalerweise sehen die Fans in Austin nicht mehr als einen Boxenstopp pro Fahrer. Doch beim letzten Auftritt 2019 landeten mit Bottas und Verstappen gleich zwei Piloten mit einer Zweistopp-Strategie auf dem Podium. Wir sind gespannt, wie stark die extremen Temperaturen in diesem Jahr den Gummiverschleiß erhöhen.

Die Updates:

Beim Thema Neuteile können wir uns nur wiederholen. Obwohl der Endspurt der Meisterschaft so viel Spannung verspricht wie lange nicht, sind für die verbleibenden sechs Rennen kaum noch Upgrades zu erwarten. Bei dem großen Entwicklungsaufwand für die komplett neuen Autos für 2022 können es sich selbst die Top-Teams nicht leisten, Ressourcen für die Auslaufmodelle abzuzweigen.

Interessant ist nur noch die Frage, welche Piloten in den letzten Rennen noch einmal neue Motorenpakete zum Einsatz bringen. In Sotschi kassierte Verstappen eine Strafe, in Istanbul musste Hamilton unfreiwillig in der Startaufstellung zurück. Auch Charles Leclerc, Carlos Sainz und Daniel Ricciardo hat dieses Schicksal kürzlich getroffen. Austin ist wegen der wenigen Überholmöglichkeiten aber keine ideale Strecke für Aufholjagden aus den hinteren Reihen. Wer noch einmal den Motor wechseln muss, wird das wohl eher in Mexiko oder Brasilien erledigen.

Lewis Hamilton - GP USA 2019
Wilhelm
Lewis Hamilton krönte sich beim letzten F1-Gastspiel in Austin zum sechsfachen Weltmeister.

Die Favoriten:

Vom Layout her bietet Austin von allem etwas – schnelle und langsame Kurven wechseln sich ab. Dazu gibt es eine lange Gerade. Da sind Allrounder-Qualitäten gefragt. Vor ein paar Wochen hätten wir Mercedes und Red Bull hier auf Augenhöhe gesehen. Doch bei fünf der letzten sechs Rennen stellte der schwarze Silberpfeil die Messlatte dar. Und da waren ebenfalls unterschiedliche Layouts dabei. Deshalb sehen wir Lewis Hamilton leicht in der Favoritenrolle.

Der amtierende Weltmeister hat zudem schon mehrfach bewiesen, dass ihm die Strecke in Austin besonders gut liegt. Fünf Siege hat er hier schon eingefahren. Beim letzten Auftritt im Jahr 2019 leistete sich der Engländer aber im Qualifying eine kleine Schwäche, die ihn auf Startplatz fünf zurückwarf und den Sieg im Duell mit Teamkollege Bottas kostete. Zum Trost fuhr Hamilton mit Rang zwei den sechsten WM-Titel nach Hause.

Im Verfolgerduell hatte zuletzt Ferrari klar die Oberhand gegen McLaren. Doch Austin sollte den Dienstwagen von Lando Norris und Daniel Ricciardo wieder etwas besser schmecken als Istanbul. Allerdings hat Ferrari mit dem neuen Motor einen großen Schritt nach vorne gemacht. Wir befürchten deshalb, dass Charles Leclerc und Carlos Sainz die dritte Kraft im Feld sein werden.

Um die letzten verbleibenden WM-Punkte dürften sich wieder Pierre Gasly und die beiden Alpine-Piloten streiten. Für Aston Martin sehen wir dagegen nur Außenseiter-Chancen, wenn die Mittelfeld-Konkurrenz Fehler macht. Auch die beiden Haas-Rookies dürften sich keine großen Hoffnungen machen, dass die ersten WM-Punkte der Saison ausgerechnet in Texas eingefahren werden. Für Mick Schumacher und Nikita Mazepin ist die Strecke in Austin noch komplettes Neuland.

So lief das Rennen im Vorjahr – GP USA 2019

Eigentlich sollte der US-Grand-Prix 2019 zur großen Hamilton-Party werden. Der Mercedes-Pilot wollte den sechsten Austin-Sieg mit dem sechsten WM-Titel verbinden. Am Ende spuckte ihm ausgerechnet Teamkollege Valtteri Bottas in die Suppe. Der WM-Zweite war von der Pole Position gestartet und verteidigte die Führung souverän durch die Anfangsphase. Erst als Verfolger Max Verstappen in Runde 13 mit einem frühen Boxenstopp den Undercut versuchte, geriet der Sieg kurz in Gefahr.

Die Mercedes-Strategen gingen kein Risiko ein und konterten den Red-Bull-Angriff sofort. Damit war klar, dass Bottas und Verstappen eine Zweistopp-Strategie fahren müssen. Lewis Hamilton, der sich im Startgetümmel von Startplatz fünf auf Rang drei nach vorne schieben konnte, probierte es mit einer alternativen Einstopp-Taktik. Das reichte am Ende aber nicht ganz zum Sieg.

Vier Runden vor Schluss machte Bottas im zweiten Anlauf auf der langen Geraden kurzen Prozess mit seinem Teamkollegen, dessen stärker abgefahrene Reifen keine Verteidigung mehr zuließen. Immerhin konnte sich Hamilton in den letzten Runden noch erfolgreich gegen den heranstürmenden Verstappen verteidigen und damit den Doppelsieg für die Silberpfeile perfekt machen. Auf dem Zielstrich trennten den Mercedes und den Red Bull nur 0,8 Sekunden. Der Sieg reichte Bottas aber nicht, um das WM-Duell weiter offen zu halten. Hamilton feierte mit Platz zwei den sechsten Titel.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Bilder des Texas-Spektakels von 2019.

Zeitplan GP USA 2021

Session Termin
Freies Training 1 Fr. 22. Oktober 2021 - 18.30 Uhr
Freies Training 2 Fr. 22. Oktober 2021 - 22.00 Uhr
Freies Training 3 Sa. 23. Oktober 2021 - 20.00 Uhr
Qualifikation Sa. 23. Oktober 2021 - 23.00 Uhr
Rennen So. 24. Oktober 2021 - 21.00 Uhr
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