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McLaren in die Formel E? Option für einen Einstieg

McLaren in die Formel E? Option für einen Einstieg

McLaren kokettiert mit einem Einstieg in die Formel E. Der Sportwagenbauer hat sich eine Option gesichert, durch die eine Teilnahme ab der Saison 2022/2023 möglich wäre. Ein Engagement knüpft McLaren an die Weiterentwicklung der Elektrorennserie.

Zuletzt hagelte es schlechte Nachrichten für die Formel E. Audi und BMW gaben bekannt, nur noch eine Saison in der Elektrorennserie mitzufahren. Danach steigen sie aus. Den geplanten Saisonauftakt in Chile, der für das kommende Wochenende geplant war, muss die Formel E verschieben. Die siebte Saison, die erste als Weltmeisterschaft unter dem Dach der FIA, startet damit erst Ende Februar in Saudi-Arabien. Für das Rennen in Santiago de Chile bemüht man sich um einen Ersatztermin.

Serienchef Alejandro Agag sucht nach Ersatz für die abwandernden deutschen Hersteller, die ab der achten Saison nicht mehr mitmischen werden. Ein möglicher Kandidat ist McLaren – allerdings erst für ein Jahr später. Der britische Sportwagenbauer hat eine Option erworben, die einen Einstieg ab der Saison 2022/2023 möglich machen würde. Welche Summe man dafür auf den Tisch gelegt hat, will McLaren-Racing-CEO Zak Brown nicht verraten. "Wir geben niemals vertrauliche Geschäftsinformationen weiter", lässt sich der US-Amerikaner in einer Pressemitteilung zitieren.

Zak Brown - McLaren - F1
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McLaren-Racing-CEO Zak Brown lässt prüfen, ob ein Einstieg in die Formel E sinnvoll ist.

Batterien von McLaren

Die Formel E kennt McLaren bislang über seinen Technologiearm "McLaren Applied", der die Rennserie mit der Einheitsbatterie beliefert. Der Vertrag läuft allerdings nur noch diese und nächste Saison. Bis dahin ist ein Einstieg der Sportwagenfirma als Team blockiert, weil McLaren ansonsten einen Wettbewerbsvorteil haben könnte. Deshalb greift die Option erst später. Statt McLaren wird Williams Advanced Engineering die Formel E wie in den ersten Jahren wieder mit Akkus ausrüsten.

Der erste Schritt ist getan. Der zweite ist die Auslotung, ob ein Formel-E-Projekt neben der Tätigkeit in der Formel 1 und der IndyCar-Rennserie für das Unternehmen überhaupt sinnvoll ist. McLaren will Machbarkeit und Sinnhaftigkeit anhand einer Reihe von Kriterien evaluieren. Dabei spielt neben dem Sportlichen auch der kommerzielle Ausblick der Rennserie und das Marketing eine Rolle. Bisher ist die Formel E nicht aus ihrer Nische ausgebrochen. Bisher hat sie kein breites Publikum angezogen – sonst würden Audi und BMW nicht den Stecker ziehen.

McLarens möglicher Einstieg würde zur selben Zeit erfolgen, wie die Formel E auf ihre dritte Rennwagen-Generation umsteigt. Die Elektro-Serie verspricht leichtere Autos, die gleichzeitig leistungsstärker und effizienter sein sollen. Es muss aber noch der Rahmen abgesteckt werden, indem sich die Hersteller bewegen können. Was dürfen sie selbst entwickeln? Was bleibt Standardware? Eine Schnellladetechnologie soll ebenso kommen wie ein Budgetdeckel auf den Hersteller wie zum Beispiel Mercedes drängen.

Die Formel E will mit der Einführung der Gen-3-Autos maximal 12 Teams an den Start bringen. Nach Wunsch von Agag soll McLaren eines davon sein. Ob die Mannschaft aus Woking überhaupt kommt, ob man ein eigenes Team aufbaut oder sich mit einem bestehenden verbündet, wird Teil des Evaluierungsprozesses. Für einen tatsächlichen Einstieg könnte sprechen, dass McLaren einen Teil der Formel-1-Belegschaft wegen der Budgetdeckelung in der Königsklasse in neue Projekte stecken muss. Die Sportwagenmarke jedenfalls hat sich die Elektrifizierung ihres Portfolios auf die Agenda geschrieben. Da könnte die Formel E ein gutes Marketing-Tool für die eigenen Produkte werden – vorausgesetzt, die Serie hört auf, ein Schattengewächs zu sein und zündet den Elektro-Turbo.

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