In den letzten Jahren sind Sonderlackierungen in der Formel 1 in Mode gekommen. Zur Jahrtausendwende gab es abweichende Designs nur in den seltensten Fällen. Heutzutage müssen sich Fans und Journalisten bei gefühlt jedem Rennen an Autos mit anderen Designs gewöhnen.
Häufig stecken auch Sponsoren-Interessen hinter den Absichten. Im folgenden Fall aber nicht. McLaren steht beim kommenden Glamour-Wochenende in Monaco (5. bis 7.6.) vor dem 1.000. Grand Prix in der Geschichte des Teams. Seit 2017 ist die Lackierung in den ikonischen Papaya-Farben gehalten. In diesen trat einst der Gründer des Rennstalls Bruce McLaren an.
Das Orange bleibt deshalb für Monte-Carlo auf dem Auto von Lando Norris und Oscar Piastri. Die Anthrazit-Akzente runden den Look ab. Verglichen mit dem gewöhnlichen 2026er-Design gibt es mehr wechselnde Farbelemente zwischen Orange und Anthrazit. Das erinnert etwas an das Aussehen einer Wespe. Würde ja passen. Immerhin benannten drei Forscher Piastri vergangene Woche (28.5.) nach einer 98 Millionen Jahre alten Wespe. Am auffälligsten ist die Motorhaube des MCL40. Auf dieser steht groß die Zahl 1000, um das besondere Ereignis hervorzuheben.
McLaren schließt auf
In der Geschichte der Formel 1 gibt es nur ein Team, das mehr Grand-Prix-Teilnahmen als McLaren vorweisen kann. Ferrari kommt auf 1.127 Rennen in der Königsklasse. Abgesehen von wenigen Ausnahmen ist die Scuderia seit dem zweiten offiziellen WM-Lauf im Jahr 1950 am Start. Insgesamt gab es 1.155 Rennen seit dem ersten Grand Prix 1950 in Silverstone.
Nach Ferrari ist McLaren der traditionsreichste Rennstall der Formel 1. Den 1.000. Grand Prix in Monaco zu feiern, passt zur Historie des Teams. Vor 60 Jahren reiste Gründer und Rennfahrer Bruce McLaren zum Debüt nach Monaco. In Monte-Carlo war nie ein Rennstall erfolgreicher. Auch nicht Ferrari. 16 Siege holte das Team aus Woking. Im Vorjahr beendete Lando Norris eine 17 Jahre andauernde Durststrecke an der Côte d'Azur.
Was die Zählweise angeht, scheint McLaren aber etwas geschummelt zu haben. Verschiedene Datenbanken spucken vor dem Klassiker im Fürstentum lediglich 998 F1-Starts aus. Vermutlich haben die Verantwortlichen den GP der USA 2005 als Teilnahme gewertet. Damals durften alle Michelin-bereiften Autos wegen eines Sicherheitsrisikos nicht starten und steuerten nach der Einführungsrunde die Box an. Sei's drum: Den 1.000. Grand Prix in Monaco beim 60-jährigen F1-Jubiläum des Teams zu feiern, ist spektakulärer als eine Woche später in Barcelona.

Im Spezial-Design will McLaren in Monaco das erste Rennen des Jahres gewinnen.
Strategie-Fehler abstellen
Die Chancen auf ein gutes Ergebnis am Mittelmeer stehen gut. Der McLaren funktioniert bestens in langsamen Kurven. Auf dem kürzesten Kurs des Jahres mit den langsamen Ecken müsste der MCL40 flott sein. Speed allein wird aber nicht reichen. Auch die Strategie muss passen. In Montreal (24.5.) lagen die Ingenieure kolossal daneben und schickten auf nahezu trockener Bahn Norris und Piastri auf Intermediates ins Rennen.
Es war nicht der erste Fehler der Strategen bei McLaren. Schon 2025 servierte man in Katar Max Verstappen den Sieg auf dem Silbertablett. Wegen des Patzers verlor man noch fast den Fahrertitel an den Red-Bull-Star. Solche Eigentore dürfen in Monte-Carlo nicht passieren. Immerhin: Regen und somit chaotische Wetterbedingungen sind für das Wochenende nicht vorhergesagt.












