Kompakt, geräumig, windschlüpfrig - Der Astra der elften Generation (Kadett eingeschlossen) geht als Schema-F-Musterbeispiel für fünftürige Kompaktautos durch. Die Konkurrenz aus Deutschland, Korea, Japan und auch Frankreich kam und kommt eckiger daher.
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Auch wer sich aber als Gebrauchtkäufer weniger am Design und mehr an den greifbaren Werten orientiert, liegt beim Astra K richtig. Er entstammt einer Zeit, in der praktisch alle Opel-Modelle durch eine überdurchschnittlich gute Karosserieverarbeitung im Hinblick auf Rostschutz und Materialgüte auszeichneten.
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Fahrerisch gab sich der Rüsselsheimer schon als Neuwagen relativ dynamisch. Die dynamische Gangart erlaubt nicht nur die ab 125 PS mittels Wattgestänge präzisierte Hinterachse, sondern auch eine gute Fahrwerksabstimmung an sich, sowie immerhin bis zu 200 Kilo Gewichtsersparnis gegenüber dem Vorgänger. Als Gebrauchter wiederum gefällt er mit recht haltbaren Verschleißteilen.
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Im Cockpit - hier erst wenige tausend Kilometer alt - findet sich eine gemischte Materialauswahl. Wo es drauf ankommt, gibt es recht hochwertige Oberflächen, anderswo dagegen nicht unbedingt. Das teilweise im Sichtbereich verbaute Hartplastik ist immerhin langlebiger als die Softlackbeschichtung vieler Bedientasten. So ist teilweise schon bei noch fünfstelligen Laufleistungen der eine oder andere Knopf bis zur weißen Grundschicht durchgewetzt.
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Je nach Ausstattung besitzt der Astra bereits ein teildigitales Kombiinstrument. Tankfüllstand, Wassertemperatur und Drehzahl werden analog angezeigt. Die Geschwindigkeit und ein gut gemachtes Paket an Bordcomputerinformationen stellt ein hochauflösendes Display dar. Achtung Technikfans: Ihm lässt sich per Diagnosesoftware noch eine Fülle weiterer darstellbarer Informationen entlocken.
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So geht's auch: Die meisten Astra K besitzen zwar auch ein Farbdisplay im Kombiinstrument, aber nur für Bordcomputerfunktionen. Den Rest zeigen hinreichend gut ablesbare Analoguhren da. Schmaler ausgestattete Modelle informieren in Schwarz-Weiß, aber immerhin auch mit angenehm hoher Auflösung. So sind unterm Strich alle erhältlichen Versionen des Kombiinstruments sehr angenehm zu nutzen.
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Noch einen Pluspunkt verdienen die Lenkradtasten des Astra - sowohl vom Autotester, als auch vom routinierten Vielfahrer. Warum? Ihr Bedienlayout ist prima und genialerweise lässt sich per Knopfdruck vom Abstandsregeltempomaten, auf einen normalen Geschwindigkeitshalter umschalten. Das ist höchst praktisch, wenn z.B. viel Verkehr mit großen Tempounterschieden unterwegs ist. Leider gab es diese Funktion nur bis zum Facelift 2010.
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Lautstärke und Scrollfunktionen werden beim großen IntelliLink-Navi durch Drehknöpfe gesteuert, der Rest über gut gemachte Touch- und Tastenbefehle. Eine klassische Zweiknopfbedienung von hoher Funktionalität. Das mattierte Display funktioniert auch bei Sonneneinstrahlung gut, und zeigt wie fast alle Astra-K-Radios auch Smartphonespiegelungen über Apple CarPlay und Android Auto. Es ist eine klare Empfehlung, auch für den Gebrauchtwagenkäufer. Wichtig: Achten Sie auf die Softwarestände und mögliche Updates.
Foto: Hans-Dieter Seufert
Und noch eine gute Nachricht für Gebrauchtkäufer: Die begehrte Smartphonespiegelung funktioniert bereits auf den kleineren und älteren Infotainmentversionen mit Touchscreen. Die Verbindung ist leider nicht ganz so stabil wie in neueren Systemen, und der Plastikrahmen ums Display wirkt etwas breiter. Doch zumindest letzteres tut der guten Nutzbarkeit kaum einen Abbruch.
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Gute Idee, schlecht gemacht. Nein, wir sprechen nicht von der Klimabedienung - die gibt in keiner Version Rätsel auf und stört im Alter allein mit abblätternden Tastenlacken. Gemeint ist der sogenannte Powerflex-Adapter. Power-was? Die Plastikleiste unten im Bild lässt sich variabel mittels Klemmen in rudimentäre Halterungen für Telefone oder Duftspender abändern. Das Ergebnis: Wackelig und unzweckmäßig. Alternativ lässt sich hier ein auffallend seichtes Ablagefächlein einsetzen. Praktisch geht anders.
Foto: Achim Hartmann
Eine Spitzenleistung im Kompaktsegment sind die Sitze des Astra K. Opel-typisch gut sind sie bereits in der Basisausführung. Ausgezeichnet sind außerdem die Komfortsitze mit dem Siegel der Aktion Gesunder Rücken e.V. Die lassen sich gegen Aufpreis auch elektrisch verstellen, mit Memory auf Position bringen und (jetzt kommt's) mit Massagefunktion ausrüsten. So wird der Astra endgültig zum Langstreckentalent.
Foto: Achim Hartmann
Als Sports Tourer ist der Astra hierzulande wohl der vertrauteste Anblick. Neben einem Plus an Laderaum (540-1630 statt 370-1.210 Liter) bietet er im Vergleich zum regulären Fünftürer außerdem eine geringfügig bessere Aerodynamik. Statt 0,28 besitzt der Kombi einen cW-Wert von 0,27.
Foto: Achim Hartmann
Obwohl die Konkurrenz in der Regel einige Liter mehr Stauraum bietet, ist der Astra-Kofferraum speziell im Kombi gut nutzbar. Er besitzt keine störende innere Ladekante, oder gar eine Stufe zur umgeklappten Rückbank. Alle Verkleidungen sind glattflächig und beherbergen zudem noch ein geräumiges Bodenfach. Je nach Ausstattung ist die Lehen der Rücksitzbank dreigeteilt umklappbar - praktisch!
Foto: Achim Hartmann
Eine Wohltat für Oft-Umklapper: Die Lehnenklappfunktion per Taste in der Seitenverkleidung.