Seit Jahren wartet die Marke Chrysler auf ein neues Volumenmodell, der Minivan Pacifica ist die letzte Baureihe, die der einstige US-Riese noch im Programm hat. Ein kurzer Auftritt in einem Video von Stellantis könnte einen ersten konkreten Hinweis auf die Zukunft der US-Marke geliefert haben. Im Rahmen des Investor Day 2026 zeigte der Konzern verschiedene künftige Antriebstechnologien und Fahrzeugprojekte. Zwischen bekannten Modellen war dabei ein bislang nicht offiziell vorgestellter Chrysler-Crossover zu sehen. Der Hersteller nannte weder den Namen des Fahrzeugs noch technische Details. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass es sich um die Serienversion des künftigen Chrysler Airflow handeln könnte, die nach bisherigen Planungen Ende 2027 vorgestellt und als Modelljahrgang 2028 auf den Markt gebracht werden soll.
SUV statt Coupé
Das Fahrzeug unterscheidet sich deutlich von den Airflow-Studien, die Chrysler 2022 auf der CES in Las Vegas und später auf der New York Auto Show präsentierte. Während die damaligen Konzeptfahrzeuge stark von fließenden Linien und einer coupéartigen Karosserie mit ausgefeilter Aerodynamik gekennzeichnet waren, zeigt das nun gesichtete Modell eine deutlich aufrechtere Karosserieform.
Auf den im Video erkennbaren Bildern wirkt der Crossover kantiger gestaltet. Die Front wird offenbar von einer durchgehenden LED-Lichtleiste geprägt, die sich über die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt. An den äußeren Enden sind vertikale Leuchtelemente erkennbar, die sich bis in die Stoßfängerbereiche ziehen. In der Mitte sitzt das aktuelle Chrysler-Flügellogo, das ebenfalls beleuchtet ausgeführt zu sein scheint. Ein ähnliches Gestaltungsmotiv zeigt sich am Heck. Dort reichen die Rückleuchten offenbar weit nach unten und betonen die Fahrzeugbreite.
Die Proportionen deuten auf einen klassischen Mittelklasse-Crossover hin. Das Fahrzeug wirkt niedriger als traditionelle SUV, besitzt aber die typische erhöhte Sitzposition und einen langen Radstand. Nach den bisherigen Eindrücken dürfte es sich um ein Modell mit zwei Sitzreihen und Platz für fünf Personen handeln.
Neue Plattform
Interessant sind auch die Hinweise auf die Antriebstechnik. Das Fahrzeug erschien in einem Video, das sich schwerpunktmäßig mit neuen Antriebssystemen von Stellantis beschäftigte. Unter der Fronthaube war dabei ein quer eingebauter Verbrennungsmotor zu erkennen. Sollte dieser Eindruck zutreffen, würde der künftige Chrysler nicht ausschließlich als Elektroauto angeboten werden.
Als technische Basis gilt inzwischen die neue Stellantis-Architektur STLA One. Ursprünglich sollte der Airflow auf der Plattform STLA Large entstehen. Der Konzern hat seine Planungen jedoch inzwischen verändert. STLA One ist als flexible Konzernarchitektur ausgelegt und soll verschiedene Fahrzeugklassen sowie unterschiedliche Antriebsarten unterstützen. Damit wären reine Elektroversionen ebenso möglich wie Hybrid- oder Verbrennermodelle.
Das ursprüngliche Konzeptfahrzeug aus 2022 setzte auf zwei Elektromotoren mit jeweils 150 kW Leistung an Vorder- und Hinterachse. Daraus ergab sich ein elektrischer Allradantrieb mit einer Systemleistung von rund 300 kW beziehungsweise 408 PS. Chrysler stellte eine Reichweite von bis zu 644 Kilometern in Aussicht. Die Batterie war im Fahrzeugboden zwischen den Achsen integriert. Zudem kündigte der Hersteller Schnellladefähigkeit sowie spätere Varianten mit unterschiedlichen Leistungsstufen an. Die Softwarearchitektur STLA Brain sollte Over-the-Air-Updates ermöglichen, während STLA AutoDrive perspektivisch Funktionen für automatisiertes Fahren nach Level 3 bereitstellen sollte. Das ist insofern bemerkenswert, als Stellantis diese Features jüngst auf der Investorenkonferenz als Feature für künftige Konzernmodelle bestätigt hat.












