Dakar-Pick-up Raptor als Vorbild: Ford plant Rallye-Rennwagen mit Straßenzulassung

Dakar-Pick-up Raptor als Vorbild
Ford plant Rallye-Rennwagen mit Straßenzulassung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.03.2026
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Da ist etwas Wildes im Anflug: Ford arbeitet an einem Extrem-Sportwagen, der die Offroad-Technik aus dem Rallyesport auf die Straße bringen soll. Wie Unternehmenschef Jim Farley bestätigte, entwickelt der Hersteller eine straßenzugelassene Variante des Raptor T1+, der für Langstrecken-Rallyes wie die Dakar konzipiert wurde. Das geplante Serienfahrzeug soll nach Angaben des Konzernchefs "alle Regeln brechen". Darüber berichtete das australische Portal CarExpert.

Ford-Boss will mehr Sport im Programm

Schon im vergangenen Jahr hatte der Ford-Boss öffentlich darüber nachgedacht, einen Supersportwagen auf Basis des Rallye-Raptor aufzulegen. Ford solle in Zukunft "der Porsche unter den Offroadern" werden. Am Rande des Formel-1-Grand-Prix von Australien in Melbourne äußerte sich Farley jetzt erneut zu den Plänen. Demnach arbeite das Team um Ford-COO Kumar Galhotra weiterhin an einem entsprechenden Konzept. Details zu Zeitplan, Bezeichnung oder konkreter Auslegung nannte der Konzernchef nicht.

Im Zentrum der Überlegungen steht ein Fahrzeug, das sich sowohl im Gelände als auch auf der Straße mit maximaler Leistung einsetzen lässt. Farley verwies darauf, dass die Grenze zwischen Offroad-Fahrzeugen und leistungsorientierten Straßenmodellen zunehmend verschwimme, weil speziell die Fahrwerkstechnik inzwischen so leistungsfähig sei, dass ein Rallye-Raid-Fahrzeug auch auf der Straße extrem gut performen könnte. Neue Technologien wie elektrifizierte Antriebe, digital gesteuerte Dämpfersysteme und Torque-Vectoring-Funktionen könnten einen Sportwagen ermöglichen, der in beiden Disziplinen gut performt. Farley sprach in diesem Zusammenhang von einem "digital unterstützten Supercar".

Grundlage für einen solchen "Zwitter" soll der Raptor T1+ sein, der ursprünglich als Wettbewerbsfahrzeug für die Rallye Dakar entwickelt wurde. Die Konstruktion entstand in Zusammenarbeit mit dem britischen Motorsport-Unternehmen M-Sport, langjähriger Partner von Ford im Rallye-Sport. Im Raptor T1 wird der Coyote-V8 mit fünf Litern Hubraum eingesetzt. Mit der im Dakar-Reglement vorgeschriebenen Drehmomentbegrenzung leistet der Saugmotor geschätzte 400 PS, offen sollen es jenseits 500 PS sein. Dieses Aggregat kommt auch in verschiedenen Mustang-Rennversionen zum Einsatz. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe. Die Karosserie besteht aus leichten Carbon-Faser-Paneelen, die über einem Stahl-Spaceframe montiert sind.

Offroad-Fahrwerk für die Straße?

Auch das Fahrwerk ist auf extreme Offroad-Belastungen ausgelegt. Der Raptor T1+ nutzt vorne und hinten eine Doppelquerlenker-Aufhängung mit einstellbaren Federbeinen. Dadurch erreicht das Fahrzeug einen Federweg von satten 350 Millimetern, nicht unbedingt das, was man üblicherweise von einem Straßensportwagen kennt. Hinzu kommt eine enorme Bodenfreiheit von gut 40 Zentimetern.

Welche technischen Elemente des Rallyefahrzeugs in eine mögliche Serienversion übertragen werden, ist derzeit offen. Nach Angaben Farleys wird weiterhin an Form, Auslegung und Details gearbeitet. Wahrscheinlich ist jedenfalls, dass der Coyote-V8, möglicherweise mit elektrischer Unterstützung, die zentrale Rolle spielen wird. Die geplante Neuinterpretation des Raptor-Konzepts ist Teil einer breiteren Strategie bei Ford. Der Hersteller will die Offroad-Performance-Familie weiter ausbauen und die Bezeichnung "Raptor" stärker als eigenständige Submarke positionieren.

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