Mit einer neuen Antriebsvariante baut die spanische Marke Ebro ihr aktuelles Einstiegsmodell S400 aus. Der kompakte Crossover, seit seiner Markteinführung 2025 das volumenstärkste Modell der Marke auf dem Heimatmarkt, erhält einen weiterentwickelten Hybridantrieb und eine leicht überarbeitete Front. Falls Ihnen der Name Ebro nichts sagt: Unter diesem in Spanien traditionsreichen Markennamen hatten sich 2024 der chinesische Hersteller Chery und die spanische Firma EV Motors zusammengetan, um in einem ehemaligen Nissan-Werk eine Reihe von SUV zu produzieren.
Dacia Duster-Format, aber 224 PS
Der S400 spielt für Ebro dabei eine zentrale Rolle. Seit dem Verkaufsstart im Sommer 2025 hat sich das Modell in Spanien zum meistverkauften Fahrzeug der Marke entwickelt und fungiert als Einstiegsangebot unterhalb der größeren Baureihen S700 und S800. Mit 4,32 Meter Länge ist er im Kompakt-SUV-Format unterwegs; das und der Preis (aktuell 19.900 Euro) machen ihn zum Sonderangebot im Segment und einem direkten Wettbewerber Dacia Duster. Der ist gerade einmal zwei Zentimeter länger und startet als Benziner mit 120 PS in Deutschland bei 18.990 Euro.
Nach nur einem Jahr im Programm folgt jetzt das Update für den Ebro S400, der letztlich ein umgelabelter Chery Tiggo 4 ist. Im Zentrum der Überarbeitung steht der Antriebsstrang. Während der bisherige S400 Hybrid mit einem Saugbenziner arbeitet, setzt die neue Variante auf einen aufgeladenen 1,5-Liter-TGDI-Vierzylinder aus dem Konzernregal von Chery. Der Motor ist speziell für Hybridanwendungen ausgelegt und gehört zur fünften Generation dieser Aggregate. In Kombination mit einem DHT-Automatikgetriebe (Dedicated Hybrid Transmission) und zwei Elektromotoren ergibt sich eine Systemleistung von 224 PS und ein maximales Drehmoment von 295 Nm. Gegenüber dem bisherigen System bedeutet das ein Plus von 20 PS. An der grundsätzlichen Architektur ändert sich nichts: Der S400 bleibt ein frontgetriebener Vollhybrid ohne externe Lademöglichkeit.
Turbo statt Sauger
Die elektrische Komponente basiert weiterhin auf einer NMC-Batterie, die kurze rein elektrische Fahrten ermöglicht. Ebro gibt für die neue Variante einen Normverbrauch von 5,5 Litern pro 100 Kilometer an.
Optisch unterscheidet sich die neue Version zwar vom bisherigen S400, das werden aber nur Insider erkennen, denn die Änderungen sind subtil. Zum neuen Auftritt gehört der neu gezeichnete Kühlergrill mit vertikalen Streben und integriertem Markenlogo. Hinzu kommen modifizierte LED-Tagfahrlichter, ein überarbeiteter Frontstoßfänger sowie neue Details, darunter Dachreling, mattgraue Zierleisten und schwarze Außenspiegelgehäuse. Serienmäßig sind 17-Zoll-Räder vorgesehen. Am Heck fallen neu gestaltete 3D-LED-Rückleuchten auf. Die Grundform des Ebro S400 bleibt unverändert.
Modernes Interieur
Im Innenraum sind die Änderungen noch dezenter: Es gibt einen neuen schwarzen Dachhimmel. Die digitale Infrastruktur bleibt unverändert. Das Cockpit kombiniert weiterhin ein 12,3-Zoll-Kombiinstrument mit einem zentralen Touchscreen gleicher Größe, der die Steuerung der Infotainmentfunktionen übernimmt.
Produziert wird der S400 in Spanien, genauer im ehemaligen Nissan-Werk in Barcelona. Die Anlage wurde nach dem Rückzug von Nissan im Jahr 2021 stillgelegt und anschließend von einem Joint Venture aus EV Motors und Chery reaktiviert. Die Fertigung erfolgt derzeit im CKD-Verfahren, bei dem vorgefertigte Baugruppen aus China angeliefert und vor Ort montiert werden. Der Markenname Ebro selbst hat in Spanien eine längere industrielle Tradition. Ursprünglich wurde er für Nutzfahrzeuge verwendet, bevor die Marke über Jahre vom Markt verschwand. Mit dem Einstieg von EV Motors und der Kooperation mit Chery wurde der Name wiederbelebt und auf eine neue SUV-Modellfamilie übertragen.
Marktstart und Preis
Und damit kommen wir zum eingangs erwähnten Haken: Bislang gibt es bei Ebro keine Überlegungen zum Thema Export. Die aktuellen Modelle, insgesamt vier SUV mit Hybrid-, Plug-in-Hybrid- und Verbrenner-Antrieb, werden ausschließlich in Spanien angeboten. Ein freier Import nach Deutschland wäre zwar prinzipiell problemlos möglich, würde aber entsprechende Schwierigkeiten bei Wartung, Service und Ersatzteilversorgung nach sich ziehen.
Der Marktstart der überarbeiteten Version ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Preise nennt Ebro noch nicht, die bisherige Einstiegsversion des S400 liegt in Spanien bei 19.900 Euro.












