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Erlkönig Hyundai Ioniq 6 Stefan Baldauf
Erlkönig Hyundai Ioniq 6
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Erlkönig Hyundai Ioniq 6
Erlkönig Hyundai Ioniq 6 36 Bilder

Hyundai Ioniq 6 (2022): Elektro-Limousine mit cW-Rekord

Hyundai Ioniq 6 (2022) erwischt Elegante Elektro-Studie wird Langweiler-Limousine

Hyundai bringt mit Verzögerung erst Mitte 2022 den Ioniq 6 als elektrische Sportlimousine auf den Markt. Sie orientiert sich an der Studie Prophecy. Einen ersten Erlkönig hat unser Fotograf nun abgeschossen.

Wenngleich Hyundai kürzlich mit dem Ioniq 5 das erste Modell der neuen Elektro-Submarke präsentiert hatte, so lässt sich dessen Design nicht auf die Sportlimousine Ioniq 6 transferieren. Hier bricht Design-Chef Sang Yup Lee ganz bewusst mit Traditionen und verpasst den Ioniq-Modellen kein klassisches Markengesicht.

Hyundai Ioniq 6 / Prophecy
Stefan Baldauf / Hyundai
Oben Erlkönig Hyundai Ioniq 6, unten die Studie Prophecy. Gut zu erkennen, die konventionell die Linienführung des Serienmodells im Vergleich zur Studie ausfällt.

Ioniq 6 verzögert sich

Aber, kurz vor dem Beginn der Produktion Anfang 2022 sieht Hyundai offenbar noch Handlungsbedarf beim Design und der Technik. Nach einem Bericht der "Korean Economic Daily" werden an der E-Limousine die Scheinwerfer neu gestaltet sowie die vorderen und hinteren Stoßfänger verändert. Dadurch wächst die Länge um 20 Millimeter auf 4,9 Meter.

Als weiterer Grund für die Verzögerung wird die vorübergehende Stilllegung des Asan-Werks für die Umrüstung angegeben. Die Fertigung des Ioniq 6 soll nun ab Mai/Juni 2022, zwei bis drei Monate später als geplant, starten.

Hyundai Ioniq 7
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Mehr Reichweite als Ioniq 5

Die Technik leiht sich das Modell aus dem C-Segment, also der Kompaktklasse, hingegen vom Ioniq 5. Entsprechend baut Nummer 6 auf der "Electric Global Modular Platform" – kurz "E-GMP" – auf, die für Plug-in-Hybrid-, Wasserstoff- und reinen Batterieantrieb optimiert wurde. Wie beim Modularen Elektro-Baukasten (MEB) von Volkswagen sind die Akkus im Fahrzeugboden untergebracht und haben verschiedene Kapazitäten. Da der Ioniq 6 über mehr als drei Meter Radstand verfügt, können zwischen den Achsen mehr Batterie-Einheiten untergebracht werden.

Hyundai Ioniq 5 N Retusche
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Entsprechend steigt auch die Reichweite, die bei 650 bis 700 Kilometern liegt. Beim Ioniq 5 gibt es zwei Batteriepacks mit 58 und 72,6 kWh Kapazität und zwei Antriebs-Layouts. Heckantrieb mit einem E-Motor und 160 kW (218 PS) Leistung sowie Allrad mit zwei Elektromotoren (230 kW / 313 PS), je einem pro Achse. Beim Ioniq 6 soll es statt der 72,6-kWh-Batterie einen größeren Akku mit 77,4 kWh geben. Dieser ist aus dem Kia EV6 bekannt. Dort leistet er mit Hinterrad-Antrieb 229 PS und als EV6 GT 585 Allrad-PS. Für das Standard-Laden sorgt ein 800-Volt-DC-Schnellladesystem von Rimac.

Die wichtigsten Fakten zur Electric Global Platform (E-GMP)

  • Sportliches Modell: unter 3,5 s für 0 – 100 km/h
  • Top-Speed: 260 km/h
  • Maximalleistung: 600 PS
  • Reichweite Basis-Modell: 500 km (WLTP)
  • Ladedauer: 18 Minuten für 80 Prozent Ladung; 5 Minuten für 100 Kilometer
  • Ladetechnik: 800 Volt, ohne Adapter auch Aufladung an 400 Volt-Stationen
  • Bidirektionales Laden: Vehicle-2-Load mit 3,5 kW
  • Heckantrieb mit weiterem Motor Allradantrieb
  • IDA Integrated Drive Axle
  • Fünflenker-Hinterachse

Hyundai Ioniq 6 mit richtigem Lenkrad

Im geräumigen Innenraum setzt Hyundai auch beim Ioniq 6 auf einen reduzierten Stil mit intelligenten Features. Der Fahrer schaut auf digitale Screens und ein Head-up-Display, die Sitze lassen sich mannigfaltig verschieben und sogar als Ruhesessel nach hinten klappen. Konnektivität wird im Ioniq 6 ebenso großgeschrieben wie vernetzte Assistenz- und Komfortsysteme.

Hyundai Ioniq 5 N Retusche
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Die Studie Prophecy kam mit einer Länge von 4,90 Meter daher und hatte trotz dieser Länge im Innenraum nur Platz für zwei Sitze plus zwei "Notsitze". Das futuristische Interieur dürfte sich indes nicht in die Serie übertragen lassen. Hier verbaute Hyundai ein großes Display, dass über die gesamte Fahrzeugbreite reichte und statt eines Lenkrad zwei Joysticks. In der Serienversion greifen die Fahrenden in ein konventionelles Volant im aktuellen Hyundai-Stil geben.

cW-Rekord angepeilt

Beim Exterieur wird das durchaus sportliche und filigrane Design der Studie nicht komplett in die Serie gerettet. Auf den neuesten Erlkönigbildern zeigt sich der Ioniq 6 eher in einem konventionellen Design. Der Vorderwagen baut deutlich höher, die Front erinnert ein wenig an den Kia EV6. Von der sportlich-eleganten Linienführung ist bei Serienmodell nur noch wenig übrig geblieben. Die Fenstflächen fallen großer aus, das Dach kauert nicht mehr flach über den Köpfen der Passagiere. Der Heckabschluss wirkt nicht mehr ganz so stilbildend wie bei der Studie. Unter der Tarnung zeichnet sich ein klassisches Abschluss mit Spoilerlippe sowie querliegenden Leuchten ab.

Mit diesem Style wollen die Koreaner einen cW-Wert von unter 0,20 erreichen. Zum Vergleich, der aktuell windschlüpfigste Modell – der Mercedes EQS kommt auf 0,20, der Mercedes CLA kommt auf 0,22, das Tesla Model 3 auf 0,23.

Fazit

Hyundai macht "Ioniq" zur Elektromarke und bringt 2022 mit dem Ioniq 6 eine kleine Sport-Limousine an den Start. Der Ioniq 5 hatte in der Studien-Version für Aufsehen gesorgt und rettete sein kantiges Design in die Serie. Das wird die Prophecy-Studie wohl nicht schaffen, die für die Serie entschärft mit einem cW-Rekord an den Start geht.

Hyundai Ioniq 6
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