BMW bereitet gerade für seine Oberklasse-Limousine ein umfassendes Facelift vor. Mit einem dunklen Teaserbild hatten die Münchener bereits einen ersten Ausblick auf das Facelift der 7er -Reihe gegeben. Doch jetzt sickern die ersten Fotos einer Präsentation in die sozialen Medien. So langsam verdichtet sich der Eindruck: Auch das überarbeitete Luxus-Flaggschiff behält das umstrittene Erscheinungsbild der aktuellen Generation mit geteilten Scheinwerfern und großen Nierengrills bei.
Design bleibt kontrovers
Die ersten Fotos zeigen, dass der riesige beleuchtete Grill und die schmalen Scheinwerfer beibehalten werden. Auch erste Erlkönigfotos (siehe Fotogalerie) deuten darauf hin, dass diese umstrittene Frontgestaltung grundsätzlich erhalten bleibt. Überarbeitet werden allerdings so einige Details. Prototypen mit umfangreicher Tarnung lassen erkennen, dass die Änderungen über ein klassisches Lifting hinausgehen könnten.
Unter der Verkleidung zeichnen sich neue Leuchtengrafiken nicht nur an der Front, sondern auch am Heck ab, während zusätzliche Sensoren im Bereich der Frontschürze und der Windschutzscheibe auf ein Update der Assistenzsysteme hindeuten. Denkbar war bisher eine Weiterentwicklung des teilautomatisierten Fahrassistenten "Personal Pilot L3", der aktuell nur in Deutschland verfügbar ist und unter bestimmten Bedingungen freihändiges Fahren ermöglicht. BMW hat Level 3 für das Facelift allerdings gestrichen.
Wegfall Personal-Pilot Level 3
Das System ermöglichte hochautomatisiertes Fahren nach SAE Level 3, bei dem in bestimmten Situationen – etwa im Stau auf Autobahnen – die Fahraufgabe und damit auch die rechtliche Verantwortung vom Fahrer auf das Fahrzeug überging. Während dieser Phase konnte sich der Fahrer vom Verkehrsgeschehen abwenden und etwa Streaming-Angebote nutzen. Hintergrund für das Aus dürften vor allem die hohen Systemkosten von rund 6.000 Euro Aufpreis bei gleichzeitig begrenztem Alltagsnutzen sein: Der Einsatz war bislang nur auf baulich getrennten Straßen und bis 60 km/h möglich.
Stattdessen setzt BMW künftig auf ein deutlich günstigeres Assistenzsystem nach Level 2, das im Zuge der 7er-Überarbeitung eingeführt wird und technologisch auf der neuen Elektronikarchitektur der "Neuen Klasse" basiert. Das System erlaubt freihändiges Fahren auf Autobahnen mit Funktionen wie automatischem Spurwechsel per Blickbestätigung und perspektivisch navigationsgestützter Unterstützung im Stadtverkehr, belässt die Verantwortung jedoch jederzeit beim Fahrer.
Neue Klasse im Innenraum
Im Innenraum dürfte der überarbeitete 7er einen deutlichen Technologiesprung machen. BMW plant die Integration der nächsten Infotainmentgeneration mit iDrive X sowie das Panorama-Head-up-Display "Panoramic Vision", das Informationen über die gesamte Breite der unteren Windschutzscheibenkante projiziert. Das Konzept ersetzt das klassische Kombiinstrument weitgehend durch eine neue Anzeige- und Bedienarchitektur. Ergänzt werden könnte dies durch einen größeren zentralen Touchscreen und überarbeitete Bedienelemente. Damit würde der 7er zu den ersten bestehenden BMW-Modellen gehören, die zentrale Technologien der kommenden Neuen Klasse übernehmen, ohne deren Plattform vollständig zu nutzen.
Kommt der V8-Motor zurück?
Bei den Antrieben liegt der Schwerpunkt auf Effizienz und technischer Weiterentwicklung. Reihensechszylinder-Benziner mit 48-Volt-Mildhybrid-Technik dürften weiterhin das Rückgrat des Angebots bilden, ergänzt durch Plug-in-Hybridvarianten. Für die elektrische Version BMW i7 wird eine Weiterentwicklung des Batteriesystems erwartet, möglicherweise mit zylindrischen Zellen höherer Energiedichte, wie sie auch für die Neue Klasse vorgesehen sind.
Zudem könnte das Modellprogramm wieder um leistungsstärkere Varianten erweitert werden, etwa durch eine überarbeitete M760-Version mit V8-Motor oder eine besonders luxuriöse Alpina-Ausführung, die künftig direkt unter dem Dach von BMW entsteht. Nach derzeitigen Informationen soll die Produktion des überarbeiteten 7ers bereits angelaufen sein. Die Weltpremiere wird noch für 2026 erwartet, möglicherweise im Rahmen der IAA Mobility in München. Die noch aktuelle 7er-Generation (G70) ist bereits seit November 2022 auf dem Markt.












