Neuer Mercedes EQS: Das Facelift versteckt sich unterm Blech

Neuer Mercedes EQS
Das Facelift versteckt sich unterm Blech

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.01.2026
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Ziel ist es, die Effizienz, Ladegeschwindigkeit und Reichweite der elektrischen Luxuslimousine deutlich zu verbessern.

Der EQS erhält eine neue 800-Volt-Architektur, die künftig die Basis für schnellere Ladezeiten und geringeren Energieverlust schaffen soll. Im Vergleich zur bisherigen 400-Volt-Technik ermöglicht das System höhere Ladeleistungen, geringere Kabelquerschnitte und ein effizienteres Energiemanagement. Damit reagiert Mercedes auf die wachsende Kritik an den bislang langen Ladezeiten und der Reichweite des Fahrzeugs.

Neue Elektroarchitektur und effizientere Antriebe

Zudem wird der EQS auf die überarbeitete Plattform EVA2M umgestellt, auf der auch die nächste Generation der elektrischen Mercedes-Modelle aufbauen wird. Eingesetzt werden künftig die neuen eATS-2.0-Antriebe mit Siliziumkarbid-Wechselrichtern, die für eine verbesserte Energieeffizienz und Leistungsabgabe sorgen sollen. Eine zweistufige Übersetzung an der Hinterachse soll gleichzeitig höhere Endgeschwindigkeiten ermöglichen.

Erste Testfahrzeuge mit der neuen Technik sind bereits seit Monaten auf öffentlichen Straßen unterwegs. Die Erlkönige zeigen, dass sich die optischen Änderungen vor allem auf die Frontpartie und den Heckabschluss beschränken. Der Grundentwurf mit der stark gewölbten Dachlinie bleibt erhalten. Nach Angaben aus Designkreisen wurde die Linienführung des 2025er-Modells bewusst leicht angepasst, um den EQS optisch näher an die klassische Formensprache der Marke heranzuführen.

Kritik an Konzept und Positionierung

Der EQS hatte seit seiner Markteinführung mit durchwachsenen Verkaufszahlen zu kämpfen. Viele Kunden bemängelten, dass das Modell trotz des "S" im Namen nicht die Raumverhältnisse und Proportionen einer klassischen S-Klasse biete. Chefdesigner Gorden Wagener, der Ende Januar 2026 in den Ruhestand geht, erklärte rückblickend, der EQS sei "nie als S-Klasse konzipiert" gewesen, sondern ein eigenständiges Konzept.

Mercedes-Chef Ola Källenius bestätigte bereits Ende 2024, dass der EQS langfristig auslaufen und künftig durch zwei Varianten der S-Klasse ersetzt werden soll – eine mit Verbrennungsmotor und eine vollelektrische Version. Beide Modelle sollen sich äußerlich kaum unterscheiden, technisch jedoch klar getrennt sein. Damit folgt Mercedes dem Ansatz von BMW, bei dem sich Elektro- und Verbrennermodelle stärker ähneln, um Kunden den Umstieg zu erleichtern.

Premiere und technische Perspektive

Die offizielle Vorstellung der überarbeiteten EQS-Generation wird frühestens Mitte 2026 erwartet. Der Marktstart dürfte Anfang 2027 erfolgen. Neben der neuen Elektroarchitektur wird der Wagen voraussichtlich auch über eine weiterentwickelte Batterie mit höherer Energiedichte verfügen. In Kombination mit den effizienteren Motoren könnte sich die Reichweite spürbar erhöhen – vergleichbare Technik im elektrischen CLA ermöglicht derzeit bis zu 800 Kilometer nach WLTP.

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