Produktion in Leipzig: Porsche gibt beim Verbrenner-Macan nochmal richtig Gas

Produktions-Endspurt beim Porsche Macan Benziner
Porsche gibt beim Verbrenner-Macan nochmal Vollgas

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.05.2026
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Normalerweise vermeiden es Automobilhersteller tunlichst, einen ihrer absoluten Bestseller ohne direkten Nachfolger in den Ruhestand zu schicken. Doch bei Porsche steht derzeit genau dieses Szenario vor der Tür. Während der elektrische Macan bereits auf den Straßen rollt, tickt die Uhr für die Benzin-Variante unerbittlich – und das Ende kommt früher als gedacht.

Der Macan ist für Porsche eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Was 2014 als kleiner Bruder des Cayenne begann, entwickelte sich schnell zum Volumenmodell, das die Kassen in Stuttgart-Zuffenhausen füllte und die Entwicklung reinrassiger Sportwagen erst finanzierte. Doch das Schicksal der ersten Macan-Generation war bei uns im Frühjahr 2024 schneller als erhofft besiegelt. Der Grund: EU-Richtlinien zur Cybersicherheit (UNECE WP.29). Die Elektronik-Architektur des Verbrenner-Macan ließ sich laut Porsche nicht mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand auf den geforderten Standard nachrüsten.

Produktionsstopp im Sommer 2026

In Nicht-EU-Märkten – wie USA, Kanada, Großbritannien, China, dem Nahen Osten oder Lateinamerika – wurde der Bestseller munter weiter verkauft. Wie Porsche-Finanzchef Jochen Breckner kürzlich in einer Telefonkonferenz mit Investoren bestätigte, wird die Produktion des Verbrenner-Macan nun aber im Sommer 2026 endgültig eingestellt. Um die drohende Lücke zu überbrücken und die weiterhin hohe Nachfrage – insbesondere in den USA – zu bedienen, verfolgt Porsche im Werk Leipzig eine ungewöhnliche Strategie: Anstatt die Fertigung langsam auslaufen zu lassen, wird sie bis zum Schluss auf Hochtouren laufen.

Man wolle so viele Fahrzeuge wie möglich "auf Halde" produzieren, um den weltweiten Markt bis weit ins Jahr 2027 hinein versorgen zu können. Das Problem mit dem Nachfolger: Der günstigste elektrische Macan kostet in den USA rund 14.900 Dollar mehr als das Basis-Benzinmodell. Mit Allradantrieb wächst der Preisunterschied sogar auf über 18.000 Dollar an. Dazu erschweren die gekürzten Steuervergünstigungen in den USA den Absatz von E-Fahrzeugen massiv. Allein im ersten Quartal 2026 verkaufte Porsche weltweit immer noch rund 2.000 Verbrenner-Macans mehr als elektrische Modelle.

Ein Nachfolger kommt – aber erst 2028

Besonders schmerzlich ist die zeitliche Lücke, die nun entsteht. Ein neuer Crossover mit Verbrennungsmotor ist zwar in Arbeit, wird aber voraussichtlich erst 2028 auf den Markt kommen. Das Projekt, das Teil eines milliardenschweren Pakets zwischen Porsche und Audi ist, wird technisch eng mit dem Audi Q5 verwandt sein. Porsche-Chef Michael Leiters verspricht jedoch einen "echten Porsche" mit eigenständiger Technologie und Performance. Man nehme sich bewusst die Zeit bis 2028, um kein hastig umetikettiertes Audi-Modell zu präsentieren.

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