Sommerreifen-Test 2018

11 Reifen (225/45 R17) im Vergleich

ams Sommerreifen-Test 2018 Foto: Dino Eisele 22 Bilder

Die neue Standard-Reifen-Dimension für die Kompaktklasse heißt 225/45 R17. Das verspricht hohe Fahrdynamik. Aber wie steht es um den Fahrkomfort und die Sicherheit speziell auf regennasser Straße?

Wir haben elf aktuelle Modelle solcher Sommer-Reifen gestestet – von bekannten Markenprodukten wie Michelin oder Continental bis hin zu preiswerteren Alternativen aus Asien wie Nankang oder Giti. Die ausführliche Ergebnistabelle finden Sie in der Bildergalerie. Und hier die Testergebnisse mit Stärken und Schwächen der einzelnen Reifen, beginnend mit dem Testsieger:

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ams Sommerreifen-Test 2018
Sommerreifen-Test 2018 (225/45/ R17) Die besten Reifen für Kompakte
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Michelin Pilot Sport 4 (Testsieger)

 Sehr ausgewogener Reifen mit sehr kurzen Bremswegen bei Nässe und Trockenheit
 Minimale Schwäche bei Aquaplaning

Preis pro Reifen: 131 Euro (Hier bei Amazon kaufen)
Fazit: Sehr empfehlenswert (9,4 Punkte)

Continental PremiumContact 6


 Festes Lenkungs-Feedback auf Nässe
 gute Präzision und starker Kurvengrip auf Trockenheit
 Wirkt im Audi A3 beim Abrollen etwas prellig
 wenig Eigendämpfung

Preis pro Reifen: 120 Euro (Hier bei Amazon kaufen)
Fazit: Empfehlenswert (8,5 Punkte)

Falken Azenis FK510

 Gutes Lenkungsfeedback auf Nässe
 kurze Bremswege (nass und trocken)
 fahrsicher und leicht beherrschbar
 Etwas zögerliches Lenkansprechen
 prellig, leiches Schräglauffauchen

Preis pro Reifen: 96 Euro (Hier bei Amazon kaufen)
Fazit: Empfehlenswert (8,5 Punkte)

Pirelli P Zero

 Hoher Kurvengrip in nassen und trockenen Kurven
 Spontan und lenkpräzise
 neutrale bis leicht übersteuernde Balance
 Etwas nervös im Spurwechsel
 Defizite im Aquaplaning
 hoher Rollwiderstand

Preis pro Reifen: 123 Euro (Hier bei Amazon kaufen)
Fazit: Empfehlenswert (8,3 Punkt)

Goodyear Eagle F1 Asymmetric 3

 Sehr ausgewogener Reifen auf nassen und trockenen Fahrbahnen
 Sicher mit leichter Untersteuertendenz
 Nur schwache Lastwechselreaktionen
 Etwas längere Bremswege bei Nässe

Preis pro Reifen: 113 Euro (Hier bei Amazon kaufen)
Fazit: Empfehlenswert (8,0 Punkte)

Nokian z Line

 Ordentliche Nässeeigenschaften ohne gravierende Schwächen
 Träges Lenkansprechen
 zu viel Untersteuern auf trockenem Asphalt
 Schwacher Komfort
 Etwas Profilgeräusch
 Profilausrisse bei scharfer Fahrweise

Preis pro Reifen: 100 Euro (Hier bei Amazon kaufen)
Fazit: Noch empfehlenswert (7,8 Punkte)

Giti Sport S1

 Sehr guter Kurvengrip auf trockenem Asphalt
 geringer Rollwiderstand
 komfortabler und leiser Reifen
 Schwacher Nassgrip in Kurven
 schlechte Traktion auf Nässe
 Übersteuern und Untersteuern
 träges Lenkansprechen

Preis pro Reifen: 78 Euro (Hier bei eBay kaufen)
Fazit: Noch empfehlenswert (7,2 Punkte)

Toyo Proxes Sport

 Leicht kontrollierbarer Reifen auf nassem und trockenem Untergrund
 Sehr hoher Rollwiderstand
 deutliches Untersteuern auf Nässe
 geringe Lenksponanität

Preis pro Reifen: 96 Euro (Hier bei Amazon kaufen)
Fazit: Noch empfehlenswert (7,1 Punkte)

Cooper Zeon CS8

 Bei etwas schwächerem Kurvengrip auf Nässe noch recht ausgewogen und fahrstabil
 leicht beherrschbar
 komfortables Abrollen
 Große Lenkwinkel nass und trocken
 deutliche Untersteuerneigung

Preis pro Reifen: 97 Euro (Bei Amazon kaufen)
Fazit: Noch empfehlenswert (7,1 Punkte)

Nankang Sportnex AS-2+

 Beste Aquaplaning-Vorsorge
 sehr guter Abrollkomfort bei noch akzeptabler Beherrschbarkeit und guter Balance
 Ordentliche Leistungen auf trockenem Asphalt
 Schwaches Nassbremsen
 Nasshandling-Defizite
 Sehr hoher Rollwiderstand

Preis pro Reifen: 74 Euro (Jetzt bei Amazon kaufen)
Fazit: Noch empfehlenswert (7,1 Punkte)

Vredestein Ultrac

 Auf nasser und trockener Piste fast neutral und wenig lastwechselempfindlich
 Angenehm progressives Anlenkverhalten
 Schwächen beim Nassbremsen
 leichte Defizite im Aquaplaning
 erhöhter Rollwiderstand
 etwas prellig

Preis pro Reifen: 104 Euro (Jetzt bei Amazon kaufen)
Fazit: Bedingt empfehlenswert (6,9 Punkte)

Die getesteten Reifen im Überblick

Getestete Reifen

Bewertung*

Kaufmöglichkeit

Michelin Pilot Sport 4

  

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Continental PremiumContact 6

 

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Falken Azenis FK510

 

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Pirelli P Zero

 

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Goodyear Eagle F1 Asymmetric 3

 

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Nokian Line

 

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Giti Sport S1

 

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Toyo Proxes Sport

 

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Cooper Zeon CS8

 

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Nankang Sportnex AS-2

 

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Vredestein Ultrac

 

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*  = sehr empfehlenswert,  = empfehlenswert,  = noch empfehlenswert,  = bedingt empfehlenswert

So wurde getestet

ams Sommerreifen-Test 2018 Foto: Dino Eisele
Für eine bestmögliche Testgenauigkeit haben wir sämtliche Versuche in diesem Test mehrfach durchgeführt.

Um bestmögliche Genauigkeit und Ergebnissicherheit zu gewährleisten, werden – soweit machbar – sämtliche Versuche in diesem Test mehrfach durchgeführt. Angewendet wird ein progressives Bewertungsschema, das gleichermaßen für die objektive Bewertung durch Messgeräte wie auch für die subjektive Benotung durch die erfahrenen Testfahrer zum Tragen kommt. Beim Handling auf nasser oder trockener Bahn führt ein ausgewogenes, sicheres und den Erwartungen der mutmaßlichen Zielgruppe entsprechendes Fahrverhalten zu einer Optimalbenotung.

Die Aquaplaning-Tests, jeweils getrennt in Längs- und Querrichtung durchgeführt, geben Auskunft über die Reaktion der Reifen – etwa beim Durchfahren von tiefen Spurrinnen. Die Höhe der kritischen Aufschwimmgeschwindigkeit bei Geradeausfahrt oder die erreichbare Querbeschleunigung bei Wasserdurchfahrt nach VDA-Kriterien sollen jeweils die Sicherheitsreserven der Reifen aufzeigen.

Ihr Rollwiderstand wird nach Möglichkeit in jeweils zwei unterschiedlichen Testlaboratorien auf Rollenprüfständen ermittelt. Die Ergebnisse fließen in Form eines Mittelwerts in die Bewertung ein. Grundlage der Beurteilung ist die auch für das Reifenlabel relevante europäische Gesetzgebung zur Reifenkennzeichnung. Bereits seit Jahren werden zur langfristigen Absicherung der Ergebnisse die getesteten Produkte mit Reifen aus nachgelagerten Testkäufen in stichprobenartigen Nachtests verglichen. Im Fokus: die besten drei des Tests sowie Produkte mit atypisch guter Performance oder ungewöhnlichen Verschleißerscheinungen. Abweichungen oder Auffälligkeiten führen zum Testausschluss und entsprechender Berichterstattung.

Breite 17-Zöller bei Kompakten voll im Trend

ams Sommerreifen-Test 2018 Foto: Dino Eisele
Mit zunehmender Größe der Autos wachsen auch die Reifengrößen. Die neue Standardbereifung in der Kompaktklasse lautet 225/45 R17.

Sicher ist den meisten bewusst, dass die Basisbereifung eines Fahrzeugs die ökonomischste ist. Optisch wirkt sie aber oft so mickrig im Radhaus, dass fast zwanghaft die Option Breitreifen ausgewählt wird. Und mit zunehmender Größe der Autos sind auch die Reifen gewachsen. Seit den Kompakten der 1980er-Jahre wuchsen die beliebtesten Radgrößen von 175/70  R  13 über 195/65 R  15 auf das aktuelle Bestseller-Format 205/55 R  16, dessen Ablösung durch 225/45 R  17 nun bevorsteht.

Wir haben elf Reifen dieser Größe getestet und sie gegen den Vorjahressieger Michelin Pilot Sport 4 antreten lassen. Dieser setzte sich schon beim Bremstest – zehn ABS-Vollbremsungen aus Tempo 100  – mit gemittelt nur 34,6 Metern Bremsweg klar an die Spitze. Rund einen bis gut anderthalb Meter später standen Pirelli, Nokian, Falken, Conti, Goodyear und Vredestein. Cooper, Giti, Toyo und Nankang brauchten über zwei Meter mehr bis zum Stillstand.

Goodyear, Giti und Nokian führen beim Rollwiderstand

ams Sommerreifen-Test 2018 Foto: Dino Eisele
Der Rollwiderstand der Reifen ist relevant für den Kraftstoffverbrauch.

Dafür zeigte der Michelin nur durchschnittliche Leistungen bei Rollwiderstand und Abrollgeräusch. Beim verbrauchsrelevanten Rollwiderstand waren Goodyear, Giti und Nokian besser, Conti gleichauf, dicht gefolgt von den fast genauso energieeffizienten Falken, Cooper und Pirelli. Vergleichsweise schwer rollte der Nankang ab.

Auch beim Fahrverhalten war es nicht der Michelin, der die schnellsten Rundenzeiten in den Asphalt brannte – das war in dem Fall der Conti –, aber in Sachen Fahrstabilität und Beherrschbarkeit zeigte er eindrücklich, wozu ein Top-Reifen heute in der Lage ist. Mit Goodyear, Falken und Pirelli war auch das Mittelfeld des Tests mit nur wenig längeren Rundenzeiten weitgehend überraschungsfrei unterwegs. Nur Cooper und der etwas profilweiche Nokian ließen mit ihrer deutlichen Untersteuerneigung bei nur geringen Sicherheitsdefiziten keine rechte Fahrfreude aufkommen.

Michelin Pilot Sport 4 liefert hervorragende Bremswerte

ams Sommerreifen-Test 2018 Foto: Dino_Eisele
Eines der wichtigsten Kriterien in der Trockenwertung ist der Bremstest.

Bei der wichtigsten Disziplin der Trockenwertung, dem Bremsen, lag der Michelin wieder vorn. Mit 30,2 Metern aus Tempo 80 markieren die Franzosen den aktuellen Stand der Technik. Dahinter kommen Falken, Nokian und Pirelli. Sie bremsten rund einen Meter länger. Conti, Toyo und Cooper brauchten zwei Meter mehr; über drei Meter mehr forderten Goodyear, Giti und Vredestein. Nur Nankang bremste zu lang. Der Chinese würde am bereits stehenden Michelin noch um fast fünf Meter vorbeirutschen.

Überraschend stark auf Nässe: Falkens Azenis FK510. Ihm gelang es, auf Platz zwei in der Nässewertung vorzufahren. Auch der Pirelli zeigte mit Ausnahme des etwas längeren Nassbremswegs und einer recht schwachen Aquaplaning-Vorsorge sonst recht überzeugende Nässeleistungen.

Nankang: gut bei Aquaplaning, schlechtes Bremsen

ams Sommerreifen-Test 2018 Foto: Dino Eisele
Die Königsdisziplin bei Reifentests ist das Nassbremsen.

In den Nasshandling-Rundenzeiten fuhr der günstige Nankang weit nach vorn. Im Vergleich zu den Wettbewerbern ließen ihn Pfützen und Spurrinnen nahezu kalt. Auch die nachgelagerten Tests zum Aquaplaning bestätigen diesen Effekt, der sich weniger mit einer besonderen Gummimischung als vielmehr mit einer gelungenen Profilgestaltung, einer großen Profiltiefe sowie der überdurchschnittlichen Wasserhöhe auf den zur Verfügung stehenden Teststrecken erklären lässt.

Dafür bremste der Nankang schwach, ließ etwas Präzision und Direktheit vermissen und hatte einen unzeitgemäß hohen Rollwiderstand. Damit besetzt er zusammen mit Cooper, Toyo und Vredestein das hintere Ende der Tabelle. Giti kann sich zwar in der Gesamtpunktzahl nicht wirklich absetzen, bietet aber bei überragend niedrigem Rollwiderstand ein akzeptables Gesamtpaket.

Fazit

Unspektakulär und nässestark, aber trockenträge, fährt Nokian auf Rang fünf; sehr ausgewogen, jedoch mit kleinem Makel beim Nassbremsen behaftet, kommt Goodyear auf Platz vier; Pirelli, in dynamischen Aspekten sehr überzeugend, verliert in Aquaplaning und Rollwiderstand und erreicht Platz drei. Und jetzt? Durch ein starkes Statement auf Nässe hat sich der Falken trotz leichter Dynamikdefizite im Trockenen an den sehr ausgewogenen Conti herangearbeitet und mit ihm gleichgezogen: Platz zwei. Unangefochtener Testsieger: der ausgewogene Michelin Pilot Sport 4.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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