Mit "Silent Drive" und "Silent Watch": Chevy-Hybrid für US Army

Mit „Silent Drive“ und „Silent Watch“
Chevy-Hybrid für US Army

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.05.2026
Als Favorit speichern
Chevrolet Silverado 3500 HD ISV
Foto: GM Defense

Das Modell trägt die Bezeichnung ISV-Heavy. Es handelt sich um eine weiterentwickelte Variante des bisherigen Infantry Squad Vehicle, die technisch und konzeptionell deutlich über den reinen Truppentransport hinausgeht. Im Mittelpunkt steht ein Hybridantrieb, der leisen Betrieb mit zusätzlicher Energieversorgung kombiniert.

"Silent Drive" und "Silent Watch"

Der Antrieb besteht aus einem 2,8-Liter-Duramax-Turbodiesel, einem Batteriepaket mit zwölf Modulen sowie elektrischen Antrieben an Vorder- und Hinterachse. Daraus ergeben sich zwei zentrale Betriebsarten. Im "Silent Drive" bewegt sich das Fahrzeug elektrisch und reduziert die Geräuschentwicklung deutlich. Im "Silent Watch" kann es im Stand Systeme versorgen, ohne dass der Verbrennungsmotor dauerhaft läuft. Laut Hersteller ermöglicht das ein unauffälliges Vorgehen im Einsatzraum.

Neben dem Antrieb ist die Energieabgabe ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Laut Ausschreibung soll das Fahrzeug kontinuierlich 60 kW Hochvolt-Gleichstrom bereitstellen können. Hinzu kommen 15 kW bei 28 Volt sowie 4,8 kW Wechselstrom. Damit kann das ISV-Heavy externe Systeme direkt versorgen und klassische Generatoren ersetzen.

ISV-Heavy mit weniger Sitzplätzen

Die technische Basis bleibt bewusst nah an Serienkomponenten. Das Fahrzeug nutzt eine Offroad-Variante des Silverado -Fahrgestells mit verstärkter Auslegung. Dazu kommen unter anderem sperrbare Differenziale an Vorder- und Hinterachse sowie ein angepasstes Fahrwerk für schwieriges Gelände. Die Konstruktion ist zudem für zusätzliche Schutzmodule ausgelegt, eine vollständige Panzerung gehört jedoch nicht zum Grundkonzept.

Das ISV-Heavy ist modular aufgebaut und wird in Varianten mit zwei, vier oder sechs Sitzplätzen entwickelt. Damit sinkt die Transportkapazität im Vergleich zum bisherigen ISV mit neun Sitzplätzen. Gleichzeitig erweitert sich das Einsatzspektrum. Vorgesehen sind unter anderem Konfigurationen für Führung und Kommunikation, Drohneneinsatz inklusive Start und Rückholung, medizinische Evakuierung sowie Unterstützung bei der Abwehr unbemannter Systeme. Auch eine spätere Nutzung im autonomen Betrieb ist vorgesehen.

Hybrid-Antrieb mit weniger Verbrauch

Neben den technischen Änderungen spielen wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Durch die Nutzung seriennaher Komponenten und die Einbindung bestehender Lieferketten soll der Aufwand für Wartung und Ersatzteile reduziert werden. Nach Angaben des Herstellers kann das Fahrzeug weiterhin mit vorhandener militärischer Kraftstoffinfrastruktur betrieben werden.

Ein weiterer Punkt ist der geringere Energiebedarf. Der Hybridantrieb soll den Kraftstoffverbrauch senken und gleichzeitig die Notwendigkeit zusätzlicher Generatoren verringern. Dadurch reduziert sich der logistische Aufwand im Einsatz, etwa bei der Versorgung mit Kraftstoff oder beim Laden von Batterien für Ausrüstung.

Die US Army plant, 606 Fahrzeuge des ISV-Heavy zu beschaffen und damit ihre bestehende Flotte von rund 1.105 ISV zu erweitern. Das Beschaffungsverfahren läuft, konkrete Zeitpläne für die nächsten Schritte sind bisher nicht veröffentlicht.

Fazit