Xpeng P7 China Auto Aliexpress Gesichtserkennung Elektroauto Xpeng

China-Elektroauto XPeng P7 (2020)

Ultimative Überwachung auf vier Rädern

Wer seine Daten nicht gerne preisgibt, sollte um den P7 einen Bogen machen. Denn das Elektroauto aus China erfasst alles. Einfach alles.

Eigentlich schaut der Xpeng P7 ja ganz freundlich drein; erinnert ein wenig an Teslas Model S. Und sicher will er Ihnen auch nichts Böses. Trotzdem bleibt ein flaues Gefühl zurück, wenn man sich vor Augen führt, was dieses Elektroauto alles können soll. Die Leistungsdaten sind damit nicht gemeint, denn hier ist noch so gut wie nichts bekannt. Pro Achse soll ein Elektromotor für Vortrieb sorgen, 600 Kilometer Reichweite will Xpeng gewährleisten – allerdings laut NEFZ-Zyklus. Leistung oder Batteriekapazität des viertürigen Coupés wurden noch nicht kommuniziert, wohl aber, dass autonomes Fahren Level 3 möglich sein soll.

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Xpeng
In seiner Formensprache erinnert der Xpeng P7 etwas an das Model S von Tesla. Dem will er auch die Kunden abspenstig machen.

Der eigentliche Clou (oder die Crux, je nach Standpunkt) bei diesem Auto, ist die Datenerfassung. Xpeng integriert das Online-Versand-Imperium Alibaba, beziehungsweise Aliexpress als App in den P7. Das bedeutet allerdings nicht einfach, dass Sie rechts ran fahren können, um sich vom Fahrersitz aus ein neues Paar Einhorn-Socken zu bestellen. Es werden Standort, Navigations-, Verkehrsstatus-, Fahrassistenz- und Fahrerzustandsdaten erfasst und verknüpft. Womit? Die App stellt einen Quervergleich zu Ihren Mobilitäts-, Lebensstil-, Informations- und Unterhaltungsvorlieben her. Eine hinterlegte künstliche Intelligenz wird dann nach Auswertung und Analyse Ihrer Gewohnheiten entsprechend mit Ihnen kommunizieren – sowohl sprachlich als auch visuell über die Displays im Fahrzeug.

Aufschließen per Gesichtserkennung

Wer Sci-Fi-Horrorfilme wie Resident Evil kennt, fühlt sich an dieser Stelle vielleicht ein wenig an die Red Queen erinnert. Das System überwacht permanent das Benutzerverhalten, um daraus Vorlieben und erwünschte Dienste für den Fahrer abzuleiten. Schließlich wird das immense Datenpaket noch mit täglich aktualisierten Portrait-Aufnahmen des Fahrers hinterlegt – denn den P7 öffnen Sie via Gesichtserkennung. DAS geht Ihnen dann doch zu weit? Keine Sorge, geht zur Not auch per Fingerabdruck – das ist ja viel diskreter.

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Sorgt vielleicht für einen Rückgang der Kriminalitätsrate: Wenn Portrait-Aufnahme und Fingerabdruck in einer Datenbank hinterlegt sind, steigt die Hemmschwelle zum Kapitalverbrechen.

Vielleicht beruhigt es Sie, zu erfahren, dass Xpeng Gründungspartner eines chinesischen Gremiums zur Festlegung von Sicherheitsstandards ist. Vielleicht beruhigt Sie das aber auch nicht. Wie dem auch sei, das Elektroauto soll auf dem Heimatmarkt im kommenden Jahr erscheinen. Ob es auch nach Europa kommt, wissen wir nicht. Gemessen an seiner künstlichen Intelligenz dürfte es aber wohl einen Weg finden, wenn es Lust dazu hat.

Fazit

Sicher, personalisierte Werbung kennen wir auch. Sie denken einmal an „Herpes-Creme“ und können sich auf einmal nicht mehr vor Klick-Aufforderungen im Netz retten. Am PC ist das ja eine Sache, aber braucht man sowas auch im Auto?

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