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Mercedes EQXX: Reichweite, Effizienz, 1.000 Kilometer

Mercedes EQXX (2022) - Elektroauto-Konzept 1.000-Kilometer-Auto auch ohne Riesen-Akku

Daimler will das effizienteste E-Auto der Welt bauen. Maximale Reichweite durch ultimative Effizienz. Der EQXX soll mit einer kWh 10 Kilometer weit fahren. Entwicklungshilfe kommt unter anderem vom Formel-1-Team. Am 3. Januar will Mercedes das Auto auf der CES enthüllen.

Auf dem Strategie-Tag für Investoren am 6. Oktober 2020 hat Mercedes einen Ausblick gegeben, wie das Unternehmen den Wechsel zum Elektroantrieb gehen will. Im Juli 2021 folgt jetzt ein Update der Transformations-Strategie, inklusive eines detaillierteren Blick auf den kommenden Fernreise-Benz EQXX, dessen Weltpremiere auf der CES 2022 Anfang Januar in Las Vegas geplant ist, wie Mercedes-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer am 23. November auf LinkedIn angekündigt hat..

Mehr Reichweite mit kleineren Batterien

2020 fanden sich in der ersten Präsentation zum EQXX illustriere Sätze wie "Stuttgart – Nizza" oder "Shanghai – Peking" mit einer Batterieladung? Damit wollten die Schwaben zeigen, in welche Dimensionen der EQXX vorstoßen soll: Zwischen den beiden chinesischen Metropolen liegen gut 1.200 Kilometer, weiß Google Maps; auch dass dort Mautgebühren anfallen. Inzwischen spricht Mercedes-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer zwar "nur" noch von 1.000 Kilometern Reichweite, betont aber gleichzeitig die überragende Effizienz des EQXX. Der soll, laut Schäfer, bei normaler Autobahngeschwindigkeit einen einstelligen Verbrauchswert für Kilowattstunden pro 100 Kilometer erreichen. Oder anders: über 6 Meilen pro kWh kommen. Umgerechnet wären das 10 Kilometer. Selbst die ambitioniertesten E-Autos schaffen aktuell kaum mehr als die Hälfte.

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Trotz Tuch überm Auto ist gut zu erkennen, dass die Mercedes-Entwickler den EQXX sehr geduckt und mit einem langen, flach auslaufenden Heck gezeichnet haben. Das spricht für beste Cw-Werte!

Wichtig für Markus Schäfer: Die Reichweite soll nicht von immer größeren werdenden Batterien kommen. "Dann könnte das ja jeder!". Für Mercedes ist Effizienz die neue Währung, an der sich die E-Mobilität künftig messen lassen muss. Eine erste Skizze zeigt denn auch ein offensichtlich extrem strömungsgünstiges Auto. Die Silhouette des Mercedes EQXX, den Schäfer in der Kompaktklasse verortet, sieht auf der ersten Skizze ein bisschen wie ein gestreckter AMG Project One aus, wirkt auch ähnlich lang gestreckt, die Länge würde man so eher auf rund fünf Meter taxieren. Eine flache Front und ein sehr flach auslaufendes Heck zeigen das Bemühen um einen besonders gute Aerodynamik. Der cW-Wert soll die Rekordmarke von 0,20, die der EQS für Serienautos aufgestellt hat, noch mal deutlich unterbieten, so Schäfer. 0,17 könnte der EQXX erreichen. Welche Hürden die Entwickler dabei nehmen mussten, können Sie in diesem Beitrag lesen, sehen und hören:

Mercedes EQXX Moove Podcast
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Weitere Faktoren, die Mercedes als technische Merkmale auch seiner künftigen Serien-Elektro-Autos nennt, sind: Eine permanent erregte Synchronmaschinen und ein 2-Gang-Getriebe. Der Motor sitzt beim EQXX vorn. Während der Heckantrieb gut zu drehmomentstarken E-Maschinen passt und für gute Tration bei flotter Beschleunigung sorgt, bringt der Frontantrieb wegen der dynamischen Achslastverteilung beim Verzögern mehr Druck auf die Vorderachse und sorgt so für mehr Rekuperationsfähigkeit. Die 800 Volt Spannungslage ermöglicht Kabel mit geringerem Durchmesser und weniger Gewicht. Hohe Spannung käme allerdings auch besonderer Schnellladefähigkeit zu Gute, die der EQXX wohl eher nicht braucht. Was die Batterietechnologie angeht, könnte Mercedes im Concept Car auf Zellen mit einer Silizium-Anode setzen. Entwicklungsvorstand Markus Schäfer bestätigte auf Nachfrage, dass man sich zusammen mit Kooperationspartner Sila "Schritt für Schritt" auch für Serienautos auf Anoden aus dem Halbleitermaterial zu bewege. Im jüngsten LinkedIn-Post schrieb Schäfer zudem, es sei gelungen, die Energiedichte der Batterie auf Zellebene gegenüber dem EQS um 20 Prozent zu steigern.

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Für Mercedes-Entwicklungschef Markus Schäfer ist "Effizienz die neue Währung". Der EQXX soll mit einer kWh 10 Kilometer weit fahren können!

Vergleichbar ist das mit Audis Leuchtturmprojekt "Artemis", das 2025 ein "hocheffizientes Elektrofahrzeug" für Audi auf die Straße bringen soll. Artemis soll zur Blaupause für die Entwicklung von E-Autos im VW-Konzern werden und wird quasi als eigene Organisation innerhalb des Unternehmens aufgesetzt. Bei Mercedes arbeitet das EQXX-Entwicklungsteam mit dem Formel-1-Team zusammen, das sich durch das Hybridsystem KERS in der Formel und die Formel E seit langem auch mit Elektroantrieben beschäftigen muss. Schäfer sagt daher über den EQXX, er sei mehr als ein Showcar. Vielmehr sei das Projekt ein interdisziplinäres Technologie-Programm, bei dem die Entwickler jeden Block prüften, der auf die Effizienz einzahle und sich nicht nur auf einzeln Elemente fokussierten. Was das am Ende bringt, soll der EQXX im nächsten Jahr im realen Straßenbetrieb beweisen, wo er auch den versprochenen Verbrauch erreichen soll.

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Ja! Ein Auto hat man, um spontan irgendwo hin fahren zu können und nicht jeder kann sich mehrere Autos für verschiedene Zwecke leisten.

Fazit

Nach VW bekennt sich auch Mercedes überdeutlich zum Elektroantrieb. Für die Submarke EQ haben die Schwaben eine Architektur für (größere) rein elektrische Fahrzeuge (EVA) entwickelt, eine zweite für kleinere E-Autos (MMA) angekündigt und inzwischen sogar drei weitere E-Plattformen ab 2025 ergänzt. Aber das reicht nicht, um den Entwicklungsrückstand gegenüber Herstellern wie Tesla, die seit Gründung ausschließlich E-Autos bauen, aufzuholen.

Darum etabliert Daimler wie Audi (Artemis) eine Taskforce, die das besonders effiziente und reichweitenstarke E-Auto der Zukunft erdenken soll. Ob die Einbeziehung der Formel-1-Mannschaft nur dem alten Marketing-Klischee vom Technologie-Transfer aus dem Motorsport dient, ist nebensächlich. Die Entwicklungsgeschwindigkeit von dort dürfte in jedem Fall hilfreich sein.

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