Elektroautos sind in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren real um bis zu 18 Prozent günstiger geworden. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und des International Council on Clean Transportation (ICCT).
Diese Feststellung wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Denn wer heute die Preisschilder von E-Autos betrachtet, sieht höhere Zahlen als noch 2020. Der durchschnittliche Listenpreis stieg im gleichen Zeitraum um rund 42 Prozent an. Die Forscher analysierten für ihre Studie Preis- und Marktdaten des ADAC aus den Jahren 2020 bis 2025. Wie passt das also zusammen? Die Antwort liegt in der Perspektive.
Marktpreis versus Modellpreis
Der Anstieg des Durchschnittspreises ist hauptsächlich auf einen Wandel im Angebot zurückzuführen. Zwischen 2020 und 2025 hat sich die Zahl der verfügbaren E-Auto-Modelle von 38 auf 159 mehr als vervierfacht. Viele dieser neuen Fahrzeuge kamen in den teureren Klassen wie der Mittel- und Oberklasse auf den Markt. Dadurch verschiebt sich der statistische Durchschnittspreis nach oben – einfach weil mehr hochpreisige Modelle in die Berechnung einfließen.

Während vergleichbare Verbrenner von 2020 bis 2025 auch real teurer wurden (+2 %), sanken die realen Preise für Elektroautos um 18 Prozent.
Die Forscher blickten jedoch tiefer und verglichen nicht den gesamten Markt, sondern die Preisentwicklung einzelner Modelle über die Zeit. Dabei bereinigten sie die Analyse um Veränderungen bei Faktoren wie Gewicht, Leistung und Akkugröße. Das Ergebnis: Der reine Listenpreis ist über die Jahre kaum gestiegen.
Bezieht man nun die Inflation mit ein, die im Untersuchungszeitraum bei rund 23 Prozent lag, ergibt sich ein realer Preisrückgang von bis zu 18 Prozent. Autokäufer erhalten also heute für ihr Geld ein vergleichbares E-Auto günstiger als noch vor fünf Jahren.
Mehr Technik fürs Geld
Dass die Listenpreise nicht noch stärker gesunken sind, hat einen einfachen Grund: Anstatt die Preise zu senken, investierten die Hersteller die Einsparungen in bessere Technik. Ein entscheidender Faktor sind die gesunkenen Kosten für Batterien, die im Untersuchungszeitraum nominal um rund 21 bis 24 Prozent fielen.
Diese Ersparnis wurde direkt in die Fahrzeuge reinvestiert. So steigerte sich laut der Studie die durchschnittliche Reichweite von E-Autos im selben Zeitraum um etwa ein Drittel. Käufer bekamen also 2025 für einen real gesunkenen Preis ein technologisch besseres Auto.
Einen entgegengesetzten Trend stellten die Forscher bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor fest. Hier stiegen die Preise für vergleichbare Modelle nicht nur auf dem Papier (nominal um rund 24 Prozent), sondern auch nach Abzug der Inflation (real um etwa zwei Prozent). Die Preisschere zwischen den Antriebsarten schließt sich damit von beiden Seiten.












