Lifehack: Physikerin zeigt, wie man ein heißes Auto am besten kühlt

Physikerin verspricht kühleres Auto im Sommer
Sieht albern aus, funktioniert aber!

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.07.2026
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Wer sein Auto in der Sommersonne abstellt, erhält es später als fahrbare Niedertemperatur-Sauna zurück. Beim Öffnen der Tür trifft man dann auf eine Hitzewand, das Lenkrad verlangt nach Topflappen und der Sitz erinnert daran, dass die dunklen Lederpolster nicht nur optisch eine mutige Entscheidung waren.

Die naheliegende Lösung: Alle Türen und Klappen auf, sodass die heiße Luft entweichen kann. Das funktioniert, im Stand dauert das aber einen Moment – oder auch mehrere.

Eine schnellere Lösung verspricht die britische Mathematikerin und Physikerin Hannah Fry, die an der Universität Cambridge lehrt, mit einem Trick, den sie in einem kurzen Youtube-Clip erklärt.

So funktioniert der Tür-Trick:

  1. Nur das hintere Fenster auf der Beifahrerseite vollständig öffnen
  2. Zur Fahrerseite gehen und öffnen
  3. Die Fahrertür mehrmals zügig auf- und zubewegen.

Laut Fry können zwei oder drei kräftige Bewegungen bereits einen Unterschied machen. Unser Test zeigte, dass es in der Praxis aber auch gern fünf oder mehr sein dürfen – je nach Fahrzeuggröße.

Denn entscheidend sind Türfläche, Geschwindigkeit und der persönliche Ehrgeiz bei diesem zugegebenermaßen lächerlich aussehenden Unterfangen. Denn für Außenstehende sieht es meist nicht nach Abkühlung im Auto aus, sondern eher nach einem technischen Defekt der Tür oder dem verzweifelten Versuch, dem Auto das Fliegen beizubringen.

Pro-Tipp: Die Tür nicht ins Schloss werfen oder sich dabei die Finger einklemmen. Etwas, das dem Autor dieser Zeilen beim Versuch freilich NICHT passiert ist.

Was passiert dabei physikalisch?

Die Tür arbeitet – vereinfacht ausgedrückt – wie ein großer Fächer. Beim schnellen Bewegen verdrängt sie Luft und erzeugt vor und hinter der Tür kurzfristig unterschiedliche Druckverhältnisse. Dadurch entsteht ein gerichteter Luftstrom.

Beim Öffnen wird die besonders heiße Luft im Innenraum durch die große Öffnung hinausbewegt. Gleichzeitig strömt durch das gegenüberliegende Fenster Außenluft nach. Statt nur darauf zu warten, dass sich heiße Luft im Auto und weniger warme Luft von draußen von selbst austauschen, zwingt man sie also mit etwas Körpereinsatz dazu.

Dass gerade Fry auf diesen Trick aufmerksam macht, ist wenig verwunderlich. Die Professorin promovierte in Fluiddynamik, einem Teilbereich der Strömungslehre.

Wird das Auto wirklich kühler?

Die Antwort ist ein klares Jein. Die Luft im Auto wird durch den Trick tatsächlich angenehmer. Das Problem: Sitze, Lenkrad, Armaturenbrett und Co., die zuvor der Sonne ausgesetzt waren, haben die Hitze gespeichert und sind weiterhin heiß – und heizen den Innenraum nach kurzer Zeit wieder auf, wenn keine weitere Kühlung, etwa durch die Klimaanlage, ins Spiel kommt.

Ein weiterer Haken: Wenn die Außentemperaturen wieder auf die 40 Grad zusteuern, kommt entsprechend heiße Luft ins Auto. Das ist zwar eine deutliche Verbesserung gegenüber der oft gemessenen 70 Grad, die in einem Pkw herrschen können, der in der Sonne geparkt wurde – aber kühl im eigentlichen Sinne ist es im Auto dadurch nicht.

Der Trick ist also eher als ein Vorspiel zur Klimaanlage zu bewerten und nicht als Ersatz. Er entfernt die Hitzeglocke, sodass die Klimaanlage später weniger überhitzte Luft herunterkühlen muss. Wie man die Klimaanlage richtig im Sommer einsetzt und was das Fahren mit offenem Fenster bringt, lesen sie übrigens hier.

Fazit