Die 2026er-Ausgabe der J.D.-Power-Studie betrachtet 2023er-Modelle nach drei Jahren Besitz. Der US-amerikanische Datenanalyse-Spezialist befragt dafür 33.268 Erstbesitzer und erfasst 184 konkrete Problemfelder in neun Fahrzeugkategorien – vom Klimasystem über den Antrieb bis zum Infotainment. Die Zahl der Probleme markiert aktuell den höchsten Stand seit dem Redesign der Studie im Jahr 2022.
Die Studie bildet keine reine Defekt- oder Pannenstatistik ab, sondern sammelt alle von Besitzern gemeldeten Probleme.
VW trägt die rote Laterne, Volvo fällt tief
Aus deutscher Sicht fällt der Blick ans Tabellenende. Volkswagen beendet die Markenwertung mit 301 PP100 (Probleme pro 100 Fahrzeuge) auf dem letzten Platz, Volvo rangiert mit 296 PP100 auf dem vorletzten Platz. Land Rover kommt auf 274 PP100, Jeep auf 267. An der Spitze stehen dagegen Lexus mit 151 PP100 und die GM-Marke Buick mit 160 PP100.
Tesla taucht mit 226 PP100 ebenfalls in der Statistik auf, erfüllt laut JD Power aber nicht die Kriterien für eine offizielle Platzierung.
Der eigentliche Ärger sitzt in der Software
Die größten Probleme bereitet nicht der klassische Maschinenraum, sondern der digitale Alltag. Das Infotainment sammelt mit 56,7 PP100 die meisten Beanstandungen, die Kategorie Exterieur folgt mit deutlichem Abstand bei 27,5 PP100. Vier der fünf häufigsten Einzelprobleme hängen direkt mit der Smartphone-Integration zusammen.
Zum dritten Mal in Folge nervt Besitzer laut Studie am stärksten die Verbindung von Android Auto und Apple CarPlay, die allein 8,9 PP100 ausmacht. Dahinter folgen integriertes Bluetooth mit 5,5 PP100, kabellose Ladeschalen mit 5,1 PP100 und die Konnektivität der Hersteller-Apps mit 4,7 PP100. Zusammen stehen diese vier Punkte für 24,2 PP100 und damit für fast die Hälfte aller Infotainment-Probleme.
OTA-Updates haben gefühlt kaum Nutzen
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf Software-Updates. 40 Prozent der befragten Halter erhielten in den vergangenen zwölf Monaten ein Update für ihr Fahrzeug. Doch nur 27 Prozent dieser Gruppe berichten von einer Verbesserung, 58 Prozent erkennen gar keinen spürbaren Unterschied.
Mehr als die Hälfte dieser Updates kam Over-the-Air ins Auto. Genau dort registriert JD Power in diesem Jahr einen um 2,5 PP100 höheren Problemwert. Updates gehören inzwischen also zum Alltag, überzeugen viele Fahrer aber noch längst nicht.
Premium kämpft mehr als der Massenmarkt
Auch das Markenbild passt zu dieser Softwarelastigkeit. Premiummarken verschlechtern sich im Jahresvergleich um 8 PP100 auf 217 PP100 und schneiden damit um 17 PP100 schlechter ab als der Massenmarkt. In sieben der neun Hauptkategorien rangieren die Premiumhersteller hinten, besonders deutlich in den Bereichen Features/Controls/Displays sowie Driving Experience. Nur Antrieb und Sitze bekommen im Premiumlager bessere Wertungen.
Dazu passt, dass mehrere Oberklassemarken in der Tabelle nicht glänzen. Mercedes-Benz landet bei 235 PP100, Audi bei 244, Acura und Infiniti jeweils bei 233. Die Ehre der Premiummarken rettet Toyotas Tochter Lexus mit der oben genannten besten Wertung.
Elektrifizierte Antriebe sammeln ebenfalls mehr Probleme
Zusätzlich zeigt die Studie größere Unterschiede nach Antriebsart. Plug-in-Hybride schneiden mit 281 PP100 am schlechtesten ab. Batterieelektrische Fahrzeuge folgen mit 237 PP100, Hybride mit 213, reine Benziner kommen auf 198 PP100 und liefern damit den besten Wert.

Fahrer in den USA sehen bei ihren Fahrzeugen in Software-Updates oft keinen Nutzen.
Auch hier geht es nicht automatisch um schwere technische Schäden. Die Untersuchung erfasst Probleme über das gesamte Fahrzeug hinweg, also auch Bedienung, Konnektivität und Softwareverhalten. Das unterstreicht die zentrale Aussage der Studie: Die digitale Nutzererfahrung prägt die Langzeitqualität inzwischen massiv.
Lexus, Buick und Toyota setzen die Kontrapunkte
Trotz des insgesamt schwächeren Branchenbilds setzen einige Hersteller klare Gegenpunkte. Lexus fährt zum vierten Mal in Folge den Bestwert unter allen Marken ein, Buick führt die Volumenhersteller erneut an. Toyota Motor Corporation holt zudem die meisten Modellsiege, insgesamt acht.
Als insgesamt bestes Modell nennt JD Power den Lexus IS (Bild ganz oben). Weitere Segmentspitzen holen laut Studie unter anderem Toyota Corolla, Toyota Camry, Toyota Tacoma, Toyota Sienna, Toyota 4Runner, Lexus UX, Lexus GX, Chevrolet Equinox, Chevrolet Tahoe, Cadillac XT6, Subaru Crosstrek und Nissan Murano. General Motors kommt auf vier Modellpreise.












