Mini Cooper R56, Gebrauchtwagen-Check, asv1717 Dani Heyne
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Mini Cooper R56, Gebrauchtwagen-Check, asv1717 15 Bilder

Mini Cooper im Gebrauchtwagen-Check

Auch im Alter ´ne coole Kiste?

Der Coolness-Faktor eines Mini ist unumstritten hoch. Doch wie steht’s um seine Langzeitqualitäten? Ist der angesagte Kleinwagen auch ein solider Gebrauchter – oder birgt er versteckte Fallen? Fragen wir Meister Wünsch!

Der Mini und seine Leiden„, fängt Meister Wünsch mit tiefer Stimme an – und muss dann laut lachen. Ganz so schlimm steht es nämlich nicht um den Kleinwagen aus dem Hause BMW. “Ich weiß noch, als uns nach der Jahrtausendwende die ersten neuen Mini in der Werkstatt besuchten. Die kamen eigentlich nur für einen Ölwechsel vorbei„, erzählt Meister Wünsch und fügt hinzu: “Dabei stellten wir an den relativ jungen Fahrzeugen immer wieder kleinere und größere Defekte fest, die so gar nicht zum Qualitätsanspruch von BMW passten. Hier ein wackliger Scheinwerfer, da ein defektes Getriebe – Synchronringe –, dort eine ausgeschlagene Achsaufhängung oder ein abgesoffenes Steuergerät.„

Der Meister spricht von Mini der ersten Generation – zugelassen von 2001 bis 2006. Optisch waren die kleinen Flitzer eine Revolution, kein anderer Kleinwagen trat derart frech und stimmig auf. Und das war noch nicht alles: Ihr wunderbar knackiges Fahrwerk überzeugte alle Kritiker, deren Rücken noch intakt war. Denn Komfort spielte bei 3,62 Metern Außenlänge nur eine untergeordnete Rolle. Doch das war okay.

Anders verhielt es sich bei den Motoren der ersten Generation, weiß auch Meister Wünsch: “Das waren alles durstige Typen durch und durch – die sowohl beim Kraftstoff- als auch beim Ölverbrauch kein Erbarmen kannten.„

Nicht mal die Getriebe hielten dauerhaft durch, von der lausigen Verarbeitung der Innenräume ganz zu schweigen. “Um es kurz zu sagen: Die erste Generation des neuen Mini ist nur was für Fans englischer Automobile„, fasst Meister Wünsch zusammen.

Zweite Generation mit neuen Antrieben

Womit er sich dem heutigen Testkandidaten zuwendet: einem weißen Mini Cooper, Baujahr 2012. Dessen 1600er-Benziner hat gerade erst 30.000 Kilometer runter, die reichhaltige Ausstattung umfasst Bi-Xenon-Scheinwerfer, Klimaanlage und Sitzheizung. “Steht sehr gut da„“, freut sich der Meister und fängt sofort an, die Karosserie auf Unregelmäßigkeiten zu überprüfen.

Was uns etwas Zeit verschafft, auf die Mini-Generationen unter BMW zu schauen. Die erste (R50) lief wie bereits erwähnt von 2001 bis 2006. Danach kam eine technisch stark überarbeitete Version (R56), bei der die meisten Schwächen eliminiert worden waren – zumindest war das der Ansatz. Die Fahrzeuge liefen von 2006 bis 2014 vom Band, danach startete die aktuelle Modellgeneration (F56) durch. Interessant für die Gebrauchtwagenkäufer: Seit 2006 werkeln in den Mini-Modellen keine brasilianischen Chrysler-Motoren mehr, sondern Vierzylinder aus dem Hause PSA. Zudem tauschte BMW den Getriebezulieferer aus, was die zweite Fehlerquelle ausmerzte. „Seither gibt es deutlich weniger Probleme mit den kleinen Flitzern“, bestätigt auch Meister Wünsch, der abgesehen von einer angeschrammten Felge und einem winzigen Parkrempler keine optischen Macken festgestellt hat. „Ein gründlicher optischer Check lohnt sich bei Mini-Autos besonders. Nicht nur die Spaltmaße sollten dabei überprüft werden, sondern zum Beispiel auch die Frontscheibe. An einigen Modellen kam es im Laufe der Zeit zu Spannungsrissen“, erklärt der Meister und startet zur Probefahrt.

„Sportsitze sind in einem Mini immer die erste Wahl – was nicht für die Serienbestuhlung spricht“, fällt ihm kurz vorm Ortsausgangsschild auf. Als der Benziner Betriebstemperatur erreicht hat, lässt er ihn laufen. Und staunt nicht schlecht, wie lebendig der 1600er am Gas hängt. „Eine gute Kombination – und das Sechsgang-Schaltgetriebe passt auch dazu.“

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Öldurst? Den hatten die Mini-Motoren der ersten Generation (von Chrysler), ab der zweiten sind sie dann besser.

Auf dem Weg zurück zur Werkstatt nimmt Meister Wünsch bewusst ein paar Kanaldeckel und Schlaglöcher mit, um das Fahrwerk zu fordern. Da ist nichts zu hören. Auch die Lenkung arbeitet einwandfrei. „Bei gerade mal 30.000 Kilometern wäre alles andere auch verwunderlich“, fügt der Meister hinzu und parkt den Mini vor der Hebebühne.

Wie gut ist die B-Seite des Mini in Schuss?

Ein paar Minuten später surrt der weiße Zweitürer nach oben, auf halbem Weg stoppt der Meister die Bühne und schaut sich die Bremsen beider Achsen an. Vor allem die Scheiben hinten zeigen oft ein schlechtes Tragbild – was unter anderem vom zögerlichen Bremsen kommen kann. Wenn es besonders schlimm ist, hilft nur der Tausch. Bei diesem Modell ist es gerade noch so im Rahmen. „Der Besitzer muss die Bremse mal wieder richtig benutzen, dann sollte sich der Rost lösen“, erklärt Meister Wünsch und steht auch schon unter dem Mini, die Taschenlampe gezückt. Die Roststellen am Motorträger stellen kein Problem dar: „Sieht nur nicht besonders gut aus – und wäre mit einer besseren Lackierung ganz leicht in den Griff zu bekommen“, so der Meister. Was ihm weniger gefällt, ist das Flexrohr des Auspuffs, das sich so langsam verabschiedet: „Das sollte nach so wenigen Kilometern nicht passieren.“

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Bremsen? Die nutzen sich nicht schneller ab als anderswo. Allerdings können die Scheiben der Hinterachse einlaufen.

Der Rest des Unterbodens? Abgesehen von leichten Rostspuren an den Achsen gibt es keine Probleme. Auch die Achsgelenke, die Radlager und die Abgasanlage sind gut in Schuss. Einziger Kritikpunkt des Meisters: „Mini sieht sich ja als Premium-Hersteller, da sollten die Achsträger auch premium lackiert sein. Ansonsten gibt es an diesem Exemplar nichts zu beanstanden“, fasst er zusammen.

Fazit

So ein Mini ist für Sie der Richtige, wenn Sie einen charakterstarken Kleinwagen suchen, der anders ist als all die anderen – sowohl vom Design her als auch vom Fahrverhalten. Denn er huscht nicht nur knackig durch Kurven aller Art, er besitzt auch einen sehr eigenständigen Auftritt, außen wie innen. Wie so oft im Leben hat dies aber seinen Preis, weshalb ein Mini neu wie gebraucht stets deutlich teurer ist als seine ähnlich großen Konkurrenten. Als junger Gebrauchter wird er aber interessant. Denn dann wird sein Preis-Leistungs-Verhältnis besser.

Das gefällt uns:

Seine rebellische Art. Und das damit verbundene Statement: Für dieses Auto entscheidet sich der Bauch, nicht der Kopf. Der Mini dieser Tage ist damit kein Vernunftauto – und das ist auch gut so, schließlich gibt’s davon schon genug. Zum auffälligen Design gesellt sich ein knackiges Fahrwerk, das in dieser Fahrzeugklasse sehr selten ist.

Das stört uns:

Ganz klar: die aufgerufenen Preise. Der Mini – einst als günstige Mobilisierungskiste erdacht – tritt heute genau am anderen Ende der Preis-Skala auf, als einer der teuersten Kleinwagen überhaupt. Was dazu gar nicht passt: die teilweise einfache und lieblose Verarbeitung der ersten Jahrgänge unter BMW. Premium sollte sich anders anfühlen.

So ist die Marktlage:

Dank guter Absatzzahlen gibt es hier keine Engpässe. Egal in welchem Baujahr man sucht, die Auswahl ist groß. Das Einzige, womit man leben muss, sind die Individualisierungen des Vorbesitzers. Von farbigen Außenspiegeln bis zum Union Jack auf dem Dach ist bei Mini so einiges möglich. Wenn das passt, steht dem Glück nichts im Wege.

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