Tesla Model Y Hans-Dieter Seufert
Tesla Model Y
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SUV

Vergleichstest: Tesla Model Y mit großen Schwächen

Tesla Model Y im Vergleichstest Antrieb top, Komfort und Verarbeitung flop

Der neue Kompakt-SUV von Tesla tritt gegen fünf Konkurrenten an und vermag keinen zu schlagen: So sehr Fahrleistungen, Reichweite und Laden überzeugen, so sehr patzt der Testwagen aus US-Produktion in nahezu allen anderen Belangen.

Teslas neuer Kompakt-SUV namens Model Y hat bei auto motor und sport den ersten Vergleichstest gegen fünf Elektro-Konkurrenten verloren. Allerdings war der Testwagen ein Fahrzeug aus amerikanische Produktion. Da Tesla das Fahrzeug noch nicht offiziell in Europa anbietet und es deshalb noch keine offiziellen Testwagen gibt, hat auto motor und sport das Model Y bei einen freien Testwagenanbieter gebucht. Der Testkandidat zeigte eklatante Schwächen in Sachen Fahrverhalten, Bedienung und Verarbeitung.

Obwohl der Y auf dem Model 3 basiert, profitiert der SUV nicht von den erzielten Fortschritten bei Fahrwerk, Handling und Komfort. Der Y, der in Deutschland noch nicht ausgeliefert wird, ist so hart gefedert, dass das Auto selbst über kleinste Unebenheiten rempelt. Das verursacht massive Klappergeräusche. Schlimmer: Das ständige Hoppeln und Schlagen in der Lenkung mindert sogar die Fahrsicherheit: Der Tesla fährt schlecht geradeaus. Da die Lenkung viel zu giftig anspricht, lässt sich der SUV nie entspannt führen.

Zudem fiel eine Reihe von Funktionen beim Testwagen aus. Dass darüber hinaus die Verarbeitung miserabel war, deckt sich mit Erfahrungen von Model-Y-Fahrern in den USA und ist eines Autos mit einem Preis von rund 70.000 Euro nicht würdig. Auch beim Testwagen waren etliche Teile schlecht eingepasst.

Tesla Model Y, Exterieur
E-Auto

Bei Antrieb und Laden Spitze

Überzeugen kann der Tesla dagegen wie alle Schwestermodelle bei Motorleistung, Dynamik und Verbrauch. Trotz der besten Fahrleistungen – das US-Auto erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 241 km/h und beschleunigte in nur 4,3 Sekunden auf 100 km/h – ist der Y mit 26 kWh/100 km im Testschnitt das sparsamste Modell, erzielt im eco-Modus mit 426 km die höchste Reichweite, obwohl die Batterie bei weitem nicht die größte ist. Bei Effizienz, Tempo und der Dramaturgie der Inszenierung ist Tesla also weiter unübertroffen.

Außerdem bemerkenswert: Tesla setzt die Vorteile des E-Auto-Antriebslayouts in bemerkenswerte Raumeffizienz um, schafft – bei der größten Außenlänge allerdings – das üppigste Platzangebot für Passagiere und Gepäck.

Weitere Tesla-Stärke: Bei der Lade-Hilfe kommt kein Hersteller an die Amerikaner ran. Weltweit gibt es an 2000 Standorten 20.000 Supercharger-Säulen, jede Woche kommen sechs dazu. In Deutschland sind es derzeit knapp über 80 Standorte. Dort können nur Tesla-Modelle laden; gleichzeitig stehen ihnen aber auch öffentliche Säulen offen.

Für zu Hause bietet Tesla eine Wallbox an (530 Euro), um die Installation muss sich der Besitzer jedoch selbst kümmern. Die anderen Hersteller bieten da meist über Kooperationen mehr Hilfe an.

Konkurrenz kann alles besser – außer E-Antrieb

Für ein besseres Testergebnis reichen die Stärken des Tesla bei Antrieb und Laden nicht aus. Testsieger wird der sehr ausgewogene BMW iX3. Der braucht für die Beschleunigung bis 100 km/h zwar mit 6,7 Sekunden deutlich länger und ist bei 180 km/h abgeregelt, verbraucht aber nur wenig mehr als der Tesla und kommt mit knapp 400 Kilometer ähnlich weit. In nahezu allen anderen Disziplinen hingegen übertrifft er das Model Y klar und zeigt auch keine Schwächen gegenüber den Konkurrenten, von denen er sich deutlich absetzen kann, während das Feld aus Volvo XC40, Mercedes EQC und dem Ford Mustang Mach E eng beieinander liegt. Mit etwas Abstand folgt als Fünfter der Jaguar i-Pace, weil er Schwächen bei Reichweite und Ladezeiten hat.

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Ja! Ein Auto hat man, um spontan irgendwo hin fahren zu können und nicht jeder kann sich mehrere Autos für verschiedene Zwecke leisten.

Fazit

Bei den klassischen Elektroauto-Tugenden glänzt das Model Y und offenbart einen beeindruckenden Vorsprung vor der Konkurrenz. Weil Tesla auch das Laden unterwegs am besten unterstützt, wirkt der Kompakt-SUV aus den USA auf dem Papier wie der sichere Sieger.

Aber beim Fahren fielen den Testern zahlreiche Schwächen auf, die im Alltag nerven. Beim Fahrwerk kann man bei den Modellen für den europäischen Markt auf Besserung hoffen, wobei die ungebührliche Härte der Federung nichts ist, wofür US-Versionen bekannt sind. Für mangelhafte Verarbeitungsqualität schon.

Aber auch da besteht Hoffnung. Denn die Autos für den deutschen Markt sollen ja auch hierzulande in der neuen Fabrik in Grünheide entstehen.

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