08/2022, AXA Elektroauto Crashtest Dübendorf Schweiz 2022 AXA Versicherungen AG
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Brennender Tesla: AXA entschuldigt sich für Crashtest-Fake

Versicherung setzt absichtlich E-Auto in Brand AXA entschuldigt sich für Crashtest-Fake

Die AXA-Versicherung wollte mit einem Show-Crash Besonderheiten bei Unfällen mit Elektroautos illustrieren. Der inszenierte Brand eines Tesla Model S schlug daraufhin hohe Wellen.

Um Aufmerksamkeit für die eigene Sache zu erhalten, ist eines wichtiger denn je: plakative Bilder. Das wissen sie auch bei der AXA-Versicherung. Regelmäßig veranstalten die Schweizer Show-Crashtests, um den Blick auf diverse Aspekte beim Thema Verkehrssicherheit zu lenken. "Sie zielen darauf ab, die Prävention zu stärken, indem sie auf bestimmte Risiken aufmerksam machen, die in unserer Schadenstatistik auftauchen", so der größte Motorfahrzeug-Versicherer in der Schweiz. Seit einiger Zeit ist dabei die Elektromobilität in den Fokus gerückt. So auch in diesem Jahr.

Zum Hintergrund: Für den 25. August lud die AXA für ihren diesjährigen Crashtest Journalisten und Gäste nach Dübendorf in die Schweiz. Diesmal musste unter anderem ein Tesla Model S dran glauben: Um Daten aus ihrer Unfall- und Schadensstatistik bildlich zu untermalen, nach denen mit E-Autos verhältnismäßig viele Unfälle beim Beschleunigen passieren (siehe weiter unten in diesem Artikel), flog der Tesla spektakulär über eine nachgeahmte Verkehrsinsel. Und geriet danach in Brand, woraufhin Feuerwehrleute eingriffen und die Flammen schnell löschten. Die AXA hat ihren Punkt klargemacht, der Crash hat spektakuläre Bilder geliefert, einige Medien haben darüber berichtet. Alles keine große Sache – normales Nachrichten-Business.

Inszenierter E-Auto-Brand

Doch dann glaubte die Redaktion der Auto-Website "24auto.de", einer großen Geschichte auf der Spur zu sein. Und "deckte auf", dass es sich bei dem Tesla-Brand um eine Inszenierung handelte. Das ist zwar im gleichzeitig veröffentlichten Video eindeutig zu sehen (mehrfach explodiert Pyrotechnik, woraufhin der Vorderwagen des auf dem Dach liegenden Model S Feuer fängt), wurde aber von der AXA nicht explizit so dargestellt. Weshalb bei flüchtiger Betrachtung des Videos, der den Medien zur Verfügung gestellten Fotos und des Begleittextes der Eindruck entstehen konnte, die Elektro-Limousine sei von alleine in Brand geraten. Was wiederum Skeptiker der E-Mobilität veranlassen könnte, eine generelle Gefahr zu konstruieren, die von verunfallten Elektroautos ausgehe.

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AXA Versicherungen AG
Die Mitglieder der anwesenden Feuerwehr hatte den Brand am Tesla schnell gelöscht.

Was die Kollegen von "24auto.de" in ihrer ersten Berichterstattung nicht erwähnten: Die Versicherung wies im Zusammenhang mit dem jüngsten Crashtest explizit darauf hin, dass sich ein erhöhtes Brandrisiko bei Elektroautos nicht verifizieren lasse. Der AXA-Statistik zufolge fallen lediglich fünf von 10.000 Autos einem Brand zum Opfer, wobei sich die Fälle recht gleichmäßig auf Autos mit Verbrenner- und solche mit Elektroantrieb aufteilen. "Wenn es doch zum Brand kommt, wird es aufgrund des sogenannten Thermal Runaway, also des Durchbrennens der Akkuzellen, allerdings heikel", warnt Michael Pfäffli, Leiter Unfallforschung und Prävention bei der AXA-Versicherung, in der begleitenden Pressemitteilung. Schon vor drei Jahren haben die Unfallforscher darauf hingewiesen, dass sich Brände von Elektrofahrzeugen weder sicher noch schnell, umweltschonend und kostengünstig löschen lassen. Dafür gebe es bis heute keine befriedigende Lösung; die Einsatzkräfte seien oft noch immer nicht in der Lage, möglichst schnell und direkt zum Innern des Akkus vorzudringen, um diesen löschen zu können, bevor ein Brand weitgehend unkontrolliert fortschreitet.

Unterboden als konstruktive Achillesferse

Diesen Punkt wollten die AXA-Leute nun noch einmal klarmachen. Genau wie auf die konstruktive Achillesferse bei Elektroautos, die sie entdeckt haben wollen: Den Unterboden, der bei den meisten Modellen die Antriebsbatterie beherbergt. Zwar sei die Karosserie im Bereich des Akkus vorne, seitlich und hinten in der Regel sehr gut durch Versteifungen abgesichert. Am Unterboden selbst vermissen die Unfallforscher allerdings einen zusätzlichen Schutz. Sie fordern deshalb weitere Sicherheitselemente in diesem Bereich, beispielsweise eine Platte aus Titan oder einem ähnlichen Material. Außerdem sollte das Euro-NCAP-Konsortium ein weiteres Crashtest-Szenario etablieren, mit dem die Stabilität im Bereich des Unterbodens überprüft wird.

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Mit dem Medienbericht stand nun der Vorwurf im Raum, die AXA habe für billiges Marketing Crashtest-Ergebnisse gefälscht. Woraufhin sich die Verantwortlichen der Versicherung zu einer Entschuldigung veranlasst sahen: "Wir bedauern, dass die Crashtest-Ausgabe 2022 einen schlechten Eindruck von der Elektromobilität vermittelt oder zu Missverständnissen geführt haben könnte", heißt es in einem nach Veröffentlichung der Vorwürfe publizierten Statement. Darin wird noch einmal darauf hingewiesen, dass im gecrashten Tesla Model S gar keine Batterie eingebaut war, um größtmögliche Sicherheit für die Zuschauer und Medienvertreter zu gewährleisten. Zudem sei das Feuer aus der Ferne ausgelöst worden und habe das Crash-Szenario keine Schäden am Unterboden verursacht. Die AXA gibt zu, dass "insbesondere die Personen, die während der Tests nicht vor Ort waren und den verschiedenen Phasen nicht beiwohnen konnten", davon in die Irre geführt werden konnten. "Wir hätten diese Tatsache in der Kommunikation nach dem Test ausdrücklich erwähnen sollen."

E-Auto-Fahrer verursachen mehr Unfälle und Schäden

Eigentlich wollte die Versicherung in ihrer Kommunikation rund um den diesjährigen Crashtest auf eine ganz andere Auffälligkeit in ihrer aktuellen Unfall- und Schadensstatistik hinweisen. Demnach verursachen Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos nämlich etwa 50 Prozent mehr Kollisionen mit Schäden am eigenen Fahrzeug als jene von herkömmlichen Verbrennern: Die Quote steigt von 6,7 auf 10,1 Prozent. Vergleicht man Standardverbrenner mit performanten Elektroautos, schnellen die Kaskoschäden sogar um den Faktor 2,62 in die Höhe (16,2 statt 6,2).

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Aber auch bei den Haftpflichtschäden weist die Statistik für Elektroautos höhere Zahlen aus. Selbst beim Vergleich zwischen leistungsstarken Verbrennern und Elektro-Modellen verursachen die Stromer 30 Prozent mehr Schäden an anderen Fahrzeugen als ihre konventionell angetriebenen Pendants. "Je leistungsfähiger das Fahrzeug ist, desto öfter verursachen die Lenkerinnen und Lenker einen Schaden am eigenen oder an Fremdfahrzeugen", fasst Michael Pfäffli die Zahlen zusammen.

Liegt es am "Overtapping-Effekt"?

Der Unfallexperte vermutet die Hauptursache für die höhere Schadenshäufigkeit bei Elektroautos in deren Beschleunigungsvermögen. Vor allem das fast verzögerungsfreie schnelle Losfahren beim Antippen des Fahrpedals, der sogenannte Overtapping-Effekt, beschwört immer wieder gefährliche Situationen herauf. "Es kann zu einer ungewollten ruckartigen Beschleunigung kommen, welche der Fahrer oder die Fahrerin nicht mehr kontrollieren kann", sagt Pfäffli.

Gleichzeitig geht ein weiteres Phänomen mit der E-Mobilität einher: Die Autos werden deutlich schwerer, was in erster Linie an den gewichtsintensiven Batterien sowie an den beschriebenen Karosserieverstärkungen liegt. Was das für die Insassen eines Verbrennerfahrzeugs bedeuten kann, verdeutlicht ein Crashtest zwischen einem VW E-Golf und einem VW Golf 7 mit konventionellem Antrieb. Beide Autos weisen dieselben Abmessungen auf, der Verbrenner ist aber 400 Kilogramm leichter – und trägt deshalb nach dem Zusammenstoß mit jeweils 50 km/h die klar schwereren Beschädigungen davon. Tröstlich ist immerhin, dass auch beim Verbrenner-Golf die Fahrgastzelle intakt bleibt, sodass die Personen an Bord genauso gut geschützt sind wie im schwereren Auto.

Bergung nicht aufwändiger als bei Verbrennern

Die Bergung aus einem E-Auto ist übrigens nicht aufwändiger oder gefährlicher als bei einem Verbrennerfahrzeug, sagen die AXA-Experten. Es besteht kaum die Gefahr, dass noch Spannung auf dem Fahrzeug liegt, weil die Batterie innerhalb von Millisekunden automatisch von anderen Hochvoltkomponenten und -kabeln abgekoppelt wird. Der Stromkreis ist somit unterbrochen und eine Personen-Rettung auch bei einem Unfall mit Elektroautos gefahrlos möglich. So will es übrigens die Gesetzeslage, nach der sich die Hersteller von Elektroautos bei deren Konstruktion richten müssen.

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Ohne Bedenken. Der Arbeit der Hersteller vertraue ich da voll und ganz.
Mit Vorsicht zu genießen. Da ist noch Entwicklulngsarbeit nötig.

Fazit

Die Zahlen und Crashtests der AXA-Versicherung zeigen: Von Elektroautos selbst geht keine signifikant höhere Unfall- oder Brandgefahr aus; sie können aufgrund ihres meist höheren Gewichts jedoch größere Schäden bei den Unfallgegnern anrichten. Es sind eher die Fahrerinnen und Fahrer, die für die erhöhten Unfallzahlen verantwortlich sind, weil sie mit der Kraft und der unverzüglich einsetzenden Beschleunigung nicht umgehen können.

Über diese Erkenntnisse haben wir auf www.auto-motor-und-sport.de in der vergangenen Woche auf genau diese Art und Weise berichtet; sie waren nach Lektüre der begleitenden Pressemitteilung auch aus der Ferne klar zu verstehen (wir waren, anders als teilweise in der Vergangenheit, diesmal nicht selbst vor Ort). Offensichtlich war zudem – erst recht nach Sichtung des Videos – der Umstand, dass es sich bei den Crashtests um Show-Aktionen handelte und damit keineswegs wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden sollten. Aber manchmal will man die Dinge auch absichtlich falsch verstehen, wenn man händeringend nach Geschichten sucht. Denn auch im Journalismus gilt (leider zu) oft: Je plakativer, umso erfolgreicher.

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