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Angebot für Senioren: ÖPNV-Ticket statt Führerschein

Angebot für Senioren in Baden-Württemberg Ticket statt Lappen

Senioren ab 65 Jahren können ab Dezember in Baden-Württemberg den Führerschein gegen ein ÖPNV-Ticket tauschen. Damit fahren sie ein Jahr lang gratis – aber nicht überall.

Das Verkehrsministerium von Baden-Württemberg hat einen Vertrag mit mehreren Verkehrsverbänden des Landes geschlossen. Gegenstand der Übereinkunft: Das Projekt "Bus und Bahn statt Führerschein". Wer seinen Führerschein abgibt, nutzt das ÖPNV-Netz der beteiligten Vertragspartner ein Jahr lang kostenlos. Das Angebot richtet sich an Mitbürger ab 65 Jahren, die innerhalb des Einzugsgebietes eines der teilnehmenden Verkehrsverbände wohnen.

In einer Mitteilung erklärt das Ministerium, über ein Drittel der im Straßenverkehr tödlich verunglückten Teilnehmer seien 65 Jahre und älter. Ist ein Auto im Spiel, tragen die Senioren laut einer Statistik mit 68,7 Prozent bei der Mehrzahl der Unfälle die Hauptschuld. Bernd Ebert vom Landesseniorenrat erklärt vor diesem Hintergrund: "Wenn das Führen eines Pkw im Stadtverkehr wegen körperlicher Gebrechen oder wegen nachlassender Leistung im Sehen und Hören immer schwerer fällt und man sich unsicher fühlt, kann dieses Angebot ein Anreiz oder ein letzter Anstoß sein, den Führerschein zurückzugeben."

Die Voraussetzungen

Das Land fördert die Maßnahme mit drei Millionen Euro, den Rest zahlen die teilnehmenden Verkehrsverbände. Für den Bezug des kostenlosen Jahrestickets müssen die Interessenten aber ein paar Grundvoraussetzungen erfüllen:

  • Der Erstwohnsitz muss in dem Verkehrsverbund liegen, dessen Ticket genutzt werden soll
  • Es muss ein Nachweis über die Rückgabe des Führerscheins an die Fahrerlaubnisbehörde zwischen 1. Dezember 2021 und 31. August 2022 vorliegen
  • Die Antragsteller müssen 65 Jahre alt sein oder aber mindestens 60 Jahre – mit Bezug einer Rente aus gesetzlicher Rentenversicherung, Pension oder Bezügen aus einer berufsständischen Versicherung

Die teilnehmenden Verbände

Nicht alle der 21 Verkehrsverbände in Baden-Württemberg beteiligen sich an der Aktion. Folgende Partner haben den Kooperationsvertrag bislang unterzeichnet:

  • bodo (Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund GmbH)
  • DING (Donau-Iller-Nahverkehrsverbund-GmbH)
  • HNV (Heilbronner Hohenloher Haller Nahverkehr GmbH)
  • htv (Heidenheimer Tarifverbund)
  • KVV (Karlsruher Verkehrsverbund GmbH)
  • OstalbMobil (OstalbMobil GmbH)
  • RVL (Regio Verkehrsverbund Lörrach GmbH)
  • VHB (Verkehrsunternehmen Hegau-Bodensee Verbund GmbH)
  • VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar)
  • VVR (Verkehrsverbund Rottweil GmbH)
  • VVS (Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH)
  • WTV (Waldshuter Tarifverbund GmbH)

Sollten Sie nun die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Aktion erfüllen, aber nicht in einem entsprechenden Einzugsgebiet wohnen, empfehlen wir den Blick in unsere Fotoshow. Dort finden Sie eine Reihe von komfortablen altersgerechten Autos, die von der auto motor und sport-Redaktion empfohlen wurden.

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Fazit

Das Land bietet mit der Aktion "Bus und Bahn statt Führerschein" den Senioren in Baden-Württemberg einen Anreiz, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Wer die Fahrerlaubnis abgibt, fährt ein Jahr lang kostenlos Bus und Bahn. Schade ist allerdings, dass sich nicht alle Verkehrsverbände beteiligen – zudem könnte die Dauer der kostenlosen ÖPNV-Nutzung etwas höher liegen. Auf seinen Führerschein zu verzichten ist schließlich keine leichte Entscheidung.

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