Elektroautoförderung: Darum profitieren vor allem Rentner

Elektroautoförderung
Neue E-Auto-Prämie als Rentnerparadies?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.05.2026
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Senior im Auto
Foto: DjelicS via Getty Images

Die neue E-Autoförderung ist angelaufen, die Anträge können seit wenigen Tagen gestellt werden. Bereits am ersten Tag nach der Öffnung des offiziellen Förderportals wurden rund 20.000 Anträge eingereicht.

Gefördert werden können, auch rückwirkend, Neufahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen werden. Antragsberechtigt sind allerdings nur Privatpersonen und das Fahrzeug muss auf den Antragsteller zugelassen werden. Förderung gibt es für reine Elektromodelle, Versionen mit Range Extender und ausgewählte PHEV-Modelle.

Förderanspruch auch für Rentner

Entscheidend für die Förderfähigkeit ist aber nicht nur das Fahrzeug, sondern vor allem das zu versteuernde Haushaltseinkommen des Antragstellers. Hier liegt der absolute Höchstbetrag bei 80.000 Euro, der durch im Haushalt lebende Kinder auf bis zu 90.000 Euro gestreckt werden kann. Aber auch nach unten wird gestaffelt. Die höchste Förderung bekommen Haushalte, die unter 45.000 Euro Jahreseinkommen bleiben.

Förderberechtigt sind aber auch Personen im Ruhestand, wenn sie die Einkommensgrenzen einhalten. Wer keine Steuererklärung abgeben musste, kann eine Rentenbezugsbescheinigung zusammen mit einer Selbsterklärung über weitere Einkünfte – etwa aus Kapitalerträgen oder Vermietung – einreichen. Liegt das zu versteuernde Einkommen unter den jeweiligen Grenzwerten, besteht Anspruch auf die Förderung.

Bescheidenes Rentenniveau trifft hohe Kaufpreise

Um die Situation für Rentner zu beleuchten, ziehen wir als Berechnungsgrundlage das Standardrentenmodell heran. Wer 45 Jahre lang zum Durchschnittslohn (liegt für 2026 bei 51.944 Euro) gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, hat damit 45 Entgeltpunkte gesammelt und erhält im Ruhestand die sogenannte Bruttostandardrente. Seit Juli 2026 ist ein Entgeltpunkt 42,52 Euro wert. Die monatliche Standardrente beträgt damit 45 x 42,52 Euro, also rund 1.913 Euro. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das rund 22.960 Euro (brutto). Diese Standardrente ist allerdings ein fiktiver Betrag, der in den vergangenen Jahren allerdings deutlich über der tatsächlich durchschnittlich bezogenen Rente lag. Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) aus dem Jahr 2023 zeigen, dass diese monatliche Durchschnittsrente der rund 19 Millionen Rentenbezieher in Deutschland bei 1.102 Euro (Jahressumme: 13.224 Euro) lag. Lediglich zwei Prozent der Rentenbezieher erhielten 2023 eine monatliche Altersrente von 2.400 Euro oder mehr. Selbst hier ergibt sich nur eine Jahressumme von 28.800 Euro.

Rechnerisch qualifizieren sich Rentner damit quasi in jedem Fall für die maximale Förderprämie für Haushalte ohne Kinder. Sollten bei Rentenbeziehern tatsächlich noch Kinder unter 18 Jahren im Haushalt leben, sind auch diese Zuschläge noch greifbar.

Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass Rentner mit diesen Monatseinkünften beim Autokauf mit Preisen ab wenigstens 25.000 Euro konfrontiert werden. Selbst um die Förderprämien reduziert, läge das Invest in einen förderfähigen Neuwagen bei einem Jahreseinkommen.

Fazit