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Singapur setzt auf E-Mobilität: Steuerbonus und Ladestationen als Anreiz

Singapur setzt auf E-Mobilität Steuerbonus und Ladestationen als Anreiz

Bis 2040 sollen im asiatischen Stadtstaat Verbrenner völlig verschwunden sein. Um die Elektromobilität zu fördern, werden jetzt üppige Anreize geschaffen.

Auch der Stadtstaat Singapur kämpft mit dem Klimawandel und einem CO2-Problem und will seine Einwohner daher auf Elektromobilität einschwören. Dazu hat der Vize-Premierminister Heng Swee Keat jetzt verschiedene Anreizsysteme angekündigt.

Nachlass bei E-Auto-Kauf, Kosten bleiben aber weiter hoch

So sollen Käufer von Elektroautos ab Januar 2021 drei Jahre lang einen Nachlass von bis zu 45 Prozent auf die Additional Registration Fee (ARF) erhalten, die fällig wird, wenn man ein Auto zulassen möchte. Die ARF umfasst in Singapur abhängig vom Basispreis des Autos einen Aufschlag zwischen 100 und 180 Prozent des Kaufpreises. Bei einem Kaufpreis von rund 40.000 Euro kommt beispielsweise ein ARF-Aufschlag von rund 93.000 Euro noch oben drauf. Zusätzlich werden Autobesitzer in Singapur noch mit einer hubraumabhängigen Straßennutzungsteuer sowie extrem limitierten und kostenpflichtigen Emissionzertifikaten und weiteren Emissionsabgaben belastet. Die Nachfrage nach diesen Zertifikaten übersteigt stets das Angebot. Die Kosten für ein Zertifikat liegen derzeit bei rund 25.000 Euro. Der jetzt angekündigte Nachlass auf die ARF soll allerdings bei umgerechnet rund 13.000 Euro gedeckelt werden. Für elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge soll ein ähnliches Programm aufgelegt werden.

Zudem verspricht die Regierung die Zahl der öffentlichen Ladestationen im Stadtstaat von derzeit 1.600 auf 28.000 bis zum Jahr 2030 aufzustocken.

Maut als Geldquelle

Da der Staatshaushalt von Singapur aber aus einer Kilometerabgabe auf Kraftstoffe jährlich rund 670 Millionen Euro einnimmt, würde beim massenhaften Wechsel auf Elektroautos dieser Posten deutlich schrumpfen. Entsprechend wird zur Gegenfinanzierung über eine neue Nutzungsteuer für Kraftfahrzeuge nachgedacht, die Form einer Kilometermaut eingefordert werden könnte. Hierzu stünden aber noch keine technischen Lösungen bereit. Man plane aber ab Januar 2021 entsprechend ausgerüstet zu sein.

Kritiker halten den Regierungsplänen entgegen, dass eine Verlagerung des Individualverkehrs auf Elektromobilität nicht die Lösung des Problems sein kann, da der Verkehr an sich so nicht abnimmt. Vielmehr solle man die Pläne einer verbesserten Infrastruktur des öffentlichen Nahverkehrs im Stadtstaat forcieren.

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