Dienstwagen Besteuerung Studie Kosten CO2 Hersteller / T&E / Patrick Lang
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Steuervergünstigungen für Dienstwagen kosten 42 Milliarden

Transport & Environment fordert Reform Steuervergünstigungen für Dienstwagen im Visier

Laut einer Studie von Transport & Environment könnte eine Reform der Firmenwagenbesteuerung etwa 40 Millionen Tonnen CO2 einsparen und im Gegenzug bis zu 42 Milliarden Euro in die Staatskasse spülen.

Deutschland steht kurz vor der Regierung einer Ampel-Koalition und die Kernaspekte eines kommenden Koalitionsvertrags sind in aller Munde. Als wichtiges Thema hat sich längst die Klimapolitik und deren Finanzierung herauskristallisiert. Die Frage lautet nicht nur, wo sich überall CO₂ einsparen lässt, sondern auch, wer den Wandel bezahlen soll. Die Organisation Transport & Environment (T&E) hätte dazu nicht nur eine aktuelle Studie vorzubringen, sondern münzt ihre Erkenntnisse auch direkt in einen Vorschlag um: Weg mit den Steuervorteilen für Verbrenner-Dienstwagen. Davon verspricht sich der internationale Verbund Effekte auf die Zulassung von Elektroautos. Laut der T&E-Studie brächte ein Ende der Verbrenner-Subventionierung bis 2030 bis zu einer Million zusätzliche Stromer auf die Straße. Diese könnten dann über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg im Vergleich zu Diesel- und Benziner-Pkw bis zu 40 Millionen Tonnen CO₂ einsparen.

CO2, Abgas
Getty Images
Eine Ersparnis von bis zu 40 Millionen Tonnen CO₂ verspricht sich T&E von einer Dienstwagen-Reform.

Es geht auch um Geld

Das klingt Ihnen noch zu hypothetisch? Dann können Sie möglicherweise mit dem zweiten prognostizierten Effekt einer solchen Dienstwagen-Reform mehr anfangen. Aus einem Wegfall von Subventionen entstünde laut den Berechnungen von T&E ein Plus von 42 Milliarden Euro in der Steuerkasse. Friederike Piper, Referentin für E-Mobilität bei Transport & Environment, kritisiert konkret einen der möglichen Ampel-Regierungspartner: "Seitens der FDP ist beispielsweise zu hören, die E-Mobilität sei zu teuer, Kaufprämien sollten beendet werden. Was für den Staat aber wirklich teuer ist, sind klimaschädliche Subventionen für Verbrenner-Dienstwagen. Die jetzige Politik subventioniert damit die Klimakrise und sie tut das auf Kosten des Steuerzahlers." Diese Kritik ist nicht neu. Schon 2015 forderte das FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft) die "Fehlanreize zu beseitigen", nachdem die steigenden Neuzulassungen gewerblicher Fahrzeuge "auf Kosten der Allgemeinheit und der Umwelt" mit bis zu fünf Milliarden Euro jährlich subventioniert würden.

Für Arbeitgeber ist es deshalb attraktiv, den Mitarbeitern einen Firmenwagen anzubieten, weil die entsprechenden Betriebsausgaben geringer besteuert werden als das eigentliche Gehalt. Entsprechend wird der Dienstwagen gerne als Alternative zur Gehaltserhöhung genutzt, während der Arbeitnehmer bei einer Privatnutzung des Dienstautos wiederum weniger Steuern entrichtet, als es bei einem eigenen Fahrzeug der Fall wäre. Hier greift die sogenannte 1-Prozent-Regel, bei der monatlich pauschal ein Prozent des Pkw-Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil vom Dienstwagennutzer versteuert wird. Konkret wird dieses eine Prozent in der Einkommenssteuererklärung zum monatlichen Gehalt gezählt und erhöht dort das Brutto-Entgelt. Das lohnt sich vor allem dann, wenn das Auto häufig auch privat genutzt wird und die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort gering ist.

Die derzeit beliebtesten Dienstwagen in deutschen Flotten finden Sie in unserer Fotoshow oben im Artikel. Mittlerweile sind da auch ein paar Elektroautos dabei. Die Pros und Contras zur Nutzung eines Dienstwagens mit Blick auf Gehalt und Steuern haben wir HIER für Sie zusammengefasst.

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Fazit

Prognostizierte Effekte sind und bleiben Prognosen. Ein unbedingter Wahrheitsanspruch lässt sich daraus nicht ableiten – schließlich weiß niemand, ob eine Streichung von Subventionen tatsächlich zu einer Million zusätzlichen Elektroautos auf der Straße führt. Greifbarer sind da schon die Einsparungen bzw. Mehreinnahmen bei den Steuern. Und die braucht eine neue Regierung, um CO2-Einsparmaßnahmen anzuschieben. Der Vorschlag von T&E würde also Geld Richtung Dekarbonisierung verschieben und wirkt sozial gerecht.

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